Die ganze Zeit - Egger, Oswald

Oswald Egger 

Die ganze Zeit

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Die ganze Zeit

"Was tue ich eigentlich die ganze Zeit, während ich denke, daß ich spreche?" "Soll (will und kann) ich die Dinge mit den Augen derer sehen, die sie selber nicht mehr sehen oder noch nicht?" - Die elfunddreißig Ichs, welche in Oswald Eggers lyrischem Roman wie augenblicklich umgehende Schelmwesen toben, verflüchtigen sich in etwas, was - seit Augustinus - die ganze Zeit verheißt: Aufmerksamkeit, Erwartung und Erinnerung in einem. Die Jetzt-Sätze der Erzählung springen feixend ineinander: Gnome, Habergeißen und anderes Wolkengetier erringen fabelhaftes Eigenleben und hüpfen von der Maskenbühne tolldreist ins Parterre der Ungereimtheit. Sie führen dort ungeheure, verblichene, oft schroffe Szenerien einer bald abenteuerlichen, bald wilden Jagd nach Vergeblichem auf, wobei gilt: Zeit ist Welt. Oswald Egger erbrachte in Diskrete Stetigkeit den "Nachweis, daß man über poetische Prinzipien und Muster verstörender, frischer, befreiter denken kann als so, daß es eben wieder zu den üblichen Gedichten führt" (Jörg Drews). Jetzt bringt Die ganze Zeit das Denken und die Genres in Bewegung: 800 wortdichte, einnehmende, mit sprachlichem Aplomb vom Autor typografisch gestaltete Seiten. Welche Welt!

Was tue ich eigentlich die ganze Zeit, während ich denke, daß ich spreche? Soll (will und kann) ich die Dinge mit den Augen derer sehen, die sie selber nicht mehr sehen oder noch nicht? Die elfunddreißig Ichs, welche in Oswald Eggers lyrischem Roman wie augenblicklich umgehende Schelmwesen toben, verflüchtigen sich in etwas, was seit Augustinus die ganze Zeit verheißt: Aufmerksamkeit, Erwartung und Erinnerung in einem. Die Jetzt-Sätze der Erzählung springen feixend ineinander: Gnome, Habergeißen und anderes Wolkengetier erringen fabelhaftes Eigenleben und hüpfen von der Maskenbühne tolldreist ins Parterre der Ungereimtheit. Sie führen dort ungeheure, verblichene, oft schroffe Szenerien einer bald abenteuerlichen, bald wilden Jagd nach Vergeblichem auf, wobei gilt: Zeit ist Welt.
Oswald Egger erbrachte in Diskrete Stetigkeit den Nachweis, daß man über poetische Prinzipien und Muster verstörender, frischer, befreiter denken kann als so, daß es eben wieder zu den üblichen Gedichten führt (Jörg Drews). Jetzt bringt Die ganze Zeit das Denken und die Genres in Bewegung: 800 wortdichte, einnehmende, mit sprachlichem Aplomb vom Autor typografisch gestaltete Seiten. Welche Welt!


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 800 S.
  • Seitenzahl: 738
  • Best.Nr. des Verlages: 42133
  • Deutsch
  • Abmessung: 247mm x 182mm x 46mm
  • Gewicht: 1198g
  • ISBN-13: 9783518421338
  • ISBN-10: 3518421336
  • Best.Nr.: 27935480

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Ja, wenn Oswald Egger diese ganze Zeit doch nur abzubilden gelungen wäre! Burkhard Müller hätte den Autor in die Arme geschlossen. Denn was Egger in seinen im Band enthaltenen Zeichnungen gelingt, eine Summe zu bilden aus Sorgfalt und Fantastik und so unbedingte Konkretion zu schaffen, wie Müller erläutert, das gelingt ihm mit seinen Texten ganz offenbar nicht. Wo immer Müller den Band aufschlägt, fühlt er sich genötigt, sich das Unmögliche vorzustellen. Resultat: des Rezensenten Imagination macht schlapp, kapituliert einfach angesichts der schieren Menge an ausgedachten Beschreibungen, an Wortschatzdehnungen und an den Seitenrand gestellten zusätzlichen Text-Clustern. Bei aller Originalität, meint Müller, das Gedicht, zu dem dies alles hätte werden sollen, liefert Egger nicht. Der Rezensent aber fühlt sich nicht nur um dies betrogen, sondern auch grenzenlos überfordert.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.07.2010

Wirbel um Schlafmittel im Buchhandel

rik. BERLIN, 28. Juli. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat Pläne des Gesundheitsministeriums zurückgewiesen, den Verkauf bestimmter Schlafmittel über den Sortimentsbuchhandel auch offiziell freizugeben. Wie ein Sprecher der ABDA gestern in Berlin mitteilte, sehen die Verbandsmitglieder die Gesetzesnovelle zur Freigabe von schweren Hypnotica als weiteren Schlag gegen die qualifizierte Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. "Nur der Fachhandel garantiert eine kompetente Beratung", so die ABDA. Selbst erfahrene Buchhändler wüssten oft nicht, welche Risiken die von ihnen immer häufiger angebotenen Nebenprodukte beinhalteten.

