Die große Verschwendung - Schömel, Wolfgang

Wolfgang Schömel 

Die große Verschwendung

Roman

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Die große Verschwendung

"Ein vergleichsweise kleines Arschloch" - Eine bitterböse Gesellschaftssatire "Die große Verschwendung" ist der entschlossene Blick hinter die Kulissen eines Politskandals, der uns merkwürdig bekannt vorkommt! Und ein so komischer wie berührender Roman über heftig kriselnde Männlichkeit und die hinterhältigen Verheißungen eines zweiten Frühlings.

Dr. Georg Glabrecht ist fünfzig und schwermütig, seine Ehe liegt seit Jahren in Agonie. Als grüner Wirtschaftssenator ist er ein virtuos sarkastischer Machtpragmatiker, der seine Untergebenen nur mit Kürzeln anspricht. Im Zusammenhang mit einem größenwahnsinnigen eventkulturellen Renommierprojekt - der Maritimen Erlebniswelt mit der Maritimen Oper - verliebt Glabrecht sich in die junge Mitarbeiterin eines zwielichtigen Investors, mit dem er als Politiker paktieren muss. Und auch privat spürt er mehr als deutlich die Verlockungen der internationalen Geldströme und der Angebote, die ihm von dort unterbreitet werden. Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis er gewaltig ins Straucheln gerät.


Produktinformation

  • Verlag: Klett-Cotta
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 239 S.
  • Seitenzahl: 239
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 136mm x 27mm
  • Gewicht: 405g
  • ISBN-13: 9783608939033
  • ISBN-10: 3608939032
  • Best.Nr.: 32475369
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.03.2011

Fratzen, Frauen und eitle Idioten
Wolfgang Schömel verrührt kulturpolitische Skandalgeschichten und Altherrenphantasien zu einem Kolportageroman
Was muss dieser Mann an seinem Arbeitsplatz leiden. Wolfgang Schömel arbeitet in der Hamburger Kulturbehörde als Referent für Literatur, und zwar seit 1989. In dieser Zeit muss Schömel ein geradezu hasserfülltes Verhältnis zur Politik entwickelt haben, denn sonst schreibt ein Angestellter, der um seinen Arbeitsplatz besorgt ist, nicht solch einen Kolportage-Roman. In „Die große Verschwendung“ gibt es keinen einzigen sympathischen Politiker, keine Entscheidung, die nicht von tiefstem Zynismus durchdrungen ist, kein Gewissen, nur Kalkül.
Völlig unverblümt vermischt Schömel einige kulturpolitische Skandalgeschichten der letzten Jahre aus Hamburg und Bremen (seinem Zweitwohnsitz) zu einem schrillen Abgesang auf die Politiker-Kaste: die peinlichen Possen der BILD-Journalistin Dana Horáková, die zwischen 2002 und 2004 Schömels Vorgesetzte als Kultursenatorin war, den Bremer Skandal um das absurde Space-Center, das – mit staatlichen Millionenbeträgen realisiert – und, kaum eröffnet, schon …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Einen tiefen Einblick in die äußerst peinliche Kulturpolitik der beiden hanseatischen Stadtstaaten hat Rezensent Jürgen Verdofsky dank Wolfgang Schömels "Die große Verschwendung" erhalten - auch wenn er ihn nicht als Schlüsselroman einordnen will.  Für den Rezensenten gerät das aber nicht zum Nachteil des Romans, denn so erfährt er nicht nur einiges über die zynisch-pragmatischen Machenschaften des Wirtschaftssenators der Bremer Grünen, der sein Projekt, die "Maritime Oper", dank "kreativem Wahrheitsmanagement" und dem "mimetischen Arschkriechen" meinungsloser Karrieristen durchsetzen kann, sondern amüsiert sich auch über die Frauengeschichten des von "Priapismus" getriebenen 50-Jährigen, der verzweifelt dem Alter zu entfliehen versucht. Verdofsky findet nicht nur Schömels Entlarvung der auf Marketing angelegten Sprache der Politik "brillant", er zeigt sich auch von dem "subtil" erzählten Prozess einer schleichenden "Ich-Auflösung" begeistert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.04.2011

Greise Kaffeefürsten, Parteigroupies und Günter Grass

Wolfgang Schömels Roman "Die große Verschwendung" ist politische Satire. Vor allem aber erzählt er vom Drama eines Mannes, der von romantischer Selbstverschwendung träumt - einsam und aufrichtig.

