Es geht hier um die Faszination, die der architektonische Raum und
die architektonische Gestaltung auf uns ausüben. In der gebauten
Welt erschliesst sich etwas vom Wesen des menschlichen
In-der-Welt-Seins, seiner Geschichtlichkeit und
seinerMöglichkeiten. Das architektonische Kunstwerk wenn wir es
betreten, ihm gegenüber stehen, es umschreiten lässt uns in einer
intensiveren Weise da sein. Es offenbart uns etwas über die
Räumlichkeit der menschlichen Natur. Zum Leben der Architektur
gehört aber auch: das Spiel von Licht und Schatten, der Rhythmus
von Tag und Nacht, in dem sie sich verändert, und das Leben der
Menschen auf den Strassen und Plätzen.Die Psychologie der
Architektur hat es also nicht nur mit subjektivem Erleben zu tun,
sondern zugleich mit der Art, wie das Bauwerk im Zusammenspiel mit
der Natur sich selbst uns darbietet, uns einen Raum zum Sein
schafft. Von besonderer Faszination ist dabei das Wesen der
Baustile ihre Entfaltung und ihr Wandel, in dem sich menschliche
Existenz verwirklicht wobei sie das Leben und die Zeit des
Einzelnen weit überschreiten. Wesentlich für das psychologische
Verständnis der Architektur ist vor allem das Sehen. Darum enthält
das Buch etwa 200 Abbildungen, die in dem Text ausgelegt werden.
Detlev von Uslar, seit 1967 Professor für Psychologie und deren philosophische Grundlagen an der Universität Zürich. Bei Königshausen & Neumann sind von ihm erschienen: Was ist Seele? (1999). Tagebuch des Unbewussten. Abenteuer im Reich der Träume (2003). Traum und Begegnung. Das Spiel der Übertragung in der Geschichte der Beziehungen (2004). Leib, Welt, Seele. Höhepunkte in der Geschichte der Philosophischen Psychologie. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (2005). Traum als Ereignis. Psychologie der Trauminhalte und Traumsymbole (2009)
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