Auch die Zukunft hat ihre Geschichte. Hölschers Studie verfolgt den
Wandel sowohl der konkreten Zukunftsvorstellungen als auch des
Konzepts der "Zukunft" in Europa - von ihrer Entdeckung
als einheitlichem Erwartungszeitraum in der Frühen Neuzeit bis
heute.
In solcher Anschaulichkeit, Intensität und Übersichtlichkeit ist
dieses Thema bisher noch nicht dargestellt worden.
Die Zukunft hat eine Geschichte - das hat Anna Riek aus diesem Buch gelernt. Hölscher lege dar, dass Zukunft im modernen Sinne erst in der frühen Neuzeit entdeckt worden sei, und erst ab der Französischen Revolution habe man sich endgültig von der Vorstellung einer Wiederkehr Christi verabschiedet, um an die Machbarkeit und Projizierbarkeit der eigenen Zukunft zu glauben. Hölscher handle alle Zukunftsvorstellungen von den Frühsozialisten bis hin zur Science Fiction ab, wenn auch manchmal etwas oberflächlich. Zumindest lerne man daraus aber, wie wichtig es sei, eine Sozial- und Mentalitätsgeschichte durch eine "Imaginationsgeschichte" zu ergänzen.