Die Einsamen / Inspektor Gunnar Barbarotti Bd.4 - Nesser, Håkan

Håkan Nesser 

Die Einsamen / Inspektor Gunnar Barbarotti Bd.4

Roman

Übersetzung: Hildebrandt, Christel
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Die Einsamen / Inspektor Gunnar Barbarotti Bd.4

Ich weiß, was du getan hast. Damals vor 35 Jahren ...
Eine unbeschwerte Sommerreise in den siebziger Jahren. So fängt alles an. Drei Paare aus Uppsala, miteinander befreundet und jung, planen eine Busreise von Schweden durch die Ostblockländer bis ans Schwarze Meer. Aber was so lustig beginnt, endet im Desaster. Die Wege der Sechs trennen sich nach diesem Urlaub und kreuzen sich ein Menschenalter später erneut, als ein Dozent aus Lunda in den Wäldern vor Kymlinge am Fuße eines Steilhangs tot aufgefunden wird. Genau an derselben Stelle, an der eine junge Studentin aus Uppsala vor fünfunddreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben kam ...
Ein schwieriger Fall für Inspektor Barbarotti, in dessen Verlauf sein Pakt mit Gott und sein moralisches Empfinden auf eine harte Probe gestellt werden.


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 604 S.
  • Seitenzahl: 608
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 146mm x 51mm
  • Gewicht: 800g
  • ISBN-13: 9783442753130
  • ISBN-10: 3442753139
  • Best.Nr.: 33334046
Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der interessantesten und aufregendsten Krimiautoren Schwedens. Für seine Kriminalromane um Kommissar Van Veeteren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden erfolgreich verfilmt. Daneben schreibt er Psychothriller. "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" oder "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla" gelten inzwischen als Klassiker in Schweden, werden als Schullektüre eingesetzt, und haben seinen Ruf als großartiger Stilist nachhaltig begründet. Håkan Nesser lebt mit seiner Frau in London und auf Gotland. 2011 wurde er mit dem "Ripper Award", dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Die Einsamen / Inspektor Gunnar Barbarotti Bd.4"

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Leseprobe zu "Die Einsamen / Inspektor Gunnar Barbarotti Bd.4"

69 (S. 436-437)

Guten Morgen«, sagte Gunnar Barbarotti. »Ich hoffe, ich störe nicht.« »Das wird ja langsam zur Gewohnheit«, erklärte Rickard Berglund und hielt ihm die Tür auf, so dass er eintreten konnte. »Danke schön. Ich muss noch einmal mit Ihnen sprechen. Haben Sie Zeit?« »Das ist das Einzige, was ich habe«, erklärte Rickard Berglund. »Ich nehme an, Sie trinken einen Kaffee?« »Wäre nicht schlecht«, sagte Barbarotti. »Das war ein heftiger Regen.«

»Ja.« Fünf Minuten später saßen sie wieder in ihren Sesseln. Berglund trug dieselbe Jeans und denselben Rollkragenpullover wie beim letzten Mal, zumindest sah es so aus. Die Mandelkekse waren durch Pfefferkuchen ersetzt worden, über einen Teller verteilt. »Ihre Frau ist jetzt begraben«, sagte Barbarotti. »Ja«, bestätigte Berglund. »Und wie geht es Ihrer?« »Viel besser. Sie wird Ende der Woche nach Hause kommen.« Er nahm einen Pfefferkuchen und stellte fest, was für eine merkwürdige Gesprächseinleitung das war. »Warum wollen Sie noch einmal mit mir sprechen?«, fragte Berglund.

»Ich habe absolut nichts dagegen, aber Sie verstehen wohl, dass es mich wundert.« »Es ist die gleiche Tagesordnung wie vorher«, stellte Barbarotti fest. »Wir werden aus diesem Fall einfach nicht schlau. Und gleichzeitig haben wir das Gefühl, es geht ein wenig voran.« »Ach, ja?«, fragte Berglund interessiert. »Und in welcher Weise, wenn man fragen darf?« Barbarotti räusperte sich und spielte sein falsches Ass aus. »Wir sind nämlich überzeugt davon, dass Germund Grooth ermordet wurde.

Und dass der Mörder in einem sehr begrenzten Kreis zu finden ist.« Rickard Berglund faltete die Hände auf den Knien und betrachtete Barbarotti eine ganze Weile über den Brillenrand hinweg. Er sah ungefähr so entspannt aus, als ginge es darum, sich zwischen Aftonbladet und Expressen zu entscheiden. Oder sich gegen beide auszusprechen. »Was wollen Sie eigentlich von mir wissen?«, fragte er schließlich.

»Als Erstes möchte ich erfahren, was bei jenem Zusammentreffen an dem Abend vor Maria Wincklers Tod passiert ist«, sagte Barbarotti. »Im Detail, wenn Sie nichts dagegen haben!« »Das ist fünfunddreißig Jahre her«, warf Berglund ein. »Ich habe so das Gefühl, dass Sie es noch ganz genau wissen«, sagte Barbarotti. Berglund sagte nichts. Er beugte sich vor und hob einen Springer von der Schachpartie hoch, die immer noch aufgestellt dastand.

Wog ihn ein paar Sekunden in der Hand und stellte ihn dann zurück. Barbarotti wartete. Das letzte Mal war es ein Bauer, dachte er. Am selben Dienstagmorgen, am 12. Oktober im Jahr 2010 der Gnade, verschlief Kriminalinspektorin Eva Backman. Statt um 6.30 Uhr aufzustehen, als der Wecker hätte klingeln sollen – und möglicherweise auch geklingelt hatte –, wachte sie zweieinhalb Stunden später auf, und als sie sah, dass auf dem Display 09.01 Uhr stand, schloss sie daraus, dass es Samstag oder Sonntag war und schlief noch eine Viertelstunde weiter.

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