Die 27ste Stadt - Franzen, Jonathan

Jonathan Franzen 

Die 27ste Stadt

Roman

Dtsch. v. Heinz Müller
Gebundenes Buch
 
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Die 27ste Stadt

Jammu, eine zarte, junge, sympathische Frau aus Indien, wird neue Polizeichefin in St. Louis. Doch kaum hat sie ihr Amt angetreten, greift in der einst blühenden Stadt im Mittelwesten von Amerika Gewalt um sich. Eine Bombe explodiert, die führenden Köpfe der Stadt geraten einer nach dem anderen in einen Strudel der Machtgier, Korruption und Apathie. "Die 27ste Stadt" ist "atemlos zu lesen, fesselnder zuweilen als 'Die Korrekturen'. Diesen Roman als Thriller zu besprechen, das unterschätzt die epische Wucht des Buchs." (FAZ).

St. Louis, die einst blühende Stadt zwischen zwei Flüssen im Mittelwesten Amerikas, bekommt einen neuen Polizeichef.
Es ist Jammu, eine Frau aus Indien: zart, jung, sympathisch, das ganze Gegenteil von dem, was man erwarten würde.

Doch kaum hat sie ihr Amt angetreten, greift Gewalt um sich. Eine Bombe explodiert. Die führenden Köpfe der Stadt geraten, einer nach dem anderen, in einen Strudel der Machtgier, Korruption und Apathie.
Auch Martin Probst, Erbauer des städtischen Wahrzeichens, und seine Frau Barbara - das Vorzeige-Ehepaar, von vielen um sein Glück beneidet -, erleben Gefahr, süße Verlockungen und Angst.

Dieser Roman, ein Thriller auf höchstem literarischen Niveau, zeigt uns die Seele einer Stadt im Verfall. Mit Scharfsinn und Humor und sprachlicher Schönheit erzählt Jonathan Franzen vom Ende des Traums, der längst nicht nur der amerikanische ist.



Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT, REINBEK
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 670 S.
  • Seitenzahl: 670
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 812g
  • ISBN-13: 9783498020873
  • ISBN-10: 3498020870
  • Best.Nr.: 11840346
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
In den dreißiger Jahren lag St. Louis auf Platz vier der amerikanischen Metropolen. Nur fünfzig Jahre später hatte die Stadt abgewirtschaftet, Bevölkerung und Industrie verließen den mittleren Westen. Plötzlich aber heiratet eine reiche indische Prinzessin den Großindustriellen Hammaker, und als neue Polizeichefin tritt die Inderin Jammu an - mit eigenwilligen Methoden im Kampf gegen St. Louis' sozialen Niedergang. Schon bald nach ihrem Amtsantritt eskaliert die Gewalt und bedroht die Eliten der Stadt ... Nachdem "Die Korrekturen" zum Bestseller wurde, erscheint Jonathan Franzens Debüt aus dem Jahr 1988 jetzt erstmals in deutscher Übersetzung. "Die 27ste Stadt" entwirft ein Verschwörungsszenario, wie es in den 80ern literarische Mode war. Doch auch wenn sein Erzähltalent in den detailfreudigen Nebenhandlungen aufblitzt, immitiert Franzen hier unbeholfen Protagonisten des Genres wie Don DeLillo oder Thomas Pynchon. Mit umständlichen und langatmigen Erklärungen versperrt er dem Leser den Zugang zur Romanhandlung und degradiert seine Figuren zu leblosen Strategen. Misstraut er seiner eigenen Geschichte? (cs)

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Nach dem großen Erfolg von Jonathan Franzens "Korrekturen" hat der Verlag nun mit dem viel früher entstandenen Roman "Die 27ste Stadt" aus dem Jahr 1988 nachgelegt. Dass man ihn heute konformistischer interpretiere als beabsichtigt, lasse sich dem Autor wohl kaum vorwerfen, überlegt Thomas E. Schmidt - stören tut es ihn dennoch. Der Roman atme noch (oder vielmehr schon) schon das ganze Flair der Clinton-Ära, behauptet er und bezichtigt Franzen eines "weich gespülten literarischen Puritanismus" und meint damit jene typische Mischung aus Selbstkritik und Selbstbewusstsein, die in der Welt eines Bush und Rumsfeld "seltsam flau wirke". Die flaue Wirkung wiederum verdankt sich einem eher aufgeregten hyperrealistischen Stil, der tausend Erzählfäden spinnt, einer Detailbesessenheit, die die Leser schnell den Überblick, die Geduld und das Interesse verlieren lässt, meint Schmidt. Jeder Zeile des Romans merke man den Willen zur great american novel an, schreibt der Rezensent: der Aufschwung der Stadt St. Louis sei zugleich ihr moralischer Zerfall, ein großes amerikanisches Thema, das Franzen zu einem politischen Science Fiction-Roman mit Thriller-Elementen ausbaut. Dass er dabei einer archaischen Gut-Böse-Unterscheidung folgt, kann den Vorwurf einer "künstlich leeren Dramatik" aus Sicht des Rezensenten auch nicht entkräften.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.10.2003

