Die Eisfestung - Stroud, Jonathan

Jonathan Stroud 

Die Eisfestung

Aus d. Engl. v. Bernadette Ott
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Die Eisfestung

Der knisternde Psychothriller des umjubelten Bartimäus-Starautors

Eigentlich wissen Emily und Simon so gut wie nichts über Markus. Es war Zufall, dass sie einander auf dem gesperrten Burggelände begegneten; und es war nur eine fixe Idee, einzusteigen und in der Ruine zu übernachten. Einfach so, als kleiner Nervenkitzel inmitten öder Ferien. Doch Markus verwandelt die Burg in eine Festung mit vereisten Treppen und bereit liegenden Wurfgeschossen. Emily und Simon sind bei ihm, als er schwört, nie mehr nach Hause zurückzugehen - die beiden machen sich ihren eigenen Reim auf die blauen Flecken in Markus' Gesicht. Währenddessen rücken sie draußen vor: zunächst nur Markus' Vater, dann der Burgwächter, Polizei, eine Sozialarbeiterin, Feuerwehr mit Gerät - die Belagerer, der FEIND, der Markus herausholen will! Was als übermütiges Spiel begann, schlägt still, heimlich und leise um in einen Albtraum.
- Atmosphärisch dicht, unglaublich fesselnd - Hochspannung, die den Atem verschlägt
- Mit Kartenmaterial der Burgruine

"Strouds politische Fantasyromane sprengen Grenzen. (...) Nicht nur durch vielfältige Gegenwartsbezüge hebt sich Stroud von zahlreichen phantasielosen Fantasyautoren ab, sondern auch durch das lustvolle Spiel mit literarischen Genres - vom Schauerroman bis zum Politthriller." Die Welt

"Jonathan Stroud vergönnt seinen Lesern keine bequeme Identifikationslektüre, sondern hält sie durch Ironie und Ambivalenz auf Trab (...). Der Kampf, der die Handlung bestimmt, wird für einmal nicht zwischen Gut und Böse ausgetragen." Neue Zürcher Zeitung / Sieglinde Geisel


"'Die Eisfestung'" ist ein ganz besonderes Buch für mich, das entstand als ich 'Bartimäus' zu schreiben begann. In beiden Büchern wird beschrieben, was passiert, wenn Fantasie und Realität in Widerspruch geraten. Aber hier ist alles auf das Wesentliche reduziert: Drei Protagonisten und ein einziger Schauplatz - genau das erzeugt diese besondere Intensität. Ich bin sehr stolz auf 'Die Eisfestung' und bin begeistert, dass das Buch nun erstmals auf dem deutschen Markt erscheint. Ich hoffe, dass ihr viel Freude damit habt!" -- Jonathan Stroud

"Wer den spitzzüngigen Dämon Bartimäus von Corine-Preisträger Jonathan Stroud mochte, darf sich auf Strouds neuen Roman Die Eisfestung freuen (...). Wie in Bartimäus beschriebt Jonathan Stroud, was geschieht, wenn verschiedene Ebenen der Wirklichkeit in Widerspruch geraten. Herausgekommen ist dabei ein atmosphärisch dichter, unglaublich fesselnder Roman." -- Tanja Vetesnik / Nautilus

"Das frühe Buch von Jonathan Stroud ist eine interessante Leseerfahrung. Fantasyfans sind womöglich irritiert, weil der Roman sich vordergründig auf eine realistische Erzählebene beschränkt. Doch die Fantasie der Hauptfiguren, die Existenz von Traumwelten spielt darin eine wichtige Rolle. Stroud schreibt in Die Eisfestung an einer Art Stephen-King-Thrillerdramaturgie für Kinder entlang." -- Ralf Schweikart / Bulltin Jugend & Literatur


Produktinformation

  • Verlag: Cbj
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 281 S.
  • Seitenzahl: 281
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 489g
  • ISBN-13: 9783570132685
  • ISBN-10: 3570132684
  • Best.Nr.: 20943821
"Wer den spitzzüngigen Dämon Bartimäus von Corine-Preisträger Jonathan Stroud mochte, darf sich auf Strouds neuen Roman Die Eisfestung freuen (...). Wie in Bartimäus beschriebt Jonathan Stroud, was geschieht, wenn verschiedene Ebenen der Wirklichkeit in Widerspruch geraten. Herausgekommen ist dabei ein atmosphärisch dichter, unglaublich fesselnder Roman." Tanja Vetesnik / Nautilus

"Während in 'Drachenglut' das Dämonische als äußere Kraft in die Menschen eindringt, ist es in der 'Eisfestung' in den Figuren selber angelegt. (...) 'Die Eisfestung' hat mehr Tiefgang und mehr Tragik als 'Drachenglut'".

