Die Demütigung - Roth, Philip

Philip Roth 

Die Demütigung

Roman

Aus d. Amerikan. v. Dirk van Gunsteren
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Die Demütigung

Simon Axler geht es schlecht. Mit sechzig hat der ehemalige Theaterstar alles Selbstvertrauen verloren. Als ihn auch noch seine Frau verlässt, beginnt er eine riskante Beziehung mit der lesbischen Tochter eines Jugendfreundes. Was anfangs Trost zu spenden scheint, erweist sich als Wirklichkeitsflucht, die in die Katastrophe führt. Mit Ironie und ohne Gnade entblößt Philip Roth in seinem neuen Roman alle menschlichen Täuschungen Liebe und Macht, Leidenschaft und Prestige.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 124 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 128
  • rororo Taschenbücher Nr.25780
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 116mm x 14mm
  • Gewicht: 135g
  • ISBN-13: 9783499257803
  • ISBN-10: 3499257807
  • Best.Nr.: 33389019

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Großartig findet Thomas David Philipp Roth' jüngsten Roman über einen Schauspieler der daran verzweifelt, nicht mehr spielen zu können. Der amerikanische Autor knüpft thematisch an seine frühen Zuckerman-Romane an, gewinnt diesem Drama um Identitätsverlust aber zugleich ganz neue Seiten ab, preist der Rezensent. David zeigt sich beeindruckt von Roth' gnadenlosem Blick auf den unaufhaltsamen Niedergang des einst so gerühmten Schauspielers Simon Axler und stellt fast bedauernd fest, dass der Autor mit den Illusionen seiner Protagonisten, wie schon in seinen früheren Romanen, keine Nachsicht zeigt, sondern sie mitleidlos als solche entlarvt. Insbesondere die Passagen, in denen Axler mit einer lesbischen Kollegin eine Affäre eingeht und sich der Wunschfantasie des Neuanfangs, gemeinsamer Kinder und seiner Rückkehr auf die Bühne hingibt, haben David berührt und beeindruckt. Dieser Roman führt seine präzise Darstellung der Zerbrechlichkeit "menschlicher Identität" als "zeitlose Tragödie des Jedermann" höchst faszinierend vor, so der Rezensent überzeugt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.03.2010

Letzte Vorstellung
Philip Roth erzählt in „Die Demütigung” meisterhaft von einem tödlichen Spiel
„Die Sache ist die: Konstantin Gawrilowitsch hat sich erschossen.” So lautet der letzte Satz in Anton Tschechows „Die Möwe”, einem Theaterstück, das Tschechow trotz des tödliches Endes als Komödie verstanden wissen wollte. Mit Mitte 20 hat Simon Axler Tschechows in der Kunst und in der Liebe gescheiterten jungen Schriftsteller am Broadway gespielt, und für ihn war die Rolle des zu Tode Verzweifelten die Geburtsstunde seiner Bühnenkarriere, die ihn zu einem der ganz Großen des amerikanischen Theaters machte. Vierzig Jahre ist das jetzt her, und genau so lange hat es gedauert, bis Konstantins Selbstzweifel zu seinen eigenen geworden sind, als hätte er, der stets stark, strahlend und wie unbesiegbar auf der Bühne wirkte, die ganze Zeit über den Virus des Versagens in sich getragen, als wäre seine so ungebrochene Laufbahn nur die Inkubationszeit gewesen, bis die Krankheit zum Tode auch bei ihm ausbricht.
Von einem Tag auf den anderen kann Simon Axler nicht mehr spielen. „Er hatte seinen Zauber verloren”, heißt der erste Satz in …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2010

Der Sturzflug der Möwe

"Die Demütigung", der neue Roman von Philip Roth, liest sich streckenweise wie von Viagra gesponsert. Doch dann entpuppt sich das Werk als Tragödie von antiker Wucht.

Von Albert Ostermaier

Und wenn ich noch zwanzig Jahre hier bliebe: Ich würde immer ein Fremdkörper sein auf dem Land; daran wird sich nichts ändern . . . Was bleibt mir übrig, als das auszuhalten. Ob es mir passt oder nicht . . . Ich bin eine tragische Existenz." Nein, so spricht nicht Simon Axler, der Protagonist aus Philip Roth' neuem Roman "Die Demütigung", sondern Sorins, der Gutsverwalter aus Tschechows "Möwe". Es wäre eine Rolle wie auf den Leib geschrieben für Axler, den alternden Großschauspieler und Filmstar. Aber Axler hat ausgespielt, er kann sein Gut nicht mehr verwalten. Er steht auf den Brettern, die ihm die Welt bedeuten, aber die Welt bedeutet ihm nichts mehr, denn er hat einen Hänger, einen Hänger, der nicht enden will. Er will sich aufhängen, umbringen, steckt sich den Lauf seiner Repetierflinte in den Mund, aus dem die repetierten Worte nicht mehr kommen, wie sie sollen, sondern nur "dünne Luft", erstickte Silben, verpasste …

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"Ein grandioser Roman: Bleibt zu sagen, dass das Ende dieser Geschichte vom ersten Satz an feststeht und das man sie gleichwohl atemlos liest - und ehrfürchtig staunt über das Können dieses wahrhaft großen Schriftstellers." (Die Zeit, 2010)"Philip Roth erzählt in "Die Demütigung" meisterhaft von einem tödlichen Spiel. Ein Roman, der das Leben als grimmige Komödie entlarvt." (Süddeutsche Zeitung, 2010)"Der Sog, den die Geschichte von der ersten Seite an entfaltet, lässt fast vermuten, dass sie dem großen Erzähler besonders nahegegangen ist." (Der Spiegel, 2010)"Philip Roths Novelle ist große Kunst." (Tages-Anzeiger Zürich, 2010)

"Marten beschränkt sich darauf, den Duktus der Charaktere herauszuarbeiten und damit die Eigenarten zu skizzieren."
Dirk van Gunsteren, geb. 1953 in Düsseldorf, ist ein deutscher literarischer Übersetzer aus dem Englischen und Niederländischen und freiberuflicher Redakteur. Van Gunsteren wuchs in Duisburg auf, seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Holländer. Nach mehreren Aufenthalten in Indien und in den USA studierte er in München Amerikanistik. Seit 1984 ist er als Übersetzer insbesondere aus dem Englischen tätig. Van Gunsteren lebt in München. 2007 erhielt van Gunsteren den 'Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis' für seine Übersetzung angelsächsischer Literatur.

Leseprobe zu "Die Demütigung"

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