Die Doppelgängerin - Howard, Linda

Linda Howard 

Die Doppelgängerin

Lady-Thriller

Übersetzung: Göhler, Christoph
Broschiertes Buch
 
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Die Doppelgängerin

Die attraktive Blair Mallory wird vor ihrem Fitness-Studio Zeugin eines Mordes. Das Opfer ist Nicole Goodwin, die Blair in Erscheinungsbild und Kleidung penetrant kopiert hat. Galt der Anschlag am Ende Blair? Und wer waren ihre Feinde? Zusammen mit Lieutenant Jefferson Wyat Bloodsworth, einem unverschämt gut aussehenden Ex-Footballprofi, macht sich Blair auf die Suche nach dem Täter. Denn schnell wird klar: Sie ist in tödlicher Gefahr …


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2008
  • Sonderausg.
  • Ausstattung/Bilder: Sonderausg. 2008. 408 S.
  • Seitenzahl: 408
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37021
  • Deutsch
  • Abmessung: 18, 5 cm
  • Gewicht: 310g
  • ISBN-13: 9783442370214
  • ISBN-10: 3442370213
  • Best.Nr.: 23327603
Linda Howard is an award winning NEW YORK TIMES bestselling author. She lives in Alabama with her husband.

Leseprobe zu "Die Doppelgängerin" von Linda Howard

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Leseprobe zu "Die Doppelgängerin" von Linda Howard

Das typisch amerikanische Girl, das bin ich. Wer sich die Fotos in meinem High-School-Jahrbuch anschaut, sieht ein Mädchen mit langen, blonden Haaren, sonnengebräunter Haut und einem strahlenden Lächeln über blendend weißen Zähnen, bezahlt mit Tausenden von Dollar für Spangen und Bleichmittel. Die weißen Zähne natürlich, nicht die Haare und die Haut. Ich hatte die unerschütterliche Selbstsicherheit einer Teenager-Prinzessin aus der oberen Mittelschicht; mir konnte nichts Schlimmes zustoßen. Immerhin war ich Cheerleader.

Ich gebe es zu. Quatsch, ich bin stolz darauf. Wir Cheerleader werden oft für hirntote Schnepfen gehalten, aber nur von Leuten, die selbst nie Cheerleader waren. Ich verzeihe ihnen ihre Ahnungslosigkeit. Cheerleading ist ein anstrengendes Zusammenspiel von Geschick und Kraft, und es ist nicht ungefährlich. Immer wieder kommt es dabei zu Verletzungen, manchmal sogar zu Todesfällen. Vor allem die Mädchen sind gefährdet; die Jungs sind die Werfer, die Mädchen werden geworfen. Im Fachjargon heißen wir "Flyer", was totaler Blödsinn ist, weil wir natürlich nicht fliegen können. Wir werden geworfen. Und die Mädchen, die geworfen werden, sind diejenigen, die auf den Kopf fallen und sich den Hals brechen können.

Na gut, den Hals habe ich mir nie gebrochen, aber dafür den linken Arm und das Schlüsselbein, und einmal renkte ich mir das rechte Knie aus. Die Zerrungen und Prellungen habe ich nie gezählt. Aber ich kann exzellent balancieren, habe schöne, straffe Beine und kann immer noch einen Rückwärts-Flickflack und einen Spagat machen. Außerdem habe ich das College über ein Cheerleading-Stipendium finanziert. Ist das ein cooles Land, oder was?

Also, ich heiße jedenfalls Blair Mallory. Ja, ich weiß. Ein echt zickiger Name. Er passt zu Cheerleading und blonden Haaren. Aber ich kann nichts dafür; meine Eltern haben mich so getauft. Mein Vater heißt auch Blair, darum muss ich mich wohl glücklich schätzen, dass sie bei meiner Taufe nicht einfach ein Junior hinter seinen Namen gesetzt haben. Ich glaube nicht, dass ich zur beliebtesten Schülerin unserer High School gewählt worden wäre, wenn ich Blair Henry Mallory Junior geheißen hätte. Blair Elizabeth reicht völlig, vielen Dank. Ich meine, in Hollywood geben die Leute ihren Kindern Namen wie Homer, ohne Witz. Wenn diese Kinder irgendwann erwachsen werden und ihre Eltern umbringen, sollten sie meiner Meinung nach allesamt auf Notwehr plädieren und freigesprochen werden.

Was mich zu dem Mord bringt, den ich gesehen habe.

Na schön, das tut es nicht wirklich, aber immerhin ist es einigermaßen logisch. Die Verbindung, meine ich.

Und echt amerikanischen Cheerleadern stoßen sehr wohl schlimme Sachen zu. Immerhin war ich verheiratet, oder etwa nicht?

Auch das hat irgendwie mit dem Mord zu tun. Ich heiratete Jason Carson direkt nach dem College und hieß daraufhin vier Jahre lang Blair Carson. Natürlich war es dumm von mir, jemanden zu heiraten, bei dem sich der Vorname auf den Nachnamen reimt, aber hinterher ist man immer schlauer. Jason war ein Vollblutpolitiker: im Studentenrat, im Wahlkampfkomitee für seinen Vater, einen Abgeordneten im Parlament von North Carolina, oder für seinen Onkel, den Bürgermeister - bla bla bla. Jason sah so phantastisch aus, dass manche Mädchen echt ins Stottern kamen. Blöd, dass er das genau wusste. Er hatte dichtes, sonnengeküsstes Haar (ein poetischer Ausdruck für blond), gemeißelte Gesichtszüge, dunkelblaue Augen und einen durchtrainierten Body. Ähnlich wie bei John Kennedy jun. Der Body, meine ich.

