Die falsche Fährte / Kurt Wallander Bd.6 - Mankell, Henning

Henning Mankell 

Die falsche Fährte / Kurt Wallander Bd.6

Kriminalroman

Aus d. Schwed. v. Wolfgang Butt
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Die falsche Fährte / Kurt Wallander Bd.6

Ein Serienkiller, der mit Indianermaske mordet. Wallanders sechster Fall

Der Selbstmord eines jungen Mädchens ist nur der Auftakt zu einer dramatischen Jagd nach einem Serienkiller, der in der Maske eines Indianers tötet. Wallander steht vor einer der kompliziertesten Ermittlungen seiner Laufbahn: Welche Verbindung gibt es zwischen den Opfern, einem pensionierten Justizminister, einem bekannten Kunsthändler, einem kleinen Hehler und einem Finanzhai? Warum hat der Täter sie alle auf so grausame Weise ermordet? Schon bald stellt sich heraus: Nicht nur der Mörder agiert mit erschreckender Kaltblütigkeit, sondern auch die ermordeten Männer haben entsetzliche Verbrechen begangen - ein alptraumhaftes Szenario. Und Wallander ahnt weder, welche Rolle er selbst in den rituellen Handlungen des Mörders spielt, noch welches Entsetzen ihn mit der Enthüllung von dessen Identität erwartet. Tief im Innern weiß Wallander, daß es eine Verbindung zwischen der Selbstverbrennung des jungen Mädchens und einer kranken Täterseele gibt.

Wallanders sechster Fall


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 506 S.
  • Seitenzahl: 506
  • dtv Taschenbücher Bd.21216
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 121mm x 31mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783423212168
  • ISBN-10: 3423212160
  • Best.Nr.: 28022374
"Wallander löst alle Fälle. Auch wenn er dafür in die Kloaken menschlicher Seelen abtauchen muß. Das macht er atemberaubend und zum Einigeln spannend."<br />Journal für die Frau <br />

»Wieder zeigt Henning Mankell sein Talent, Spannung aufzubauen.« Victoria Rieckhoff, Ostsee-Zeitung 01.03.2012

»Die Aufklärung dieses Falls hat nichts zu tun mit Aufklärung in einem weitläufigeren Sinn - sie ist voll Grauen und Finsternissen. Kurt Wallander hat recht, wenn er seufzt: >Jetzt haben wir also die Gewißheit, von der wir alle gehofft haben, sie bliebe uns erspart.<« Werner Burkhardt in der >Süddeutschen Zeitung<
Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen schwedischen Schriftsteller. Er lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik. Mit Kurt Wallander schuf er einen der weltweit beliebtesten Kommissare. Seine Taschenbücher erscheinen bei dtv.

Leseprobe zu "Die falsche Fährte / Kurt Wallander Bd.6"

PROLOG
Kurz vor der Morgendämmerung erwachte Pedro Santana davon, daß diePetroleumlampe angefangen hatte zu blaken.

... Als er die Augen aufschlug, wußte er zuerst nicht, wo er war. Er war aus einem Traum gerissen worden, den er nicht verlieren wollte. Er hatte sich durch eine sonderbare Felslandschaft bewegt, wo die Luft sehr dünn war und er das Gefühl hatte, daß alle Erinnerungen im Begriff waren, ihn zu verlassen. Die blakende Petroleumlampe war als der entfernte Geruch vonvulkanischer Asche in sein Bewußtsein gedrungen. Aber plötzlich war auch noch etwas anderes da: ein Laut von einem gepeinigten, keuchenden Menschen. Da war der Traum geborsten, und er mußte wieder in den dunklen Raum zurückkehren, in dem er jetzt schon sechs Tage und Nächte verbracht hatte, ohne mehr als dann und wann ein paar Minuten zu schlafen.

... Die Petroleumlampe war erloschen. Um ihn her war nichts als Dunkelheit. Er saß vollkommen reglos. Die Nacht war sehr warm. Das Hemd klebte an seinem verschwitzten Körper. Er merkte, daß er roch. Es war lange her, daß er die Energie aufgebracht hatte, sich zu waschen.

... Dann hörte er das Keuchen wieder. Er erhob sich vorsichtig vom Erdboden und tastete mit den Händen nach dem Plastikkanister mit Petroleum, der an der Tür stehen mußte. Es hatte geregnet, während er schlief, dachte er, als er sich im Dunkeln vortastete. Der Boden unter seinen Füßen war feucht. Von weitem hörte er einen Hahn krähen. Er wußte, daß es der Hahn von Ramirez war. Er war immer der erste Hahn im Dorf, der vor der Morgendämmerungkrähte. Der Hahn war wie ein ungeduldiger Mensch. Ein Mensch wie die, die in der Stadt lebten, die ständig so viel zu tun zu haben glaubten, daß sie nie für etwas anderes Zeit hatten als für die Pflege ihrer eigenen Eile.
Es war nicht wie hier im Dorf, wo alles so langsam ging, wie das Leben eigentlich war. Warum sollten die Menschen laufen, wenn die Pflanzen, von denen sie lebten, so langsam wuchsen?

