Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Theologie -
Historische Theologie, Kirchengeschichte, einseitig bedruckt, Note:
1,3, Technische Universität Dresden (Institut für Evangelische
Theologie), Veranstaltung: Der deutsche Protestantismus und die
Frage von Krieg und Frieden im 20. Jahrhundert , Sprache: Deutsch,
Abstract: Denn tatsächlich war die Glaubensbewegung DC ja keine
einheitliche Gruppe, sondern der Stoßtrupp und Exponent der NSDAP
in der Kirche. (Pertiet 1968: 75) Ferner schreibt Künneth: Die DC
Bewegung muß zunächst als eine Vorhut der Partei zur Eroberung der
evangelischen Kirche durch kirchliche Kräfte verstanden werden.
(Künneth 1948: 201) Mit diesen eindeutigen Aussagen beschreiben
Pertiet und Künneth die Glaubensbewegung Deutsche Christen, welcher
auch kurzzeitig die Thüringer DC angehörten. Wenn man sich genauer
mit diesen handfesten Ausführungen auseinandersetzt, dann stellt
sich die Frage: Sind die Deutschen Christen auch bedingungslos in
den zweiten Weltkrieg gefolgt? Wenn ja, wie konnten sie dies mit
ihrem Glauben vereinbaren? Wie verhielten sich speziell die
Thüringer DC?Die Zeit des Nationalsozialismus brachte bei der
protestantischen Kirche viele Bewegungen hervor und somit kann laut
Kaiser nicht von einer homogenen protestantischen Kirche im zweiten
Weltkrieg gesprochen werden (Vgl. Kaiser 2007: 224). Die beiden
entgegensetzlichsten Bewegungen sind der Pfarrernotbund, aus
welchem später die Bekennende Kirche hervorging und die Deutschen
Christen. Wenn von den DC die Rede ist, dann wird zunächst an eine
homogene Bewegung zur Zeit des Nationalsozialismus gedacht. Doch
dies ist bei weitem nicht der Fall im Übrigen ist dies auch bei der
Bekennenden Kirche nicht der Fall gewesen. Es gab zahlreiche
Entwicklungen, aus welcher sich die DC speisten. Letztlich waren es
vier große Bewegungen: die Kirchenbewegung Deutsche Christen, die
Glaubensbewegung Deutsche Christen, die Reichsbewegung Deutsche
Christen und die Nationalkirchliche Bewegung Deutsche Christen.
Ihnen allen wird vor allem die Nähe zum NS-System nachgesagt. Die
KDC, welche vor allem aus Mitgliedern Thüringer DC bestand, spielte
hierbei eine besondere Rolle. Zum einen zieht sich die Bewegung wie
ein roter Faden durch die Zeit des Nationalsozialismus und zum
anderen galten sie als starke Anhänger des nationalsozialistischen
Gedankengutes. Dies ist auch der Grund, warum die Thüringer DC bzw.
die KDC in dieser Arbeit näher beleuchtet werden. Es soll
insbesondere um die eingangs aufgeworfene Frage gehen: Wie
verhielten sich die Thüringer DC im zweiten Weltkrieg? Wie standen
sie zu den Machthabern? Wie begründeten sie ihre Haltung? ...
Johannes Richter DD, Theologe, Pfarrer i.R. an der Thomaskirche zu Leipzig und von 1976 - 1998 Superintendent im Kirchenbezirk Leipzig-West, war von 1989 bis 1990 Ko-Moderator des Runden Tisches beim Rat des Bezirkes Leipzig.
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