Die Anthologien - Borges, Jorge L.

Jorge L. Borges 

Die Anthologien

Handbuch der phantastischen Zoologie; Das Buch von Himmel und Hölle; Buch der Träume

Herausgeber: Haefs, Gisbert; Arnold, Fritz, Übertr. v. Maria Bamberg, Ulla de Herrera, Edith Aron u. a.
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Die Anthologien

Sein Name steht stellvertretend für die moderne Literatur in Lateinamerika: Jorge Luis Borges. In diesen Anthologien fesselt er den Leser mit einer fremden Welt jenseits unserer Alltagserfahrungen. Nicht weniger als 120 Phantasiewesen hat der aus Argentinien stammende Autor in den jahrtausendealten Vorstellungen der Menschen entdeckt oder selbst erfunden: vom Behemoth der Bibel, den Chimären der Griechen und den Dämonen der Juden bis zu den Drachen des Fernen Ostens und dem Einhorn des Mittelalters. Ein einzigartiges Museum des Phantastischen, Beklemmenden und Absonderlichen.


Produktinformation

  • Gesammelte Werke
  • Bd.10
  • Verlag: Hanser
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 649 S.
  • Seitenzahl: 664
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23077
  • Deutsch
  • Abmessung: 196mm x 126mm x 46mm
  • Gewicht: 655g
  • ISBN-13: 9783446230774
  • ISBN-10: 3446230777
  • Best.Nr.: 23797327

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Feudig begrüßt Rezensent Jochen Schimmang diese Ausgabe der Anthologien von Jorge Luis Borges, die das "Handbuch der phantastischen Zoologie" (1957), "Das Buch von Himmel und Hölle" (1960) und das "Buch der Träume" (1976) in einem Band versammelt. Er würdigt die verlegerische und übersetzerische Leistung dieser Borges-Werkausgabe, die mit den Anthologien fast abgeschlossen ist, lobt die Anmerkungen, vermisst nur ein Lesebändchen. In den Anthologien findet Schimmang ein fantastisches Bestiarium, das zahllose Fabelwesen, Trolle und Nymphen, das Einhorn, den Phönix und Kafkas Odradek vorstellt. Borges' Texte glänzen für ihn durch Humor und "grenzenlose Phantasie". Nach all den neuen Realismen und Thomas-Mann-Revivals ist es nach Ansicht des Rezensenten wieder an der Zeit, mit Borges einen Autor zu lesen, der tut, "was Literatur eigentlich tun sollte". Und das ist für ihn: "Welt nicht abbilden, sondern neue Welten schaffen, zum grenzenlosen Vergnügen des Lesers."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.09.2008

Ein sukzessives Ungeheuer
Jorge Luis Borges’ phantastisches Bestiarium in einem Band
Der Basilisk, das Einhorn, die Chimäre, der Phönix, der sechste Kreis der Hölle, die Sphäre des siebenten Himmels, die Träume Jakobs, Nebukadnezars, Penelopes, Scipios – all diese Ausgeburten der menschlichen Einbildungskraft hat es nie gegeben, aber einst wurden sie so ernsthaft geglaubt, dass es sie auch heute noch gibt: als imaginäre Wesen, greifbar in den Überlieferungen der Folklore, der Religion, der Dichtung. Erst die Ungläubigen, die Modernen also, genießen den Vorzug, jene monströsen Gebilde einer großen Angst und einer schwachen Hoffnung mit ästhetischem Vergnügen zu betrachten. Wer ein solches Vergnügen sucht, findet es in drei Anthologien Jorge Luis Borges’. Sie versammeln Hunderte Texte über phantastische Tiere, über Himmels- und Höllenbilder, über wahre und falsche Träume. Was unmöglich ist, lässt sich immerhin als Möglichkeit erwägen. Mit Vorliebe zitiert Borges ein Gedankenspiel von Coleridge: „Wenn ein Mensch im Traum das Paradies durchwanderte, und man gäbe ihm eine Blume als Beweis, dass er dort war, und er fände beim Aufwachen diese …

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Jorge Luis Borges, geb. 1899 in Buenos Aires, gründete schon als junger Mann mit Freunden zusammen literarische Zeitschriften. Sein erster Gedichtband erschien 1923. Von 1950-1953 war er Präsident des argentinischen Schriftstellerverbands und von 1955-1973 Direktor der Nationalbibliothek von Buenos Aires. 1961 erhielt er, zusammen mit Beckett, den Internationalen Literaturpreis Formentor, dem bis zu seinem Tod 1986 in Buenos Aires zahlreiche internationale Ehrungen folgten. Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat so viele andere Autoren beeinflusst wie Borges.
Jorge Louis Borges begann früh zu schreiben - Essays, Gedichte, Erzählungen. Er unternahm viele Reisen und lernte Englisch, Frazösisch, Deutsch und Latein.

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