Die "Wundertäter"-Trilogie, 1957, 1973 und 1980
entstanden, zeichnet den dornenreichen Weg des Stanislaus Büdner
aus Waldwiesen vom poetisierenden Bäckergesellen zum kritischen
Schriftsteller nach. Mit Erwin Strittmatters unverwechselbarer
Erzählkunst aus Poesie, Menschenkenntnis und Humor gehört sie zu
den großen Werken der neueren deutschen Literatur.
Die Wundertäter"-Trilogie zeichnet den dornenreichen Weg des
Stanislaus Büdner aus Waldwiesen vom poetisierenden Bäckergesellen
zum kritischen Schriftsteller nach.
I: Just an dem Tag seiner Konfirmation zeigt sich, dass Stanislaus
Büdner den bösen Blick hat: Er scheintötet die Hühner seines
Vaters, und die ganze Konfirmationsgesellschaft ist genauso starr
wie die acht Pseudo-Hühnerleichen auf der Stalltreppe. Vater Gustav
fällt vor Entsetzen die Zigarre aus dem Mund. Aber da sich in
seinem Hause ein derart Begabter findet, muss er seine
Wundertätigkeit ausüben, denn "wer gesegnet ist, muß
wirken".
II: Stanislaus, der Wundertäter, kommt erstens aus dem Krieg zurück
und zweitens aus einem griechischen Kloster. Wie ein Mönch
gewandet, betritt er die Stadt Dinsborn am Niederrhein, um daselbst
eine Dichterei aufzumachen. Doch weil er kein Glück damit hat, geht
er zurück in seine Heimat, zu Vater Gustav. Er gewinnt einen neuen
wichtigen Bekannten, den Meisterfaun, der ihn mahnt: "Du
schreibst noch immer nicht, was du schreiben musst. Bring endlich
zu Papier, was dich quält."
III: Stanislaus Büdner, noch immer von der "Dichtsucht"
befallen, wird Verwalter der Lokalredaktion Kohlhalden. Dort wollen
ihm welche beibringen, anders zu dichten, als er will. Ein Sekretär
bietet ihm sein Leben "zwecks schriftstellerischer
Auswertung" an, doch Stanislaus entflieht in die
Briefträgerzunft. Am Ende fängt er wirklich an zu schreiben.
Erwin Strittmatter, geb. 1912 in Spremberg als Sohn eines Bäckers und Kleinbauern, beendete das Realgymnasium mit 17 Jahren und begann eine Bäckerlehre. Arbeitete als Bäckergeselle, Kellner, Chauffeur, Tierwärter und Hilfsarbeiter. Im Zweiten Weltkrieg Soldat, desertierte er gegen Ende des Krieges. Ab 1945 arbeitete er erneute als Bäcker, war daneben Volkskorrespondent einer Zeitung und seit 1947 Amtsvorsteher in sieben Gemeinden, später Zeitungsredakteur in Senftenberg. Lebte seit 1954 als freier Schriftsteller in Dollgow/Gransee. Er starb am 31.1.1994.
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