Kresse für die Schilddrüse und Schnittlauch für die Verdauung.
Prof. Bankhofer präsentiert die besten Küchenkräuter, ihre
Inhaltsstoffe, Heilwirkungen und: die leckersten Kräuter-Rezepte!
So kommt Würze ins Essen und Gesundes auf den Tisch!
"Kräuter verfeinern nicht nur die Speisen, sondern können auch etwas für die Gesundheit tun. Das Buch "Die heilende Kraft der Küchenkräuter" gibt Einblicke in die Geheimnisse aus Garten und Küche." Krone Gesund
Prof. Hademar Bankhofer, international anerkannter Medizinjournalist auf dem Sektor Naturheilweisen, ist durch seine zahlreichen TV-Auftritte, Kolumnen und seine Bücher einem großen Publikum bekannt. Er versteht es, schwierige medizinische Probleme verständlich zu erklären. Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit medizinischen Koryphäen ist er stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und genießt so Anerkennung nicht nur bei einem breiten Publikum, sondern auch in medizinischen Fachkreisen.
Leseprobe zu "Die heilende Kraft der Küchenkräuter"
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Leseprobe zu "Die heilende Kraft der Küchenkräuter"
Leseprobe zu "Die heilende Kraft der Küchenkräuter"
Ein Vorwort
Alle Jahre wählt der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" an der Universität Würzburg die "Heilpflanze des Jahres". Für das Jahr 2006 wurde der Thymian ausersehen, weil er nicht nur als Gewürz in der Küche eine bedeutende Rolle spielt, sondern auch eine vielfältige medizinische Heilkraft hat.
Und genau das soll in diesem Buch aufgezeigt werden: Die einfachen, vertrauten Küchenkräuter können viel mehr als nur unseren Gaumen erfreuen. Sie verfügen über erstaunliche Heilkräfte. Das aktuelle Beispiel Thymian beweist es anschaulich.
Schon in der Antike wurden die Blätter und Blüten geerntet und verwertet: Die Ägypter haben ihre Toten vor dem Einbalsamieren damit gewaschen. Die Griechen haben den Rauch von verbranntem, getrocknetem Thymiankraut bei religiösen Festen eingeatmet und es als eine Art Rauschmittel genützt. Die Römer nahmen vor Liebesorgien Thymianbäder, um zu mehr Lust und Kraft für ihre erotischen Spiele zu kommen.
Ja, und dann hat es im antiken Rom - im Zusammenhang mit Thymian - auch schon einen Fleischskandal gegeben: Man hat nicht mehr ganz frisches Fleisch heftig mit Thymian eingerieben - dann konnte niemand riechen, dass es sich um Gammelfleisch handelte. Die Schuldigen wurden entlarvt und hingerichtet.
Im Mittelalter setzte man den Thymian ebenfalls als Aphrodisiakum ein und nannte die Pflanze kurzum "Liebeskraut".
Auch die Küche hatte der Thymian längst erobert, er wurde vor allem für die Zubereitung von Lammfleisch verwendet. In unseren Regionen haben die Ritter Thymian in ihre Rüstung gesteckt, um mehr Mut zum Kämpfen zu haben. Ärzte haben das Kraut aber auch damals schon gegen Husten eingesetzt. Heute könnte man Thymiantee so manchem schüchternen Mitmenschen empfehlen, der im Umgang mit anderen sehr unsicher ist.
Heutzutage weiß man aus der Erfahrung der Naturmedizin: Thymian stärkt die Atemwege, lindert Husten und löst Schleim. Thymian lindert Krämpfe in den Bronchien sowie in Magen und Darm.
Hauptsächlich wird Thymian bei Erkältungen eingesetzt, nach dem Motto des späten Mittelalters: "Der nächste Schnupfen kommt bestimmt. Doch nicht zu dem, der Thymian nimmt!" Die Wirkung ist in erster Linie auf den Hauptinhaltsstoff, das ätherische Öl Thymol, zurückzuführen.
Und so kann man Thymian gegen Husten und Erkältungen einsetzen:
Für das Thymianbad übergießt man eine Hand voll getrocknete Thymianblätter mit 1 Liter kochendem Wasser, lässt 10 Minuten ziehen. Durchseihen, ins Badewasser der Wanne gießen, 20 Minuten baden. Danach 1 Stunde im Bett ruhen.
Vom Thymiantee trinkt man 3 Wochen lang täglich 3 bis 4 Tassen. So wird er zubereitet: 1 gehäufter Teelöffel getrocknetes Thymiankraut wird mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen. Anschließend 8 bis 10 Minuten ziehen lassen, dann durchseihen und mit etwas Honig gesüßt trinken.
Für Einreibungen von Brust und Rücken verrührt man 5 Tropfen Thymianöl mit 1 Esslöffel Olivenöl.
