Obwohl sich das Verfahren der Übertitelung von Opern inzwischen
weltweit durchgesetzt hat, verfügt diese Praxis über ein nur extrem
schmales theoretisches Fundament - ein Missstand, der sich in
starken qualitativen Unterschieden der präsentierten Versionen
widerspiegelt.
Anhand der Diskussion mehrerer Übertitelversionen zur beispielhaft
gewählten Oper Aida zeigt dieser Band, dass dem zielsprachigen
Publikum mittels einer Übertitelung - trotz des Handicaps der
ungefähren Beiordnung einer reduzierten Übersetzung zum originalen
Klang - ein Gesamteindruck geboten werden kann, der demjenigen des
originalsprachigen Hörers gleicht: Eine optimale Übertitelung
vermeidet nicht nur inhaltliche und sprachliche Verluste, sondern
unterstützt zudem die Interpretation der Vertonung, wovon die
gesamte Aufführungssituation inklusive der Inszenierung profitiert.
Über die Darstellung des theoretisch Möglichen hinaus entwirft die
Autorin eine übertragbare Methodik zur übertitelungsrelevanten
Analyse von Wort und Ton. Wie die daraus resultierenden Ergebnisse
unter Berücksichtigung der systeminhärenten Notwendigkeiten und
Restriktionen in der Übertitelung umgesetzt werden können,
erläutert sie abschließend in einer konkreten Handlange.
Die Autorin studierte Musikwissenschaft und Italienisch an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Università degli Studi Pavia. Bei beruflichen Tätigkeiten an verschiedenen Theatern war sie auch mit der Erstellung von Übertitelungen betraut.
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