Poggio Bracciolini (1380 - 1459) war ein Renaissancemensch reinsten
Wassers. Als Europareisender, Zeuge archäologischer Ausgrabungen,
Historiker, Übersetzer und Sammler trug er ein Arsenal von
Begebenheiten und Anschauungen zusammen, die ihn als einen der
geistreichsten Schriftsteller seiner Zeit ausweisen. In den
Facezien, dieser wundervollen Sammlung von Späßen, Schwänken,
Anekdoten und Wunderberichten, mit der ihm der große Spott über die
Sittenlosigkeit, Habgier und Unwissenheit seiner klerikal geprägten
Zeit gelang, bestätigte Poggio seinen unabhängigen, unbestechlichen
Charakter, der ihn stets das aussprechen ließ, was er dachte.
Die frivole Erzählkunst Poggios hat bis zum heutigen Tag an
literarischem Reiz nichts eingebüßt. Mit den Facezien setzt der
Verlag seine kleine illustrierte Reihe fort, die er mit der Ausgabe
Das Buch Hiob begonnen hat und die im handlichen Format
altmeisterliche Buchkunsttradition und moderne Inszenierungskunst
miteinander verbindet und auch in der Folge "Kleinodien der
Weltliteratur" illuminieren will.
Werner Klemke, geboren 1917, war Zeichner, Graphiker, und Typograph. Vielfach Auszeichnungen seiner Illustrationen, Plakate und Titelblätter in Magazinen und Zeitschriften.Er war Professor für Buchgraphik und Typographie in Berlin, Gutenbergpreisträger, Mitglied mehrerer europäischen Akademien. Der Künstler verstarb 1994.
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