Vorsicht bei übertriebener Verwendung von Thymian, vor allem Thymianöl - das kann zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Beim Tee kann Ihnen das allerdings nicht passieren.
Wichtig: Thymian wirkt stärkend auf die Atemwege sowie auf Magen und Darm, wenn man ihn als Gewürz in der Küche einsetzt: bei Lammbraten, Fisch, Pizza. Thymian ist auch fester Bestandteil der legendären Kräuter der Provence.
Und so werde ich Ihnen im folgenden Buch eine Reihe von Küchenkräutern vorstellen, die sowohl für die Zubereitung von Speisen als auch als Naturarzneien ihren beachtlichen
Stellenwert haben. Daran sollten Sie immer denken, wenn Sie eine Mahlzeit zubereiten und zu diesen Kräutern greifen.
Viel Freude beim Lesen und bei der praktischen Anwendung wünscht Ihnen
Ihr
Hademar Bankhofer
Basilikum
macht geistig fit und bekämpft Blähungen
Fast jeder kennt als Vorspeise oder als Hauptgericht Mozzarella mit Tomaten und Basilikum, eine Köstlichkeit aus der Mittelmeerküche. Ebenso bekannt und beliebt sind auch Spagetti Pesto.
Im Mittelpunkt beider Speisen steht das Küchenkraut Basilikum, das sich seit einigen Jahren in unseren Breiten besonderer Beliebtheit erfreut - vor allem bei jenen Menschen, welche die italienische Kochkunst mögen. Frische Basilikumblätter sind übrigens auch ein Höhepunkt auf jeder Tomatensuppe und dürfen auf keiner klassischen Pizza fehlen.
Doch Basilikum ist nicht nur ein Küchenkraut, das unseren Gaumen erfreut. Man kann es auch als Heilkraut einsetzen. Selbst in Speisen hat es einen positiven Einfluss auf Gesundheit und Fitness.
Mediziner und Ernährungswissenschaftler des United State Department of Human Nutrition in Boston, USA, der größten Ernährungsbehörde der Welt, haben herausgefunden: die ätherischen Öle im Basilikum sind wertvolle Substanzen - Antioxidantien genannt -, die uns vor freien Radikalen (hochaggressiven Schadstoff-Molekülen) schützen. Darum kann Basilikum das Krebsrisiko senken, kann uns vor Umweltbelastungen bewahren.
Mit Basilikum kann man Blähungen bekämpfen.
Verstopfung und Magenbeschwerden können positiv beeinflusst werden.
Bestimmte Enzyme im Basilikum fördern den Abbau und das Verbrennen von Fettdepots im Körper.
Wer regelmäßig Basilikum genießt, kann damit schlechter Laune und depressiver Stimmung vorbeugen.
Basilikum kräftigt den ganzen Körper, darum sollten Senioren oft Basilikum in den Speiseplan einbauen - sie bleiben länger jung und vital.
Basilikum beruhigt die Nerven, hilft dadurch gegen Stress, fördert den Schlaf und kann Migräne lindern.
Manche Männer behaupten, dass Basilikum die Potenz fördert. Plinius der Ältere weist in seinen Schriften bereits in der Antike darauf hin. Im 16. Jahrhundert haben Ärzte Basilikum-Kuren bei mangelnder Liebeskraft verordnet.
Hinter vielen dieser Wirkungen stehen die ätherischen Öle des Basilikums. Methyl-Chavicol stärkt das Immunsystem und erhält unsere Zellen jung. Gegen Erkältungen wirkt das Cineol. Besonders wichtig und interessant aber sind die beiden ätherischen Öle Eugenol und Estragol. Sie machen geistig fit, regen das Denken und die Konzentration an. Darum sagte man im Mittelalter: "Basilikum macht klug!"
Da es sich nicht nur um ein Küchenkraut, sondern auch um ein Heilkraut handelt, kann man aus Basilikumblättern auch einen Tee zubereiten. Man kann damit triste Laune verbessern, die Verdauung fördern und Blähungen bekämpfen.
Und hier das Rezept: Eine Hand voll frischer Basilikumblätter wird gut gewaschen, klein gehackt und in 1 Liter Wasser ganz kurz aufgekocht. Danach durchseihen, mit etwas Honig lauwarm trinken. Wenn man getrocknete Basilikumblätter einsetzt, wird 1 Esslöffel voll mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrüht. 8 Minuten ziehen lassen, durchseihen, mit Honig süßen. Man trinkt von beiden Tee-Versionen jeweils 1 Tasse morgens, mittags und abends.
Rezepte
Basilikum-Aufstrich Pro Portion 81 kcal.
