Die Blendung - Canetti, Elias

Elias Canetti 

Die Blendung

Roman

Buch mit Leinen-Einband
 
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Die Blendung

Canettis Roman "Die Blendung" erzählt die Geschichte des Sinologen Peter Kien, der in den Flammen seiner Bibliothek stirbt. Habgier, Brutalität und Weltfremdheit münden in den Zustand völliger Verblendung, die für die unheimlichen Personen des Romans den Untergang bedeutet.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2011
  • Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 509 S.
  • Seitenzahl: 509
  • Werke Bd.1
  • Best.Nr. des Verlages: 505/17017
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 615g
  • ISBN-13: 9783446170179
  • ISBN-10: 3446170170
  • Best.Nr.: 04672177
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.03.2009

Menschenhassprosa

Nein, ich kann nicht nüchtern und sachlich über dieses Buch schreiben. Denn es ist kein nüchternes Buch. Es ist ein von sich selbst besoffenes, von seiner eigenen grenzenlosen Misanthropie berauschtes Romanmonstrum. Es ist ein Buch, das mich gequält hat, und nun will ich es zurückquälen. Was natürlich auf siebenundachtzig Zeilen ein Ding der Unmöglichkeit ist: siebenundachtzig Zeilen gegen fünfhundert Seiten. Und so wird Canetti, den selbst die herzensgute Hilde Spiel einmal eine "wirkliche Giftspritze" genannt hat, auch in diesem Zweikampf wieder Sieger bleiben, wie in allen Zweikämpfen seines an Giften und Gegengiften reichen Lebens. Aber ganz unbeleidigt kommt mir der große Beleidiger diesmal dennoch nicht davon.

Die beiden Hauptfiguren der "Blendung" sind ein Sinologe namens Kien und seine Haushälterin Therese. Über die Frau heißt es einmal: "Sie hätte sich in ihre Hauptbestandteile, Rock, Schweiß und Ohren, aufgelöst, wenn der Hass gegen ihn, den er mit der Wollust eines Pedanten steigerte, nicht zu ihrem erhaltenden Zentrum geworden wäre." Der Sinologe seinerseits wird in einer Szene vorgestellt, in der er einen …

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Misanthropische Kopfgeburt Elias Canettis literarisches Hauptwerk Die Blendung erzählt von einem Bibliomanen, den seine Liebe zu Büchern in den Wahnsinn treibt. Der Roman liest sich als ausgedehnte Metapher für eine übersteigerte Intellektualität ohne jeden Bezug zur Wirklichkeit. Zugleich führt der Autor seine eigene Belesenheit vor: Von Kant bis Nietzsche, von Weininger bis Freud hat er die halbe Ideengeschichte seiner Zeit verarbeitet. Das verleiht der Blendung bei allem Mord und Totschlag, der auch stattfindet, etwas Schablonenhaftes. Die Figuren erscheinen wie auf dem Reißbrett entworfen, die Handlung wie im Labor erzeugt. In monotonen Gedankenströmen sinnieren die einsamen, in ihrer Verblendung gefangenen Individuen über die Schlechtigkeit der Welt. Aus fast jeder Seite dieses monströsen Romans spricht geballter Menschen- und insbesondere Frauenhass. Gewiss: Canettis Erstling, der ihm den Nobelpreis für Literatur einbrachte, ist eine satirische Überzeichnung und lebt von seiner grotesken Komik. Auf der langen Strecke von über 500 Seiten ist das mitunter allerdings schwer verdauliche Kost.
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Elias Canetti, geb. 1905 in Rustschuk/Bulgarien geboren. 1911 zog seine Familie nach England und 1913, nach dem Tod des Vaters, nach Wien. Hier studierte Canetti bis 1929 Naturwissenschaften und promovierte in Philosophie. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1994 als freier Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen bedacht. 1981 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Zu seinen herausragenden Werken zählen neben dem Roman 'Die Blendung', seine Autobiographie sowie seine gesammelten Aufzeichnungen aus den Jahren 1942 bis 1993.

Kundenbewertungen zu "Die Blendung" von "Elias Canetti"

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Bewertung von Strieder Michael aus Bludenz am 18.12.2001 ***** ausgezeichnet
Wahrscheinlich das komplexeste Buch, das ich je gelesen habe! Man sollte vorher die autobiografischen Werke - Die gerettete Zunge, Die Fakel im Ohr und das Augenspiel gelesen haben - erst dann wird Die Blendung durchschaubar und zum Genuss.

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