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Die Befreiung
Produktinformation
- Verlag: Fischer S. Verlag GmbH
- 2007
- ISBN-13: 9783250105084
- ISBN-10: 3250105082
- Best.Nr.: 22812289
26.11.2007
Alle Lust will Ewigkeit
Georges-Arthur Goldschmidts Selbsterforschung
Eine seltsame Befreiung: Die Soldaten des Dritten Reichs ziehen im
September 1944 aus den Bergen von Hoch-Savoyen ab, der Junge
jüdischer Herkunft kann sich aus dem entlegenen Bauernhof
hervortrauen und ins Internat zurückkehren - ein Albdruck scheint
zu weichen. Tatsächlich aber muss Arthur Kellerlicht an den Ort
seiner Karzerhaft zurückkehren, an den Ort, wo ihm beim kleinsten
Vergehen das bloße Hinterteil versohlt wird. "Die
Befreiung", so der Titel der neuesten Erzählung von
Georges-Arthur Goldschmidt, ist vorerst nur scheinbar eine. So
zögert der Jüngling; fast schleicht er sich ins Internat, aus dem
er vor einem Jahr fliehen musste, um nicht verhaftet und deportiert
zu werden.
Aber auch die Angst vor der strengen Internatsleiterin ist
vordergründig - die munter wuchernde Sexualität des Burschen lässt
die Lage vollends paradox werden. Im Grunde gefallen ihm die
Haselrutenschläge von Fräulein Lucas, unter denen er sich
pathetisch dreht und windet, sie befeuern scham- wie lustvolle
Phantasien. Mit ähnlicher Hingabe akzeptiert er erniedrigende
homosexuelle …
22.11.2007
Hoch oben trieben Wolken schiffartig dahin
Mit der Erzählung „Die Befreiung” vollendet Georges-Arthur Goldschmidt die autobiographische Trilogie seiner Jugendjahre
Am 17. September 1944, die französischen Alpen sind gerade von den deutschen Besatzern befreit, verlässt ein junger Mann den Bauernhof, auf dem er sich ein gutes Jahr versteckt gehalten hatte. Er kehrt ins nahe gelegene Internat zurück, wohin ihn seine Familie 1938 in Sicherheit gebracht hatte, denn auch als getaufter Jude wäre er in seiner deutschen Heimat seines Lebens nicht mehr sicher gewesen. Der junge Mann heißt Arthur Kellerlicht – das literarische Alter Ego George-Arthur Goldschmidts, der nun mit der Erzählung „Die Befreiung” die autobiographische Trilogie seiner Jugendjahre abschließt. 1991 war „Die Absonderung”, 1996 „Die Aussetzung” erschienen. Goldschmidt blieb nach dem Krieg in Frankreich. Den größten Teil seiner Bücher schrieb er auf Französisch, die Jugendgeschichten auf Deutsch.
Goldschmidt hat in Frankreich einen ganz eigenen, etwas altertümlichen Erzählton bewahrt und kultiviert. „Mit jedem Schritt erweiterte sich die Talsicht; hoch oben, …
26.11.2007
Georges-Arthur Goldschmidts neueste Erzählung versteht Niklas
Bender als intensivierte Fortführung älterer Texte des Autors.
Wieder, schreibt Bender, geht es um eine autobiografisch grundierte
Selbsterforschung, um Sexualität, Angst und Schuldgefühle. Die im
Frankreich des Jahres 1944 angesiedelte Geschichte eines Jungen
jüdischer Herkunft sieht Bender als bislang intimsten und
explizitesten Teil von Goldschmidts "einzigartiger"
Verbindung von jugendlicher "Sexualverwirrung" und
"historischer Katastrophe". Zu bedenken gibt Bender, dass
diese psychologisierende Erkundung von Abgründen einen weniger
talentierten Autor sicher aufs Glatteis geführt hätte. Bei
Goldschmidts Text hingegen befällt den Rezensenten ein Unwohlsein
angesichts der "Wiederholung bekannter Ereignisse" und
der Selbstgenügsamkeit einer wenn auch "sprachmächtig"
erschriebenen "Selbstbefreiung des Autors".
© Perlentaucher Medien GmbH
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