Ein Literaturförderer muss kein guter Schriftsteller sein, und wer über "Nietzsches heroischen Pessimismus" promoviert hat, muss nicht als aggressiver Kulturkritiker daherkommen. Wolfgang Schömel, seit mehr als zwanzig Jahren Literaturreferent im Hamburger Kulturamt, ist beides. Er kann erbarmungslos präzise beobachten, souverän und kühl bis erzählen; das und ein gewisser Selbsthass haben ihm eine - vorsichtig ausgedrückt - kritische Distanz zu seinem Geschäft bewahrt. Kulturpolitik ist für Schömel offenbar eine widerliche Veranstaltung, ein Schlachtfeld für eitle Tröpfe, schamlose Opportunisten, Quotenfrauen und Dummschwätzer.

Dr. Georg Glabrecht, grüner Wirtschaftssenator im Bremer Senat, bewegt sich wie ein Fisch in diesen trüben Gewässern und gehört doch nicht ganz dazu. Der ganze Betrieb geht ihm auf den Geist. Glabrecht hat für Vorgesetzte wie Untergebene nur Hohn und …

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"Nach der Reise durch Wolfgang Schömels Roman wähnt man sich in seinem Trotz gegen allzu große kulturpolitische Verdummung magisch gestärkt. Das ist was wert." -- Stuttgarter Zeitung, 9.3.2011<br/><br/>"Sein Roman ist dabei weit mehr als nur eine flott geschriebene Satire auf den Politik- und Verwaltungsbetrieb einer mutmaßlichen Hansestadt. Aufgeweicht von verschüttet geglaubten Gefühlen, kann Schömels Held anders als etwa Joschka Fischer die ihm zugewiesene Macht nicht nutzen - und kann sie zugleich nicht abschütteln." -- Welt am Sonntag Hamburg, 27.2.2011<br/><br/>"...ein cleverer Roman über kriselnde Männlichkeit und geltungssüchtige Metropolen." -- Christoph Twickel, Spiegel Online, 21.2.2011<br/><br/>"...eine schmerzend genaue Männlichkeitsstudie." -- Hamburger Abendblatt, 01.03.2011

"Nach der Reise durch Wolfgang Schömels Roman wähnt man sich in seinem Trotz gegen allzu große kulturpolitische Verdummung magisch gestärkt. Das ist was wert."Stuttgarter Zeitung, 9.3.2011"Sein Roman ist dabei weit mehr als nur eine flott geschriebene Satire auf den Politik- und Verwaltungsbetrieb einer mutmaßlichen Hansestadt. Aufgeweicht von verschüttet geglaubten Gefühlen, kann Schömels Held anders als etwa Joschka Fischer die ihm zugewiesene Macht nicht nutzen - und kann sie zugleich nicht abschütteln."Welt am Sonntag Hamburg, 27.2.2011"...ein cleverer Roman über kriselnde Männlichkeit und geltungssüchtige Metropolen."Christoph Twickel, Spiegel Online, 21.2.2011"...eine schmerzend genaue Männlichkeitsstudie."Hamburger Abendblatt, 01.03.2011

"Nach der Reise durch Wolfgang Schömels Roman wähnt man sich in seinem Trotz gegen allzu große kulturpolitische Verdummung magisch gestärkt. Das ist was wert." Stuttgarter Zeitung, 9.3.2011 "Sein Roman ist dabei weit mehr als nur eine flott geschriebene Satire auf den Politik- und Verwaltungsbetrieb einer mutmaßlichen Hansestadt. Aufgeweicht von verschüttet geglaubten Gefühlen, kann Schömels Held anders als etwa Joschka Fischer die ihm zugewiesene Macht nicht nutzen - und kann sie zugleich nicht abschütteln." Welt am Sonntag Hamburg, 27.2.2011 "...ein cleverer Roman über kriselnde Männlichkeit und geltungssüchtige Metropolen." Christoph Twickel, Spiegel Online, 21.2.2011 "...eine schmerzend genaue Männlichkeitsstudie." Hamburger Abendblatt, 01.03.2011
Wolfgang Schömel, geboren 1952 in Bad Kreuznach, studierte Literatur und Philosophie in Mainz und Bremen. Er veröffentlichte Arbeiten u. a. über den heroischen Pessimismus, über Nietzsche und Ingeborg Bachmann. Literarische Arbeiten im "Merkur", in der "Krachkultur" und der Frankfurter Rundschau.

Schömel ist seit 1989 Hamburger Literaturreferent, seit 1992 Mitherausgeber des literarischen Jahrbuchs "Hamburger Ziegel".

Für die Titelgeschichte von Die Reinheit des Augenblicks erhielt Schömel den Georg-K.-Glaser-Preis 2003.

2005 hat er den Preis "Buch des Jahres" erhalten, der vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Rheinland-Pfalz vergeben wird.

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