... Seine Hand stieß an den Petroleumkanister. Er zog den Stofflappen heraus, der in der Öffnung steckte, und wandte sich um. Das Keuchen, das ihn in der Dunkelheit umgab, wurde immer unregelmäßiger. Er fand die Lampe, zog den Korken heraus und füllte vorsichtig Petroleum ein. Zugleich versuchte er sich zu erinnern, wo er die Streichhölzer hingelegt hatte. Die Schachtel warfast leer, fiel ihm ein. Aber es müßten noch zwei oder drei Streichhölzer dasein. Er stellte den Plastikkanister ab und tastete mit den Händen über den Fußboden. Fast sofort stieg er gegen die Streichholzschachtel. Er riß ein Streichholz an, zog den Glaszylinder hoch und sah, wie der Docht zu brennen begann.

... Dann drehte er sich um. Er tat es voller Furcht, weil er das, was ihn erwartete, nicht sehen wollte.

Leseprobe zu "Die falsche Fährte / Kurt Wallander Bd.6"

20 (S. 233-234)

Der Mann, der die Persenning anhob, schrie auf.
Dann lief er davon.
Einer der Fahrkartenverkäufer stand vor dem Bahnhof und rauchte. Es war ein paar Minuten vor sieben am Morgen des 29. Juni. Der Tag würde sehr warm werden. Der Fahrkartenverkäufer wurde aus seinen Gedanken gerissen, die gerade weniger den Fahrkarten galten, die er im Laufe des Tages verkaufen würde, als der Griechenlandreise, die er in ein paar Tagen antreten wollte. Er wandte sich um, als er den Schrei hörte, und sah, wie der Mann die Persenning fallen ließ und davonlief. Das Ganze wirkte unwirklich, als handele es sich um die Einspielung einer Filmszene, doch er konnte nirgendwo eine Kamera entdecken. Der Mann war zum Fährterminal gelaufen. Der Fahrkartenverkäufer warf die Zigarettenkippe fort und ging zur Grube, über der die Persenning lag. Erst als es bereits zu spät war, kam ihm der Gedanke, daß ihn etwas Schreckliches erwarten konnte. Aber da stand er schon mit der Plane in der Hand da und konnte in der Bewegung nicht mehr innehalten. Er starrte auf einen blutigen Kopf. Er ließ die Plane los, als habe er sich daran verbrannt, und lief ins Bahnhofsgebäude, stolperte über ein paar Koffer, die ein früher Reisender nach Simrishamn nachlässig abgestellt hatte, und riß eins der Telefone im Büro des Stationsvorstehers an sich.

Der Alarm über die Notrufnummer 90 000 erreichte die Polizei in Ystad um vier Minuten nach sieben. Svedberg, der an diesem Morgen ungewöhnlich früh zur Arbeit erschienen war, wurde hinzugerufen und nahm das Gespräch an.Als er den verwirrten Fahrkartenverkäufer von einem blutigen Kopf reden hörte, wurde ihm eiskalt. Mit zitternder Hand schrieb er ein einziges Wort auf, Bahnhof, und beendete das Gespräch. Zweimal drückte er danach die falschen Knöpfe und mußte wieder von vorn anfangen,bis es ihm endlich gelang, zu Wallander durchzukommen. Als er sich meldete, war Wallander noch völlig verschlafen, obwohl er es sofort abstritt.

»Ich glaube, jetzt ist es wieder passiert«, sagte Svedberg.
Einige Sekunden lang begriff Wallander nicht, was Svedberg meinte, obwohl er jedesmal, wenn das Telefon klingelte, sei es zu Hause oder im Präsidium, früh oder spät, genau das befürchtet hatte. Aber als es jetzt eintraf, reagierte er einen Augenblick lang nur mit Verwunderung. Oder war es der verzweifelte und von Anfang an zum Scheitern verurteilte Versuch, dem Ganzen zu entkommen?

Dann begriff er. Es war einer jener Augenblicke, in denen er sofort wußte, daß er etwas erlebte, was er nie vergessen würde.Wie seinen eigenen Tod zu ahnen, fuhr es ihm durch den Kopf. Ein Augenblick, in dem es nicht mehr möglich war, vor irgend etwas die Augen zu verschließen oder davonzulaufen. Ich glaube, jetzt ist es wieder passiert. Es war wieder passiert. Er fühlte sich wie eine Aufziehpuppe. Svedbergs stammelnde Worte waren wie Hände, die den Polizistenschlüssel, der ihm im Rücken steckte, umdrehten.

Kundenbewertungen zu "Die falsche Fährte / Kurt Wallander Bd.6"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von kerstin aus Bad Honnef am 23.06.2010 ***** ausgezeichnet
Der Roman "Die falsche Fährte" ist das fünfte Buch von Henning Mankell über seine berühmten Wallander-Fälle. Mankell schreibt die Handlung so, dass sich seine Leser gut in den Fall hineinversetzen können. Durch seine Einschübe, die von Zeit zur Zeit kommen und aus der Täterperspektive geschrieben sind, können die Leser erfahren, aus welchen Gründen der Täter die vier Männer mittleren Alters grausam erstach. Er will sich für die Situation seiner Schwester an den Männern rächen, die ihr ein solches Leid zugefügt haben.
Der Roman ist sehr gut geschrieben. Man kann sich in die Lebenssituation des Kommisars hineinversetzen und die spannende Aufklärung verfolgen.
Ich habe diesen Roman mit großer Spannung gelesen.

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Bewertung von Lola aus Gebesee am 21.05.2010 ***** sehr gut
Es geht um Komissar Wallander, der hier seinen achten Fall löst. Der Selbstmord eines Mädchens führt Wallander auf die Spur eines Serienkillers.
Es ist ein gutes Buch, weil es spannend und aufschlussreich ist. Ich würde es weiterempfehlen.

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