Des Glückes Schein - Ovenden, Keith

Keith Ovenden 

Des Glückes Schein

Roman. Aus d. Engl. v. Christa Seibecke

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Des Glückes Schein

Keith Ovenden legt hier den Folgeroman zu "Eine Art Vermächtnis" vor. Philip, der Erzähler aus "Eine Art Vermächtnis", der das Schicksal seines verstorbenen Freundes Moser zu entschlüsseln versuchte, ist nun selbst tot. Jetzt ist es Alice Crighton, seine Frau, die das Leben, die Vergangenheit ihres Mannes und die Umstände seines Todes für sich klären will. Dazu ist sie in die Sologne gereist, um seinen Nachlaß zu sichten und sich Rechenschaft abzulegen über die letzten, etwas seltsamen Wochen seines Lebens. Aber sie wird aus ihrer Ruhe aufgeschreckt durch eine chaotische englische Nachbarin, die in Vergessenheit geratene und trunksüchtige Rocksängerin Beatrix und den noblen Roland Beaumanière, der Philip in seiner Jugend kannte und womöglich den Schlüssel zu seinem geheimen Leben besitzt. Beide überraschen Alice, wie auch das Manuskript, das sie zwischen Philips Sachen findet. Alles zusammen hilft, Philips Vergangenheit zu verstehen und vielleicht auch seinen Tod. "Des Glückes Schein" ist ein schönes und nachdenkliches Buch, in dem es um Liebe und Willensfreiheit, Jugend und Reife, Erinnerung und Fiktion geht, ein intelligenter und spannender Roman.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 365
  • Deutsch
  • Gewicht: 494g
  • ISBN-13: 9783406493270
  • ISBN-10: 3406493270
  • Best.Nr.: 10864502

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Etwas befremdet ist Marion Löhndorf zunächst schon, dass der britische Autor Keith Ovenden in seinem Roman derart "witzig" über einen Selbstmörder schreibt. Der Band ist der zweite Teil einer Trilogie und auch hier lässt der Autor seinem "Hang zu makaberem Spaß und Spiel" unverdrossen Lauf, so die verwunderte aber zunehmend amüsierte Rezensentin. Die Witwe eines Philosophieprofessors, der sich das Leben genommen hat, ordnet dessen Nachlass und macht sich derweil Gedanken, ob man einen anderen Menschen wirklich kennen kann, fasst Löhndorf zusammen. Aus dieser Frage, so die Rezensentin angetan, "entsteht die fast krimihafte Spannung" des Buches und macht es trotz des düsteren Themas Selbstmord zu einer sehr "unterhaltsamen" Lektüre.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.12.2003

Die lustige Witwe
Das ist die Reklamation: Keith Ovenden sucht das wahre Glück

Bücher über Selbstmörder sind selten witzig. Anders Keith Ovendens Roman "Des Glückes Schein". Das Auffallendste daran ist der Gegensatz zwischen seinem wenig erbaulichen Inhalt - dem Weg eines an sich selbst und der Welt Verzweifelnden in den Tod - und dem abgeklärt-heiteren Erzählton. Noch merkwürdiger erscheint der Hang zur Heiterkeit aufgrund der Tatsache, daß weitgehend aus der Perspektive der Witwe erzählt wird, die, wie sie mehrfach bekundet, den Toten aufrichtig liebte. Auch im Rückblick, kurz nach seinem Tod erinnert sie sich an die exzentrischen Wesenszüge ihres Mannes nicht nur mit milder Nachsicht, sondern durchaus spöttisch. Ganz erklärlich ist diese sonderbare Spannung zwischen Tatsachen und Timbre zunächst nicht. Vielleicht, so denkt man zu Beginn, resultiert sie aus der englischen Maxime, daß nichts, worüber man keinen Witz machen kann, es verdiene, ernst genommen zu werden.

"Des Glückes Schein" ist der zweite Teil einer Trilogie, deren erster, "Eine Art Vermächtnis", ebenfalls die Erinnerung an einen Verstorbenen enthält. In einer …

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Keith Ovenden wuchs in London auf, studierte Englische Literatur und Politik und promovierte in Oxford, war zunächst Dozent an der University of Essex und arbeitete später als freier Journalist beim Rundfunk. Nach Aufenthalten in den USA, Neuseeland und Frankreich lebt er heute in Warschau. Er hat neben wissenschaftlichen Arbeiten mehrere Romane veröffentlicht. "Eine Art Vermächtnis", 2000 bei C.H.Beck erschienen, und "Des Glückes Schein" sind die ersten beiden Bände einer Trilogie, deren dritten Teil Ovenden vor kurzem beendet hat.

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