"Wer den spitzzüngigen Dämon Bartimäus von Corine-Preisträger Jonathan Stroud mochte, darf sich auf Strouds neuen Roman Die Eisfestung freuen (...). Wie in Bartimäus beschriebt Jonathan Stroud, was geschieht, wenn verschiedene Ebenen der Wirklichkeit in Widerspruch geraten. Herausgekommen ist dabei ein atmosphärisch dichter, unglaublich fesselnder Roman."
Jonathan Stroud wurde 1970 im englischen Bedford geboren. Er schreibt Geschichten, seit er sieben Jahre alt ist. Er arbeitete zunächst als Lektor für Kindersachbücher. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina, einer Grafikerin und Illustratorin von Kinderbüchern und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London.

Leseprobe zu "Die Eisfestung"

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ERSTE KÄMPFE

Emilys erstes Verbrechen war klein und hatte mit dem Schnee zu tun.

Wurzeln versperrten ihr den Weg, ihre Stiefel versanken tief im Boden. Winzige Lawinen aus Pulverschnee donnerten ihr auf die Mütze, die Stirn und die Schultern herunter. Sie spürte die Kälte. Mit vorsichtigen Bewegungen quetschte sie sich durch das Loch in der dicken Hecke. Die schneebedeckten Zweige schlugen und kratzten gegen ihren Anorak. Schneeflocken fielen ihr in die Augen und machten sie blind. Hinter ihr blieb der Schlitten irgendwo hängen. Sie zerrte heftig an dem Seil und mit einem Ruck kam er wieder frei.

Noch ein Schritt und sie hatte es auf das Gelände der Burg geschafft. Mit klopfendem Herzen spähte sie umher, ob Gefahr drohte. So weit, so gut. Es war niemand zu sehen.

Sie stand bis zu den Knien in einer niedrigen Schneeverwehung, die sich an der Hecke gebildet hatte. Rechts in der Ferne flog ein Schwarm Vögel in den grauen Himmel über dem Wald hoch. Die Hecke hob sich als unregelmäßiger schwarzer Strich von dem Weiß ab. Der Schnee hatte alles geglättet, nur ein dunkler Schatten weiter vorne ließ erkennen, dass dort die Biegung des Burggrabens sein musste. Auf der gegenüberliegenden Seite des Grabens erhoben sich Reste eingestürzter Mauern.

Im Hintergrund ragte die eigentliche Burg wie ein schwarzer Fels empor.

Emily drehte sich noch einmal um und zerrte an dem Seil. Der Schlitten tauchte ruckartig auf. Dann klemmte er wieder in dem Dickicht aus Zweigen und dornigen Ranken fest. Sie beugte sich hinunter, hob den gelben Plastikschlitten hoch und drehte ihn so, dass er freikam. Dann bugsierte sie ihn aus der Hecke heraus und ließ ihn in den Schnee fallen.

Sie lauschte. Vom Burggraben hallte Gelächter herüber, abgedämpft durch die Entfernung und die Schneedecke. Das war gut, andere waren schon vor ihr hier eingedrungen und niemand hatte sie verjagt. Sie konnte ruhig bleiben.

Sie stapfte durch den Schnee. Bei jedem Schritt versanken ihre Beine in dem weißen Pulver. Die Kälte stach durch ihre Jeans. Später würde es nass und ungemütlich werden, aber jetzt fühlte sie sich stark und lebendig. Jeder Schritt ein eiskalter Nadelstich, aber die stickige Langeweile der letzten Tage, immer nur im Zimmer, hatte ein Ende.

Es ging einen leichten Abhang hinunter. Sie konnte die Burg jetzt nicht mehr sehen, nur noch einen Teil der äußeren Ringmauer, grau und mit Eis überzogen. Der Himmel war dick und schwer, bald würde es wieder schneien. Ihr Atem stieg in zottigen kleinen Wolken empor.

