Mit dem von ihm in den 60er Jahren entwickelten pragmatischen
Realismus trat Putnam dem damals noch herrschenden Empirismus auf
dessen ganzer Breite entgegen. Ein zentrale Feld dieser nach wie
vor lehrreichen Auseinandersetzung ist dabei die Sprachphilosophie,
in welcher sein Realismus ihn zu einer grundsõtzlich neuen und
originellen Position f³hrt. In dem hier ³bersetzten Aufsatz
"The Meaning of éMeaning'" hat er seine
sprachphilosophische Position sowie seine Kritik an anderen
Auffassungen am ausf³hrlichsten und in leicht fa¯licher, nicht
technischer Form dargelegt.
Putnams Philosophieren ist als ein Versuch zu sehen, zur
umfassenden Position des logischen Empirismus eine ebenso
umfassende Gegenposition zu entwickeln. Der Unfähigkeit der
Empiristen, einen theorieunabhängigen Wahrheitsbegriff zu
entwickeln, setzt Putnam einen "realistischen" Standpunkt
entgegen: "Wissenschaftliche Aussagen sind meiner Meinung nach
entweder wahr oder falsch [...], und ihre Wahrheit und Falschheit
rührt nicht etwa daher, dass sie äußerst sublimierte Darstellungen
von Regelmäßigkeiten in der menschlichen Erfahrung wären. Die
Wirklichkeit ist nicht Teil des menschlichen Geistes; vielmehr ist
der menschliche Geist Teil der Wirklichkeit, in der Tat ein
winziger Teil." - In dem hier übersetzten Aufsatz "The
Meaning of Meaning", erstmals im Jahre 1975 veröffentlicht,
hat Hilary Putnam die Grundlagen seines sprachphilosophischen
Nachdenkens am ausführlichsten und in leicht fasslicher, nicht
technischer Form dargestellt. Daher ist dieser Aufsatz auch denen
ans Herz zu legen, die noch dabei sind, sich in die
Sprachphilosophie hineinzufinden. Dass aber auch und gerade in der
Philosophie unweigerlich fast alles mit fast allem zusammenhängt,
ist selbstredend auch Putnam bewusst. Darum ist die
Sprachphilosophie nur einer seiner Schwerpunkte, der in enger
Wechselbeziehung steht mit der Erkenntnistheorie im allgemeinen und
Wissenschaftstheorie im besonderen und der Philosophie der
Mathematik, der Physik und des Geistes.
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