Zutaten für 6 Portionen: 250 g Quark, 20 % F.i.T. - 2 EL Crème fraîche mit Kräutern - einige Tropfen Zitronensaft - 1 TL eingelegtes Basilikum (in Feinkostgeschäften erhältlich) oder frische Basilikumblätter gehackt - 1 Prise Kräutersalz - 1 Prise Chilipulver - Paprika, edelsüß zum Bestreuen
Quark mit Crème fraîche und Zitronensaft verrühren. Basilikum unter die Quark-Creme mischen und mit Salz und Chilipulver abschmecken. Zum Schluss die mit der Quarkcreme bestrichenen Sandwich-Scheiben mit Paprika edelsüß bestreuen.
Tipp: Dieser köstliche Aufstrich eignet sich sowohl für grobkörniges Brot als auch für Weißbrotscheiben (Baguette).
Schlankmachersuppe Pro Portion 118 kcal.
Zutaten für 4 Portionen: Etwas Sellerie - 1 Kohlkopf - 400 g Karotten - 1 Stange Lauch - 4 gehäutete Tomaten - etwas Liebstöckel - Basilikum - Dill - Lorbeerblatt - Salz - 1 kleine fein geschnittene Zwiebel - 1 TL Maiskeimöl - 1 l Wasser
Das gewürfelte Gemüse wird mit etwas Liebstöckel, Basilikum, Dill und einem Lorbeerblatt gewürzt. Alles wird zu der in etwas Maiskeimöl gerösteten Zwiebel gegeben und W Stunde zugedeckt auf kleiner Flamme gedämpft. Der Gemüsesud wird mit 1 Liter Wasser aufgegossen und bei schwacher Hitze gekocht. Würzen Sie eventuell nach.
Im Reformhaus gibt es Fertigpulver-Gemüsebrühe, die in heißem Wasser löslich ist.
Das Suppenkraut
Bibernelle
besiegt Husten und Heiserkeit
Wer gerne Suppen isst und mit Begeisterung knackige Salate anrichtet, der möchte sicher nicht auf einige zarte Blätter des Küchenkrautes Bibernelle verzichten. Manche kennen es auch unter dem Namen Pimpinelle, Steinpetersilie, Bockwurz oder Pfefferwurz.
Es ist botanisch gesehen ein Doldengewächs. Die bizarr gezahnten, kleinen Blätter sind unverkennbar. Sie passen sehr gut zu Löwenzahnblättern, Bärlauch, Sauerampfer und Brunnenkresse in einer Frühlingssuppe. Sie geben aber auch jedem Kopfsalat einen besonders würzigen Geschmack.
Die Bibernelle ist schon seit uralten Zeiten auch ein Heilkraut. Im Mittelalter kannte man den Spruch: "Eßt Bibernell! Eßt Bibernell! Dann sterbet Ihr nicht so schnell!"
Man setzte allerdings etwas zu große Hoffnungen in dieses Kraut und seine Wurzel. Es wurde von den Ärzten gegen die Pest, die Cholera und die Ruhr eingesetzt. Wenn eine junge Mutter zu wenig Milch für ihr Baby hatte, dann empfahl ihr der Arzt, nachts eine Bibernettenwurzel auf die Brust zu legen.
Heute weiß man, was die Bibernelle wirklich kann und wo ihr Einsatz tatsächlich sinnvoll ist:
Die Bibernelle enthält die ätherischen Öle Pimpinellin und Saponin. Diese regen in ihrer Kombination die Arbeit von Galle, Leber und Nieren an. Damit wird die gesamte Verdauung in Schwung gebracht.
In erster Linie aber macht es Sinn, Bibernellentee gegen Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit einzusetzen. Das Besondere daran: Der Tee regeneriert auch angegriffene Stimmbänder. Darum galt der Bibernellentee in alten Zeiten als Geheimtipp vieler Sänger.
Der Schweizer Kräuterpfarrer Künzle hat speziell allen Rednern und Politikern geraten, die Kraft der Bibernelle zu nützen. Er schreibt in seinem Kräuterbuch: "Die Bibernelle macht die Stimme kräftig!"
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Bibernelle für die Gesundheit einzusetzen:
Zum Durchspülen von Nieren, Blase und Harnwegen macht es Sinn, 2 gehäufte Teelöffel der geriebenen Bibernellenwurzel mit 1 l Wasser anzusetzen. Dann muss man das Ganze zum Kochen bringen und einige Minuten köcheln lassen. Durchseihen, mit ganz wenig Honig süßen. Man trinkt 3 Tassen täglich, und das eine Woche lang.
Der klassische Bibernellentee wird so zubereitet: 1 Teelöffel klein gehackte Wurzel mit 1 Tasse Wasser 5 Minuten leicht kochen, danach 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen, pro Tasse mit 1 Teelöffel Honig süßen. Diesen Tee trinkt man bei Husten und Heiserkeit.Für eine kräftige Stimme und gegen Heiserkeit kaut man tagsüber ein Stück getrocknete Bibernellenwurzel und spuckt sie dann wieder aus.