Die Stimmen kamen von da, wo der Burggraben am tiefsten war. Emily bahnte sich langsam ihren Weg dorthin. Es kam ganz darauf an, wer es war. Karen hatte gesagt, dass sie in der Woche vielleicht mal hingehen würde, und Emily mochte Karen eigentlich ganz gern. Wenn sie da war, würde Emily bleiben. Wenn nicht ...

Mehrere Gestalten kletterten aus dem steilen Graben hoch, eine zog einen kleinen roten Schlitten hinter sich her. Zwei Mädchen und vier Jungs - alle rutschten immer wieder ab und keuchten und fluchten. An ihren Anoraks und Hosen klebte der Schnee. Karen war nicht dabei.

Als sie alle oben angekommen waren, fingen drei der Jungs sofort an, sich zu stoßen und zu schubsen. Sie johlten und brüllten, während sie miteinander rauften, alles nur, um die Aufmerksamkeit der beiden Mädchen auf sich zu lenken. Aber die beachteten sie überhaupt nicht und schauten dem vierten (und größten) Jungen zu, der den Schlitten in die richtige Position brachte. Dann ließ sich das eine Mädchen mit einem Plumpser darauffallen, das andere Mädchen quetschte sich mühsam dahinter und der größte Junge schmiss sich noch vorne quer darüber. Die Mädchen kreischten entzückt. Der Schlitten ächzte langsam ein Stück abwärts und blieb dann stehen, ein Wirrwarr aus Armen und Beinen ragte auf beiden Seiten heraus. Mit einem Mal kippten der Junge und das vordere Mädchen zur Seite, und das zweite Mädchen raste allein auf dem Schlitten den steilen Abhang hinunter, vor Schreck laut aufschreiend, bis sie unten im Graben durch die Schneeverwehung gebremst wurde. Sie landete kopfüber im Schnee. Die anderen Jungs hatten noch etwas weitergekämpft, aber ohne große Begeisterung, jetzt hörten sie ganz auf, schauten auf den großen Kerl, der mitten am Hang ausgestreckt auf dem Mädchen lag, und lachten neidisch.

Deirdre Pollard, Katie Fern und die Allen-Brüder. Emily verzog das Gesicht und kehrte um. Sie würde lieber allein Schlitten fahren. Deirdre und Katie waren blöde Hühner und mit den Allen-Brüdern wollte sie nichts zu tun haben. Nur Simon, der Jüngste, ging noch auf die Schule; die anderen machten nichts anderes, als irgendwo rumzuhängen und die Zeit totzuschlagen. Martin Allen, der Älteste, war ein richtiger Schlägertyp, aber man hatte ihn im Dorf schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Emily hatte gehört, dass er im Gefängnis war.

Als sie sich von der Gruppe wieder ein gutes Stück entfernt hatte, hielt sie an. Sie drehte den Schlitten in die richtige Stellung, auf den oberen Rand des Burggrabens, und setzte sich darauf. Unter ihr fiel der Boden steil ab, ein trügerisches, weiches Weiß, das alle Felsvorsprünge und Löcher verdeckte. Emily hielt kurz inne, biss die Zähne zusammen und stieß sich ab.

Aufstäubender Pulverschnee, eiskalter Fahrtwind, ein weißer Wirbel. Dann verlangsamte sich der Schlitten und kam mit einem Ruck auf der gegenüberliegenden Seite, wo der Graben wieder anstieg, zum Stillstand, ihr Körper schnellte nach vorne, und ihre ausgestreckten Stiefel bohrten sich in den Schnee.

Reglose Stille. Das alles hatte nur drei Sekunden gedauert.

Emily saß da, schnappte nach Luft, spürte das Adrenalin im Blut. Lächelte.

Dann traf sie etwas im Gesicht.

Es stieß ihren Kopf zur Seite und ließ sie aufschreien, als ihr der spitze kalte Schmerz in die Wange fuhr. Dass das so plötzlich kam, verwirrte sie. Sie wusste, dass es ein Schneeball war, aber er fühlte sich an wie ein Faustschlag.

Kundenbewertungen zu "Die Eisfestung" von "Jonathan Stroud"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut)
***** ausgezeichnet
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Bewertung von Mädchen, 14 am 06.01.2008 ***** sehr gut
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es ganz anders als die Bartimäus-Trilogie ist. Es ist zwar kein Fantasy, aber trotzdem nicht schlecht. Ich denke aber, dass das Buch, im Vergleich zu Bartimäus eher für jüngere Jugendliche ist.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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