Dem Internet haftet bis heute der Ruf der massenhaften Verbreitung
von laienhaft erstellten Gratisinhalten an. Tatsächlich war das
Internet jedoch von Anfang ein Medium, das von Professionellen wie
von Laien, d.h. von KünstlerInnen, AutorInnen, Kulturschaffenden,
WissenschaftlerInnen und LiteraturliebhaberInnen als
Publikationsort und Experimentierfeld für neue Formen der
Produktion, Rezeption und Distribution von Literatur genutzt wurde.
Was wurde wann, wo und in welcher Form und Qualität bislang im
Internet publiziert? Diesen Fragen geht dieser Band nach, der dem
bislang noch wenig erforschten Bereich der Literaturvermittlung im
Internet gewidmet ist. Die hier präsentierten Ergebnisse wurden im
Rahmen eines vom österreichischen Forschungsfonds FWF geförderten
Projekts am Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA) der Universität
Innsbruck erarbeitet, das die Dokumention und Archivierung von
digitalen Literaturmagazinen zum Ziel hatte. Der vorliegende Band
dokumentiert die Vorgangsweise des Projekts, um damit eine
transparente Grundlage für ähnliche Archivierungsprojekte anbieten
zu können. Neben wissenschaftlichen Teilanalysen zu Form,
Entwicklung und inhaltlichen Merkmalen digitaler Literaturprojekte
im Vergleich zu den traditionellen Printformen dient der Band als
Handbuch, das grundlegende Informationen zu einer repräsentativen
Auswahl von Literaturmagazinen im deutschsprachigen Internet
enthält.
Renate Giacomuzzi (geboren 1958), Mitarbeiterin des IZA (Innsbrucker Zeitungsarchiv) und hauptverantwortliche Mitarbeiterin des FWF-Projekts DILIMAG (Digitale Literaturmagazine). 1977 bis 1984 Studium der Komparatistik/Slawistik/Germanistik in Innsbruck. 1984 Promotion. 1986 bis 2005 Visiting, Assistant und Associated Professor an der Tokio University of Foreign Studies, Hitotusbashi University und Nihon University in Tokio. Veröffentlichungen zu Imagologie, Rezeptionsforschung, Literatur und Neue Medien.
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