Die große Zukunft des Buches - Eco, Umberto; Carrière, Jean-Claude

Umberto Eco Jean-Claude Carrière 

Die große Zukunft des Buches

Gespräche mit Jean-Philippe de Tonnac

Mitwirkender: Tonnac, Jean-Philippe de
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Die große Zukunft des Buches

Eine schmunzelnde Hommage an die Gutenberg-Galaxie, die alle Leser entzücken wird, die das Buch als Gegenstand lieben. Und womöglich bei den Besitzern von E-Books einige Nostalgie wachruft.
Ein Austausch zweier alter Buchfreunde


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 288 S. 210 mm
  • Seitenzahl: 284
  • dtv Taschenbücher Bd.34694
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 137mm x 18mm
  • Gewicht: 294g
  • ISBN-13: 9783423346948
  • ISBN-10: 3423346949
  • Best.Nr.: 33361667
"Ein Genuss für alle Bibliophilen."<br />Stern 02.09.2010 <br />

»Am Ende weiß man auch bei diesem Buch nicht zu sagen, warum man es vor allem gelesen hat - wegen seiner luziden Gedanken oder aus Freude am Lesen, die es entfacht.« Ulrich Baron, Die Welt 31.12.2010

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Herrlich! Rezensent Christoph Bartmann genießt spürbar vor allem die Belesenheit, den Witz und die Gelassenheit Umberto Ecos in diesem Buch über Bücher. Kein Zweifel, bei beiden Gesprächspartnern handelt es sich um Bibliophile, viel haben sie dem Rezensenten zu berichten über das Leben mit (vielen) Büchern, auch ganz praktisches (wohin damit?). Am meisten aber schätzt Bartmann, dass es den beiden Plaudernden nicht wirklich um die Zukunft des Buches zu tun ist, wie der Titel androht. Es ist ganz einfach, weiß der Rezensent am Ende der Lektüre: Das Buch wird bleiben, schon weil ein des Medien-Traditionalismus' so unverdächtiger Mensch wie Eco das sagt. Und schließlich: wo sagt er es - zwischen zwei Buchdeckeln nämlich.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.11.2010

Der Löffel, die Schere, das Rad
Ein Gespräch unter Bibliophilen: Umberto Eco und Jean-Claude Carrière über „Die große Zukunft des Buches“
Dieses Buch muss man eigentlich nicht lesen – wenn Umberto Ecos „Theorie der Dezimierung“ zutrifft, nach der „es genügt, eines von zehn Büchern zu lesen“. Bei den anderen, so Eco weiter, reiche „ein Blick in die Bibliographie und die Fußnoten, um zu erkennen, ob die angegebenen Referenzen ernst zu nehmen sind oder nicht.“ Die nach einer solchen Prüfung für interessant und ernsthaft befundenen Bücher brauche man erst recht nicht zu lesen, weil sie mit Sicherheit in einem der jeweils zehnten Bücher, deren Lektüre man sich vorgenommen hat, besprochen, zitiert und kommentiert würden.
Es ist nicht ganz klar, in welche Kategorie Umberto Ecos und Jean-Claude Carrières Gesprächsbuch über die Freuden des Büchersammelns und -habens gehört; man liest es, wenn man sich einmal zur Lektüre entschlossen hat, mit Gewinn, schon weil ihm Einsichten wie die Theorie der Dezimierung und andere geistreiche Bemerkungen aus Ecos unerschöpflichem Fundus zu entnehmen sind. Ein leiser Zweifel am Genre des …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.12.2010

Löffelperfektion

Der Semiotiker Umberto Eco trifft den französischen Schriftsteller und Drehbuchautor Jean-Claude Carrière - und die Herren reden über ihre stattlichen Bibliotheken, ihre Liebe zum Buch, ihre Sammelleidenschaft, die mäßige Haltbarkeit von elektronischen Datenträgern und darüber, was mit den Büchern nach dem Tod ihrer Besitzer geschehen soll. Ein Gesprächsband also, ein Genre, zu dem man in Frankreich gern greift, hierzulande muss es schon der Papst sein, wenn die intellektuelle Causerie nicht in der Nische bleiben soll. Der Journalist Jean-Philippe de Tonnac hat die beiden bald achtzigjährigen Bibliophilen zusammengespannt und sich bemüht, einen Gesprächsfaden zu organisieren, was nicht durchgehend gelingt. Im Original kokettiert das Buch mit dem Titel "Glauben Sie nicht, Sie würden die Bücher los", im Deutschen wurde daraus die tapfere Fanfare "Die große Zukunft des Buches". Eco ist die gewichtigere Figur, er ist wie stets in Geberlaune, reiht Anekdote an Anekdote, spannt den Bogen weit und sagt doch immer wieder Dinge, die er seit Jahrzehnten sagt, etwa dass das Buch ähnlich perfekt wie ein Löffel sei. Und natürlich kennt …

Weiter lesen
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den "Premio Strega" (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden.
2011 wurde Umberto Eco mit dem "Premio Pavese" ausgezeichnet.


