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Die Erfindung des jüdischen Volkes
Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand
Übersetzer: Meroz, Alice
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Propyläen
- 2010
- Ausstattung/Bilder: 2010. 505 S.
- Seitenzahl: 512
- Deutsch
- Abmessung: 221mm x 150mm x 46mm
- Gewicht: 784g
- ISBN-13: 9783549073766
- ISBN-10: 3549073763
- Best.Nr.: 28002331
Leseprobe
Produktbeschreibung zu "Die Erfindung des jüdischen Volkes"
Kurzbeschreibung
Gibt es ein jüdisches Volk? Nein, sagt der israelische Historiker Shlomo Sand und stellt damit den Gründungsmythos Israels radikal in Frage. Vertreibung durch die Römer? Exodus? Rückkehr nach 2000 Jahren ins Land der Väter? Alles Erfindungen europäischer Zionisten im 19. Jahrhundert, schreibt Sand in seinem aufsehenerregenden Buch, das in Israel und Frankreich zum Bestseller wurde und heftige Kontroversen ausgelöst hat.
Beschreibung
Leseprobe zu "Die Erfindung des jüdischen Volkes" von Shlomo Sand
Detailinfo
20.01.2011
Treu in allen Ländern der Zerstreuung
Die Sehnsucht nach eigener Ethnizität: Shlomo Sands Buch "Die
Erfindung des jüdischen Volkes" schwankt zwischen Wissenschaft
und Pamphlet.
Die Geschichte des jüdischen Volkes ist ebenso einzigartig wie
lückenhaft. Die bis heute letztlich ungelöste Frage, was aus jenen
"Urjuden" wurde, die einst das Heilige Land bewohnten,
ist mit einer weiteren Frage verwoben, auf die es in der
Wissenschaft ebenfalls keine eindeutige Antwort gibt: Wessen
Nachkommen sind all jene Diasporajuden, von denen sich viele im
zwanzigsten Jahrhundert im britisch beherrschten Palästina und nach
1948 in Israel niedergelassen haben? Der Tel Aviver Historiker
Shlomo Sand hat sich dieser Fragen nicht nur deshalb angenommen,
weil er die Antworten des zionistischen Establishments in Israel
für historisch falsch hält. Er lehnt sie ausdrücklich als Ergebnis
einer gezielten Geschichtsklitterung ab, mit der der Anspruch
sämtlicher Juden in der Welt auf Eretz Israel legitimiert werden
solle.
So ist in Israels Unabhängigkeitserklärung zu lesen: "Nachdem
das (jüdische) Volk aus seinem Land gewaltsam ins Exil vertrieben
worden war, blieb …
31.07.2010
Sachbücher des
Monats Juli
Empfohlen werden nach einer monatlicherstellten Rangliste Bücherder Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. SHLOMO SAND:Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand. Propyläen Verlag, 512 Seiten, 24,95 Euro.
2. CHRISTIAN MEIER: Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns. Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit. Siedler Verlag, 159 Seiten, 14,95 Euro.
3. SAMUEL D. KASSOW:Ringelblums Vermächtnis. Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos. Übersetzt von Karl Heinz Siber. Rowohlt Verlag, 752 Seiten, 39,95 Euro.
4. ECKART KLESSMANN:Goethe und seine lieben Deutschen: Ansichten einer schwierigen Beziehung. Eichborn Verlag (Die Andere Bibliothek), 312 Seiten, 32 Euro.
5. HARRY GRAF KESSLER: Das Tagebuch 1880-1937. Band 9: 1926-1937, herausgegeben von Sabine Gruber und Ulrich Ott, unter Mitarbeit von Christoph Hilse und Nadin Weiß. Veröffentlichungen der Deutschen Schillergesellschaft, 50.9, Verlag Klett Cotta, 1084 Seiten, 63 Euro.
6.-8. FRED GRIMM (Hrsg.): „Wir wollen eine andere …
Kundenbewertungen zu "Die Erfindung des jüdischen Volkes" von "Shlomo Sand"
Bewertung von h.lauterbacher@gmx.de aus Berlin am 05.09.2011
Siehe auch die inzwischen vorliegende Auflage in deutscher Sprache.
Hartmut Lauterbacher, Berlin
Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 05.05.2010
So widmet der Autor sein Buch allen Flüchtlingen die das Land erreichten, und all jenen, die es verlassen mussten. Allein diese Widmung macht bereits den mächtigen Spannungsbogen spürbar in dem wir uns befinden wenn wir auf die über 3000 - jährige Geschichte des Judentums schauen.
Zu Beginn klärt der Autor Begriffe wie Nation und Mythos. Er ist dicht an der Bibel und an Gott und verwundert mich mit revolutionären Gedanken, mit denen er sicher bei vielen nicht gut ankommt. "Ich halte die Juden nicht für ein Volk, denn der heutige Gebrauch des Begriffes zielt auf eine Gruppe von Menschen ab, die ein bestimmtes Territorium bewohnt, auf dem sich eine bestimmte Alltagskultur entwickelt hat . . ." so schreibt der Autor und sieht dies im vorliegenden Falle als nicht gegeben an.
Es kommt noch provokativer. Sand stellt in keiner Zeile seines Buches das Existenzrecht des Staates Israel in Frage, aber den Alleinanspruch auf das Gelobte Land schon. Er bezeichnet die Juden als religiöse Gemeinschaft, keinesfalls als ethnische Gemeinschaft. Das birgt Konflikte in sich. Aber Shlomo Sand steht nicht allein mit seiner Meinung im eigenen Land.