Zusammen waren wir das Reklamepaar für blondes Haar und ein blendendes Gebiss. Und mein Body war auch nicht ohne, wenn ich mal so sagen darf. Mussten wir da nicht heiraten?

Vier Jahre später entheirateten wir uns wieder, zu unserer beiderseitigen großen Erleichterung. Schließlich hatten wir außer unserem Aussehen nichts gemeinsam, und ich glaube nicht, dass sich allein darauf eine Ehe gründen lässt, oder? Jason wollte unbedingt ein Kind, damit wir wie die typisch amerikanische Familie aussahen, während er auszog, um der jüngste Kongressabgeordnete aller Zeiten in North Carolina zu werden, was mich, falls es jemanden interessiert, stinksauer machte, weil er bis dahin um keinen Preis ein Baby wollte, und plötzlich sollte ich eins bekommen, nur weil es sich im Wahlkampf so gut macht? Ich sagte ihm, er könne mich mal lecken. Nicht, dass er mich nie zuvor geleckt hätte, aber diesmal meinte ich woanders, klar?

In der Scheidungsvereinbarung habe ich ihn richtig abgezockt. Vielleicht sollte ich deswegen ein schlechtes Gewissen haben; ich meine, aus feministischer Sicht ist das nicht gerade der Königsweg. Auf eigenen Füßen stehen, es aus eigener Kraft schaffen und so weiter und so fort. Dabei glaube ich tatsächlich an all das, aber ich wollte Jason leiden lassen. Ich wollte ihn bestrafen. Wofür? Dass ich ihn dabei erwischt hatte, wie er an Silvester mit meiner jüngsten Schwester Jennifer rumknutschte, während die restliche Familie im Wohnzimmer war und fieberhaft dem Football-Spiel folgte. Jenni war damals siebzehn.

Also, auch wenn ich wütend bin, weiß ich ganz genau, was ich tue. Als ich sie im Esszimmer stehen sah, schlich ich auf Zehenspitzen davon und holte eine der Einwegkameras, die wir damals benutzten, um die Feier für Jasons Wahlkampf zu dokumentieren - der Kandidat im Kreise der Familie, alle fröhlich um einen Tisch versammelt, auf dem sich sämtliche Arterien verstopfende Süßigkeiten häufen, während im Fernsehen das Football-Spiel läuft. Er bevorzugte die Fotos von unseren Familienfeiern, weil meine Familie viel besser aussieht als seine. Jason ließ nichts aus, was seinem Wahlkampf genutzt hätte.

Jedenfalls schoss ich ein echt gutes Bild von Jason und Jenni, mit Blitz und allem, damit er wusste, dass ich ihn am Sack hatte. Was hätte er tun sollen? Mir hinterherjagen, sich vor den Augen meines Vaters auf mich hechten und mir die Kamera aus der Hand reißen? Wohl kaum. Zum einen hätte er dann einiges zu erklären gehabt, und natürlich konnte er nicht darauf zählen, dass ich seine Story stützen würde. Zum anderen hätte ihn mein Vater mit einem Tritt in den Fernseher befördert, wenn er es gewagt hätte, seiner Prinzessin und weiblichen Stammhalterin ein Haar zu krümmen. Habe ich schon erwähnt, dass ich Daddys Augenstern bin?

Also reichte ich die Scheidung ein, und Jason gab mir alles, was ich verlangte, und das unter einer einzigen Bedingung: Dass ich ihm das Foto und das Negativ von ihm und Jenni gab. Na klar, warum auch nicht? Schließlich hatte ich sicherheitshalber mehrere Abzüge machen lassen.

Vielleicht meinte Jason, ich sei zu blöd dafür. Es ist ein schwerer Fehler, die Skrupellosigkeit deiner Gegner zu unterschätzen. Auch aus diesem Grund wird es Jason in der Politik nie weit bringen, schätze ich.

Außerdem erzählte ich Mom, dass sich Jenni von Jason hatte küssen lassen. Es glaubt doch wohl niemand, dass die kleine falsche Möchtegern-Lolita ungeschoren davongekommen wäre, oder? Nicht, dass ich Jenni nicht lieben würde, aber sie ist unser Nesthäkchen und glaubt, ihr steht alles und vor allem jeder zu, den sie sich in den Kopf gesetzt hat. Ab und zu muss man sie in die Schranken weisen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass sich auch ihr Name reimt: Jenni Mallory. Eigentlich heißt sie Jennifer, aber niemand nennt sie so, deshalb zählt das nicht. Ich weiß nicht, was mich so an Namen stört, die sich reimen, aber ich sollte mich unbedingt von solchen Leuten fernhalten. Trotzdem habe ich Jenni verziehen, weil sie meine Schwester ist. Jason würde ich nie im Leben verzeihen.Und so knöpfte sich Mom Jenni vor, die mich unter Tränen um Verzeihung bat und versprach, von nun an ein artiges Mädchen zu sein oder zumindest mehr Geschmack zu beweisen, während meine zweite Schwester Siana, die damals Jura studierte, die Verhandlungen mit Jason übernahm.

Kundenbewertungen zu "Die Doppelgängerin" von "Linda Howard"

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Bewertung von IamWhatIam aus krefeld am 26.06.2009 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist äußerst unterhaltsam! An die etwas drebe ausdrucksweise muss man sich gewöhnen. Aber der Roman ist flüssig geschrieben, es ist nicht mein erstes buch von Linda 'Howard. ich muss sagen es wahr nicht das Beste was ich bis jetzt von ihr gelesen habe!
Aber es ist unterhaltsam und ab und an kann man mit lachen oder situationsbedingt mit schmunzeln!
Wer auf heisse wortgefechte, derbe, schlüpfrige Sprüche und herzhüpfen steht sollte es lesen!

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