Dein Feind, der Polizeichef
Womit Jonathan Franzens Karriere begann: „Die 27ste Stadt”
Jonathan Franzen eilt ein fabelhafter Ruf voraus. Und wo immer er in Deutschland auftritt, scheint er entschlossen, ihn nicht nur zu bestätigen, sondern zu überbieten: Im Gespräch zeigt er sich witzig, ohne eitle Allüren, geduldig mit dem Publikum, das ihm oft ziemlich blöde Fragen stellt, die er intelligent, aber keineswegs hochmütig zu beantworten pflegt. Jetzt ist das dritte Buch auf Deutsch von ihm erschienen, sein erster Roman, den er im Original 1988, mit 29 Jahren, veröffentlicht hat. Nach den sensationellen „Korrekturen” und den nachdenklichen Essays „Anleitung zum Einsamsein” schickt Rowohlt „Die 27ste Stadt” mit einer Startauflage von 70 000 ins Rennen.
Aber der Reihe nach. In St. Louis ist Anfang der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts, wie in den USA insgesamt vieles im Argen. Damals schienen die asiatischen „Tigerstaaten” vor dem Sprung nach Amerika zu stehen, und dass japanische Firmen es wagten, sich auf dem amerikanischen Markt festzusetzen, wurde von der Nation als Angriff empfunden. Man darf nicht vergessen, Freihandel hat für …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.09.2003

Franzens erstes Buch
"Die 27ste Stadt" erscheint

Wie vom Himmel gefallen wirkte Jonathan Franzen, als er vor zwei Jahren seinen Siegeszug durch die Bestsellerlisten antrat. Doch Franzen war kein weiterer amerikanischer Debütant, nicht Wunderkind wie Jonathan Safran Foer noch spätberufen wie Louis Begley. Vor dem Welterfolg hatte er zwei gepriesene, doch glücklose Romane geschrieben, einen dritten nach sieben Jahren Arbeit einfach weggeworfen. Erst dann kamen "Die Korrekturen", hymnische Rezensionen, Rekordverkäufe, Ruhm.

Am Mittwoch erscheint nun Franzens Erstling auf deutsch, "Die 27ste Stadt". Jetzt klärt sich, woher jene stilistische Reife stammt, die "The Corrections" zum Ereignis machte. Endlich ist ein Vergleich möglich: Franzen, das zeigt der neue, fünfzehn Jahre alte Roman, war schon mit achtundzwanzig so gut wie heute. Einer, der Dialoge schreibt wie kaum ein anderer lebender Schriftsteller. Einer, der auch über 700 Seiten hinweg die Spannung hält. Einer, der aus Worten ein Paralleluniversum erschafft, in dem Menschen aus Fleisch und Blut umherspazieren, nicht fahle Figuren, die Ideen verkörpern: jene "imaginierte Welt" also, …

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Jonathan Franzen, geb. 1959 in der Nähe von Chicago, wuchs in Webster Groves/Missouri auf, einem Vorort von St. Louis. Er lebt in New York.

Kundenbewertungen zu "Die 27ste Stadt" von "Jonathan Franzen"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 2 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** weniger gut)
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Bewertung von Polar aus Aachen am 24.12.2007 ***** weniger gut
Der Roman soll Thriller, Sittengemälde, Zeitbild und Literatur in einem sein. Vor allem fehlt ihm die Spannung. Es wird zu viel ausgeschrieben, beschrieben, charakterisiert. Wir werden mit Details überhäuft. Da ist weniger oft mehr. Die Realität wird im Genre des Kriminalromans und Thrillers zupackender, kürzer mit Offenlassungen präsentiert, die dem Leser Raum geben. Jonathan Franzen erschafft nicht nur in S. Jammu keine überzeugende Polizeichefin, der Roman schleppt auch andere Figuren als Ballast mit sich herum, die geheimnisvoll wirken sollen, aber blass bleiben. Sie sind oft nicht durch sich selbst präsent, sondern über das, was über sie erzählt, als Hintergrundinformation geliefert wird. Der Plot ist über knapp 670 Seiten gestreckt, und wie bei Suppen, denen irgendwann so viel Wasser zugefügt wurde, dass man das Herzhafte nicht mehr schmeckt, weiß man als Leser irgendwann, was dem Autor am Herzen liegt, und würde ihm wünschen, es kürzer zu fassen. In der Substanz ist Franzen sicher ein Spiegelbild der amerikanischen weißen Mittelschicht der achtziger Jahre gelungen, doch gibt er allzu oft der Sprache nach, was einer fesselnden Schilderung der Geschichte im Wege steht. Es tauchen zu viele Figuren auf, zu viele Orte, zu viele Nebenschauplätze und die Wahl einer indischen Polizeichefin überzeugt auch nicht, nicht mal wenn der Einfall am Anfang stand und darum herum ein literarisches Gebäude errichtet werden sollte. Das Bemühen um tiefere Bedeutung ist allzu offensichtlich. Wer Franzens andere beiden auf Deutsch erschienen Romane mag, wird enttäuscht sein, obwohl sein Humor auch hier spärlich durchscheint und man dem Autor sicher nicht absprechen will, dass er schreiben kann. Der 27ste Stadt leidet an dem, was ihr aufgebürdet wurde.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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