Und er geht noch einen Schritt weiter in seinen spektakulären Überlegungen. Seiner Ansicht nach sind heute viel eher die Palästinenser die ethnischen Nachkommen der biblischen Israeliten.
Wenn der Leser bereit ist mit dem Autoren gemeinsam über solche Provokationen nachzudenken und nachzuvollziehen wie Shlomo Sand zu diesen Überzeugungen gekommen ist, wird er dieses Buch wie einen Krimi verschlingen. Für mich war es das Interessanteste was ich in den letzten Jahren zu diesem Thema auf deutsch zu lesen bekam. Wer über Israel nachdenken will, der kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu
Karger aus Ribnitz-Damgarten am 01.11.2010
(Inhalt anstößig?)
Bewertung von Daniel Niederführ aus Wiesbaden am 29.04.2010
Karger aus Ribnitz-Damgarten am 01.11.2010
(Inhalt anstößig?)
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30.06.2010
Stefana Sabin nennt Shlomo Sands Buch schlicht
"revisionistisch". Der israelische Historiker vertritt
darin die These, dass die nationale Identität Israels auf einem
biblischen Mythos beruht, und dass eine "ethnisch-kulturelle
Einheit" der Juden nicht existiert, erklärt die Rezensentin.
Nach Sand besteht somit auch keine Legitimation für die
zionistische Staatengründung, und er plädiert vehement für eine
Umorientierung Israels in einen "multiethnischen und
multikulturellen Staat", lässt Sabin wissen. Die These vom
Gründungsmythos des jüdischen Volkes ist, wie auch der Autor
zugibt, keineswegs neu, stellt die Rezensentin klar, doch Sand
betreibt einen beträchtlichen "bibliografischen Aufwand"
und bringt 560 Anmerkungen an, um sie zu untermauern.
"Revisionistisch" sei also nicht der Hinweis auf diesen
Mythos, sondern die Absage, die der Autor dem israelischen
Existenzrecht erteilt, verdeutlicht Sabin, die dies durch Sands
nachdrückliche Kritik an Israels Innenpolitik gesteigert
sieht.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Shlomo Sand hat sich einer der Aufgaben der modernen
Geschichtsforschung gestellt, indem er sinnstiftende
Geschichtsbilder der Kritik unterzieht. Er tut dies radikal,
kenntnisreich und mit großem Mut Über seine Thesen wurde in Israel,
Frankreich und in der angelsächsischen Welt bereits heftig
debattiert." (Klaus Bringmann, SZ vom 13.4.2010)
"Ein Utopist, gewiss, aber einer, der als Historiker weiß,
warum." (Jüdische Zeitung, Eik Dödtmann, April 2010)
Rezensionen und Kritik
»Shlomo Sand hat sich einer der Aufgaben der modernen Geschichtsforschung gestellt, indem er sinnstiftende Geschichtsbilder der Kritik unterzieht. Er tut dies radikal, kenntnisreich und mit großem Mut ... Über seine Thesen wurde in Israel, Frankreich und in der angelsächsischen Welt bereits heftig debattiert.« Klaus Bringmann, SZ vom 13.4 »Sand weist nach, dass die Behauptung, Juden seien ein Volk und direkte Nachfahren alter Judäer aus den Tagen der Bibel, wissenschaftlich unhaltbar und vor allem politisch motiviert ist. Er entlarvt den zionistischen Gründungsmythos als Erfindung des 19. Jahrhunderts und attackiert ihn vehement.« WDR 5, Carsten Hueck, 19.04.2010 »Scharfzüngig und pointiert nimmt Sand den zionistischen Gründungsmythos ins Visier, ohne dabei in Polemik abzugleiten. Dafür ist das aufregend zu lesende Buch viel zu nachdenklich und klug geschrieben. Politisch brisant sind seine Schlussfolgerungen gleichwohl.« Carsten Dippel, Rheinischer Merkur, 20. Mai 2010
Rezensionen und Kritik
"Shlomo Sand hat sich einer der Aufgaben der modernen
Geschichtsforschung gestellt, indem er sinnstiftende
Geschichtsbilder der Kritik unterzieht. Er tut dies radikal,
kenntnisreich und mit großem Mut Über seine Thesen wurde in Israel,
Frankreich und in der angelsächsischen Welt bereits heftig
debattiert." (Klaus Bringmann, SZ vom 13.4)
"Sand weist nach, dass die Behauptung, Juden seien ein Volk
und direkte Nachfahren alter Judäer aus den Tagen der Bibel,
wissenschaftlich unhaltbar und vor allem politisch motiviert ist.
Er entlarvt den zionistischen Gründungsmythos als Erfindung des 19.
Jahrhunderts und attackiert ihn vehement." (WDR 5, Carsten
Hueck, 19.04.2010)
"Scharfzüngig und pointiert nimmt Sand den zionistischen
Gründungsmythos ins Visier, ohne dabei in Polemik abzugleiten.
Dafür ist das aufregend zu lesende Buch viel zu nachdenklich und
klug geschrieben. Politisch brisant sind seine Schlussfolgerungen
gleichwohl." (Carsten Dippel, Rheinischer Merkur, 20. Mai
2010)
Autorenporträt zu "Shlomo Sand"
Shlomo Sand, geboren 1946 als Kind polnischer Juden in Linz. 1949 Übersiedlung der Familie nach Israel. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften in Paris lehrt Sand Geschichte an der Universität Tel Aviv. Er zählt zu den führenden Intellektuellen Israels und zu den schärfsten Kritikern der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern.
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