Anlass des jüngsten Streits ist der umstrittene Vertrieb eines gerade erschienenen, hochwirksamen Produkts der neueingerichteten Suhrkamp-Pharma-Sparte über den stationären Buchhandel: "Die ganze Zeit" heißt das von dem Südtiroler Experimentalautor Oswald Egger in Zusammenarbeit mit der alchemistischen Forschungsabteilung des Suhrkamp-Lektorats entwickelte Schlafmittel auf säure- und humorfreier Papier-Prosa-Basis. Neben dem innovativen, mehrspaltigen Layout und …

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"Silben, Wörter, Rhythmen, variantenreich kombiniert, verbinden sich immer neu. Man betritt mit diesem Opus magnum ein flexibles Universum. Die Prosa hat ihren eigenen Puls, etwas Strömendes manchmal, einen atmenden Raum. Oswald Egger erschliesst sprachliches Neuland wie einst die Romantiker. Wie sie liebt er urtümliche Lautungen. Er ist ihnen auf ganz moderne Weise verwandt."<br />Beatrice van Matt Neue Zürcher Zeitung

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.04.2011

Zwei Uhus, und warum sie auf Zedern weinen
Besser groß gescheitert als gelungenes Mittelmaß geliefert: Oswald Egger will in seinem Buch „Die ganze Zeit“ etwas Unmögliches
Was als erstes ins Auge springt, wenn man in diesem schweren, schön gemachten, eigenwilligen Buch blättert, das sind die Zeichnungen. Mit größter Sorgfalt scheint ihr Gestrichel Gegenstände wiederzugeben, die irgendwie dem Bereich der Botanik oder eines untergegangenen Handwerks zugehören, nicht allzu groß, aus einem harten, aber bildsamen Stoff gefertigt, von einem schlichten Grundmodell her zu hoher Komplexität getrieben. An verholzte Fruchthülsen erinnern sie, an jene Futterale, die zurückbleiben, nachdem man Paranüsse oder Sternanis daraus entfernt hat. Aber man könnte beim besten Willen nicht sagen, was man hier sieht; es sind Produkte einer ebenso präzisen wie fantastischen Konkretion. Hier hat der Stift etwas geschaffen, das Anspruch erhebt, daraufhin unwiderruflich in der Welt zu sein.
Wenn man diese Grafiken eine Zeitlang auf sich hat wirken lassen, ist man vorbereitet auf die Texte, die ihnen Oswald Egger beigegeben hat. Denn mit seinen Wörtern und Worten verfolgt …

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»So raunt der Text und entfaltet trotz aller hermetischen Schwere dennoch einen Sog, dem der Leser sich zumindest eine Weile überlassen kann. Der Grund dafür dürfte sein, dass diese komplexen Sprachgebilde einer inneren Zwangsläufigkeit folgen. Selbst Wortneuschöpfungen und ›Nicht-Worte‹, also sinnfreie Vokabeln, passen sich ein in den lyrischen Strom. So liest man, versteht und versteht doch nicht.«
Oswald Egger, geb. 1963 in Lana/Südtirol, 1992 Abschluß an der Universität Wien mit einer Poetik des Hermetischen (»Wort für Wort«).
1988-1998 war er Herausgeber der Zeitschrift Der Prokurist sowie der edition per procura, 1986-1995 Veranstalter der »Kulturtage Lana«.
Von Oswald Egger wurden Gedichte ins Französische, ins Amerikanische, Ungarische, Niederländische, Slowenische, Schwedische und Arabische übersetzt. Oswald Egger macht - neben Lesungen und Performances mit Aufführungscharakter - auch Ausstellungen und Künstlerbücher und hält freie, stegreif offene Reden.
2006 erhielt er den Christian-Wagner-Preis, 2010 wird ihm der Oskar-Pastior-Preis verliehen.
Oswald Egger lebt in Wien.

Kundenbewertungen zu "Die ganze Zeit" von "Oswald Egger"

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Bewertung von nina aus nürnberg am 27.05.2010 ***** ausgezeichnet
Ich verspreche: ich erhalte die "Spannung für andere Leser" und verrate "keine entscheidenden Informationen über die Handlung" (ich zitiere hier und im Folgenden die Regeln für Kommentatoren auf dieser Plattform). Nur so viel sei gesagt: da ich selten ein Buch gelesen habe, das so frei von jeglicher "Handlung" ist - was der "Spannung" naturgemäß sehr gut tut - möchte ich "sachlich" und unter "Verzicht auf jede Art von Werbung" meine Empfehlungen für dieses neue Werk aussprechen. Am liebsten täte ich es "Die ganze Zeit", wenn diese emphatische "Handlung" dann nicht letztlich als "Werbung" bewertet würde.

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