Die Beleidigungen des Glücks - Preisendörfer, Bruno

Bruno Preisendörfer 

Die Beleidigungen des Glücks

Erzählungen

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Die Beleidigungen des Glücks

In den »Beleidigungen des Glücks« zeichnet Bruno Preisendörfer zutiefst menschliche Figuren, die mit unvorhersehbaren Ereignissen ebenso umgehen müssen wie mit den lähmenden Gewohnheiten des Alltags. Da ist beispielsweise die Rede von Hans, der ein Leben lang an seinem Haus baut. Im Obergeschoß soll später einmal seine Tochter Silvia mit ihrer Familie leben. Doch als Silvia erwachsen ist, zieht sie mit ihrer unehelichen Tochter in eine andere Stadt und kehrt erst nach Hans' Tod in ihr Elternhaus zurück. Oder die Geschichte von Winfried und Bettina, die zusammen eine Affäre haben. Bettina verläßt ihren Lebensgefährten, kehrt aber nach einiger Zeit zurück, schließlich haben sie während ihrer Trennung öfter miteinander geredet als vorher. Winfried hingegen verheimlicht seiner Frau die Affäre, denn mit seiner Ehe hatte das nichts zu tun. Vom Seitensprung seiner Frau weiß er nichts. Meisterhaft lotet Bruno Preisendörfer das Miteinander von Männern und Frauen aus, ob als Liebespaar, Ehepartner oder Familienangehörige. Dabei verleiht seine ebenso pointierte wie poetische Sprache den »Beleidigungen des Glücks« eine melancholische Schönheit, die uns Vertrautes in neuem Licht zeigt und Unbekanntes vertraut werden läßt.


Produktinformation

  • Verlag: Liebeskind
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 268 S.
  • Seitenzahl: 272
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 134mm x 27mm
  • Gewicht: 343g
  • ISBN-13: 9783935890359
  • ISBN-10: 3935890354
  • Best.Nr.: 20757189

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Als "Urszenen des Lebens" feiert Rezensent Gustav Mechlenburg Bruno Preisendörfers neue Erzählungen. Das Besondere an ihnen ist für ihn das Fehlen von jeglichem Pathos. Stattdessen glänzt der Autor Mechlenburgs Ansicht nach mit einem "klage- und schnörkellosen Stil", verheddere sich nie im "tragischen Potenzial seiner Figuren", obwohl es denen in den Geschichten meistens "dreckig" gehe, sie krank, verliebt oder ohne Hoffnung seien. Außerdem gingen die Erzählungen niemals indiskret mit dem Unglück der Figuren um.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.05.2006

Bis zur letzten Stufe
Haarrisse im Gefühl: Bruno Preisendörfer warnt vor den „Beleidigungen des Glücks”
Kaum etwas ist schwerer fassbar als das Glück. Wer vom Unglück redet, ist auf der sicheren Seite. Vom Glück aber sollte man besser schweigen. Den glücklichen Moment scheint es zu geben, aber ein ganzes glückendes Leben? Oder auch nur einen geglückten Tag, dem Peter Handke einmal versuchsweise auf den Grund gegangen ist? Man sollte das Glück nicht herausfordern, und gut beraten ist, wer es nicht beleidigt. Worin aber könnte eine solche Beleidigung bestehen? In einem Nichterkennen des Glücks, oder darin, dass man es verschmäht, sich womöglich gar nicht erst darum schert?
Von der Wiege an die Bahre
Der Berliner Autor und Journalist Bruno Preisendörfer hat einen Erzählband mit dem Titel „Die Beleidigungen des Glücks” vorgelegt, und die Frage, was es mit dem Glück und dessen Beleidigungen auf sich hat, hält er in einer irisierenden Schwebe. Das Glück nämlich ist immer der Ort, an dem man noch nicht war. Die Titelgeschichte in Preisendörfers eindrucksvollem Buch - kein Debüt, denn der Autor veröffentlichte vor vier Jahren unter …

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Bruno Preisendörfer, 1957 in Unterfranken geboren, lebt als Schriftsteller und freier Publizist in Berlin. Er arbeitete jahrelang als Redakteur beim Berliner Stadtmagazin Zitty, danach als Kolumnist beim Tagesspiegel. Im Jahr 2000 veröffentlichte er eine Studie über Ästhetik und Herrschaft im preußischen Absolutismus, 2002 unter dem Pseudonym Bruno Richard im S. Fischer Verlag den Roman "Desaster".

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