Leseprobe zu "Die große Zukunft des Buches"

Ouvertüre: Das Buch wird nicht sterben
JEAN-CLAUDE CARRIÈRE: Beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2008 hat man einen Futurologen nach den Ereignissen befragt, die seiner Meinung nach in den kommenden fünfzehn Jahren die Menschheit erschüttern werden, und er meinte, mit Sicherheit ließen sich nur vier grundlegende Dinge vorhersagen. Das erste sei ein Erdölpreis von 500 Dollar pro Barrel. Das zweite betreffe das Wasser, das im Begriff sei, ein kommerzielles Handelsgut zu werden wie Erdöl: Es werde dann einen Börsenkurs für Wasser geben. Die dritte Vorhersage war, dass Afrika in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit zur Wirtschaftsmacht aufsteigen werde, was sich ja alle wünschen...

Das vierte Ereignis ist diesem berufsmäßigen Propheten zufolge das Verschwinden des Buches. Die Frage ist also, ob der endgültige Untergang des Buches, wenn er denn wirklich stattfindet, für die Menschheit die gleichen Folgen haben wird wie beispielsweise die gezielte Wasserverknappung oder unzugängliches Erdöl.

UMBERTO ECO: Wird das Buch verschwinden, weil das Internet auf den Plan getreten ist? Ich habe schon vor gut zwanzig Jahren über dieses Thema geschrieben, als die Frage zum ersten Mal aufkam und wirklich relevant schien. Seitdem kann ich, wenn man mich um Äußerungen dazu bittet, nur immer wieder dasselbe sagen. Niemand merkt das, vor allem, weil nichts weniger gegenwärtig ist als etwas bereits Publiziertes, aber auch, weil die öffentliche Meinung (oder zumindest die Journalisten) stets diese fixe Idee hat, dass das Buch verschwinden werde (oder die Journalisten meinen, ihre Leser hätten diese fixe Idee), und so stellen alle unablässig immer wieder dieselbe Frage.

Eigentlich gibt es zu dem Thema recht wenig zu sagen. Durch das Internet sind wir ins Zeitalter des Alphabets zurückgekehrt. Wenn wir je geglaubt hatten, wir seien in eine Kultur des Bildes eingetreten, so führt uns der Computer wieder zurück in die Ära Gutenberg, und heutzutage sieht sich jedermann gezwungen zu lesen. Zum Lesen braucht man einen Datenträger. Der Computer allein kann dieser Träger nicht sein. Setzen Sie sich zwei Stunden an den Computer und lesen Sie einen Roman, und Sie bekommen Augen wie Tennisbälle. Ich habe zu Hause eine Polaroid-Brille, um die Augen vor den schädlichen Folgen längerer Bildschirmlektüre zu schützen. Außerdem ist der Computer auf Stromversorgung angewiesen, man kann ihn also nicht in der Badewanne lesen und auch nicht im Bett auf der Seite liegend.

Das Buch erweist sich da als weitaus flexibler. Entweder – oder: Entweder bleibt das Buch materieller Träger des Lesens, oder es wird etwas geben, das dem gleicht, was das Buch seit jeher war, schon vor der Erfindung des Buchdrucks. Die Entwicklungen rund um den Gegenstand Buch haben seit über fünfhundert Jahren weder an seiner Funktion noch an den Arten seiner Verwendung etwas Grundlegendes verändern können. Das Buch ist wie der Löffel, der Hammer, das Rad oder die Schere: Sind diese Dinge erst einmal erfunden, lässt sich Besseres nicht mehr machen. An einem Löffel gibt es nichts zu verbessern. Designer bemühen sich, zum Beispiel den Korkenzieher zu optimieren, mit recht bescheidenem Erfolg, und im Übrigen funktionieren die meisten dieser Dinger nicht. Philippe Starck hat bei der Zitronenpresse etwas Neues versucht, aber weil er die Reinheit der ästhetischen Form wahren wollte, hat sein Gerät keine Vorrichtung, um die Kerne zurückzuhalten. Das Buch hat sich vielfach bewährt, und es ist nicht abzusehen, wie man zum selben Zweck etwas Besseres schaffen könnte als eben das Buch. Vielleicht wird es sich in seinen Komponenten weiterentwickeln, vielleicht werden seine Seiten nicht mehr aus Papier sein. Aber es wird bleiben, was es ist.

2 Marktplatz-Angebote für "Die große Zukunft des Buches" ab EUR 8,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 8,00 1,10 PayPal, Banküberweisung Schauerfeld 100,0% ansehen
wie neu 9,65 1,50 Banküberweisung robo-buch 97,6% ansehen