Die Eroberung Konstantinopels durch das Kreuzfahrerheer 1204
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Geschichte Europa -
and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit, einseitig bedruckt, Note:
1,3, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Historisches Seminar),
Veranstaltung: Baudolino - von Friedrich I. Barbarossa zum 4.
Kreuzzug, Sprache: Deutsch, Abstract: "Wie verstreute Schafe
trieben sie sie durch alle Straßen der Stadt; flohen sie doch in so
großer Menge, daß ihnen selbst die geräumige Breite der Straße kaum
zur Flucht zu genügen vermochte." Wer würde bei dieser
Schilderung des Chronisten Gunther von Pairis denken, dass es sich,
im Rahmen eines ,Kreuzzuges', um einen Übergriff von Christen
auf Gleichgläubige handeln würde?Über ein Treffen zwischen dem
Patriarchen Bartholomäus I. von Konstantinopel und Papst Johannes
Paul II. im Juli 2004 wird berichtet, dass das katholische
Kirchenoberhaupt "die Plünderung Konstantinopels, bei der von
Kreuzfahrern im April 1204 ,Blut von Glaubensbrüdern'
vergossen" wurde, erneut verurteilte.Gerade mal 108 Jahre vor
diesem Angriff forderte Papst Urban II., auf Bitten des damaligen
byzantinischen Kaisers Alexius I. Comnenus, seine Untertanen dazu
auf, den Glaubensbrüdern der Ostkirche im Kampf gegen die
türkischen Heere, die bereits vor den Toren der kaiserlichen Stadt
standen, Hilfe zu leisten.Auch der vierte Kreuzzug, zu dem Papst
Innozenz III. aufrief, hätte eigentlich nach Ägypten oder Palästina
führen sollen, endete letztlich jedoch mit der Eroberung des
christlichen byzantinischen Reiches und seiner Hauptstadt
Konstantinopel sowie der Errichtung eines Lateinischen
Kaiserreichs. Erstmalig seit 900 Jahren wurde die Stadt des Kaisers
Konstantin von feindlichen Truppen gestürmt und besetzt, und das
ausgerechnet von einem christlichen Heer!Versteht man unter einem
Kreuzzug einen Kriegszug, der von christlichen Kämpfern zur
Befreiung des Heiligen Landes und speziell der Stadt Jerusalem
unternommen wird, zur Beendigung dortiger nicht-christlicher,
konkret muslimischer Herrschaft, so kann man vom vierten Kreuzzug
ohne Zweifel von einer Abirrung sprechen. Das Kreuzfahrerheer
gelangte nicht einmal annähernd in die Nähe seines offiziellen
Zieles. Stattdessen "verwüsteten die christlichen
Jerusalempilger in einer beispiellosen dreitägigen
Plünderungsaktion die mit antikem und mittelalterlichem Kulturgut
angefüllte Stadt" und stellten das Blutbad von Jerusalem von
1099 noch in den Schatten. In dieser Arbeit soll der Frage
nachgegangen werden, wie es soweit kommen konnte, und welche
Faktoren zu dieser Abkehr vom Ursprungsziel geführt haben.
Wie verstreute Schafe trieben sie sie durch alle Straßen der Stadt;
flohen sie doch in so großer Menge, daß ihnen selbst die geräumige
Breite der Straße kaum zur Flucht zu genügen vermochte. Wer würde
bei dieser Schilderung des Chronisten Gunther von Pairis denken,
dass es sich, im Rahmen eines Kreuzzuges , um einen Übergriff von
Christen auf Gleichgläubige handeln würde?
Über ein Treffen zwischen dem Patriarchen Bartholomäus I. von
Konstantinopel und Papst Johannes Paul II. im Juli 2004 wird
berichtet, dass das katholische Kirchenoberhaupt die Plünderung
Konstantinopels, bei der von Kreuzfahrern im April 1204 Blut von
Glaubensbrüdern vergossen wurde, erneut verurteilte.
Gerade mal 108 Jahre vor diesem Angriff forderte Papst Urban II.,
auf Bitten des damaligen byzantinischen Kaisers Alexius I.
Comnenus, seine Untertanen dazu auf, den Glaubensbrüdern der
Ostkirche im Kampf gegen die türkischen Heere, die bereits vor den
Toren der kaiserlichen Stadt standen, Hilfe zu leisten.
Auch der vierte Kreuzzug, zu dem Papst Innozenz III. aufrief, hätte
eigentlich nach Ägypten oder Palästina führen sollen, endete
letztlich jedoch mit der Eroberung des christlichen byzantinischen
Reiches und seiner Hauptstadt Konstantinopel sowie der Errichtung
eines Lateinischen Kaiserreichs. Erstmalig seit 900 Jahren wurde
die Stadt des Kaisers Konstantin von feindlichen Truppen gestürmt
und besetzt, und das ausgerechnet von einem christlichen
Heer!
Versteht man unter einem Kreuzzug einen Kriegszug, der von
christlichen Kämpfern zur Befreiung des Heiligen Landes und
speziell der Stadt Jerusalem unternommen wird, zur Beendigung
dortiger nicht-christlicher, konkret muslimischer Herrschaft, so
kann man vom vierten Kreuzzug ohne Zweifel von einer Abirrung
sprechen. Das Kreuzfahrerheer gelangte nicht einmal annähernd in
die Nähe seines offiziellen Zieles. Stattdessen verwüsteten die
christlichen Jerusalempilger in einer beispiellosen dreitägigen
Plünderungsaktion die mit antikem und mittelalterlichem Kulturgut
angefüllte Stadt und stellten das Blutbad von Jerusalem von 1099
noch in den Schatten. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen
werden, wie es soweit kommen konnte, und welche Faktoren zu dieser
Abkehr vom Ursprungsziel geführt haben.
Ulrich Ackermann, geb. 1947, lebt in Konolfingen/Kanton Bern in der Schweiz. Der gelernte Fotograf mit Schwerpunkt Natur- und Landschaftsfotografie veröffentlichte zahlreiche Fotoreportagen in internationalen Magazinen, mehrere Kalender und Bildbände. Seine innovative vertikale Panorama-Sichtweise findet auch international Beachtung.
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