Der Wunderpapst - Englisch, Andreas

Andreas Englisch 

Der Wunderpapst

Johannes Paul II.

Gebundenes Buch
 
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Der Wunderpapst

Johannes Paul II.Regierte mit Karol Wojtyla, dem legendären Papst Johannes Paul II., ein Heiliger im Vatikan? Ein charismatischer Mann, dessen Pontifi kat von Wundern begleitet war? Die Seligsprechung im Mai 2011 bestätigt, was Andreas Englisch, der deutsche Vatikan-Experte, seit zwei Jahrzehnten beobachtet hat: Es gibt viele Indizien, dass sich im Umfeld des polnischen Papstes übernatürliche Ereignisse, etwa spontane Heilungen, vollzogen. Erstmals präsentiert Englisch die Ergebnisse seiner langjährigen Recherchen zum "Wunderpapst". Spürbar wird die tiefe innere Kraft und Freiheit Karol Wojtylas, der weder vor der Vatikan-Bürokratie noch vor den Machthabern des damaligen Ostblocks in die Knie ging. Johannes Paul II. selbst sah sich nicht als Heiligen, er suchte die Nähe der Menschen und trug seine ebensbotschaft in die Welt: Habt keine Angst! Eine spannende kriminalistische Spurensuche und ein sehr persönliches Buch von Andreas Englisch.

In der Rekordzeit von nur sechs Jahren, rascher sogar als Mutter Teresa aus Kalkutta, und nach beschleunigtem Verfahren, das bereits drei Monate nach seinem Hinscheiden eröffnet wurde (»Santo subito«), wird Johannes Paul II. am 1. Mai 2011 nun feierlich im Petersdom zu Rom seliggesprochen – als Zwischenstation vor seiner sicher zu erwartenden Heiligsprechung. Dabei hatte Johannes Paul II., der durch sein souveränes mediales Auftreten und den Umgang mit seiner Parkinson-Erkrankung die Herzen der Menschen erobert hat, in seiner langen Amtszeit (1978–2005) selbst die ungeheure Zahl von etwa 1.800 Selig- und Heiligsprechungen abgesegnet – und so alle Statistiken über die Jahrhunderte weit in den Schatten gestellt.

Und Andreas Englisch beschäftigt sich eingehend mit der Frage, in welchen Fällen der polnische Papst auch selbst Wunder gewirkt hat: Exemplarisch hierfür ist der Fall der Genesung der französischen Ordensfrau Marie Simon-Pierre, deren Wunderheilung Johannes Paul II. nach der Erlösung von seinem eigenen Parkinson-Leiden bewirkt haben soll – sie sah sich plötzlich von dieser Krankheit befreit, nachdem der tote Papst in Gebeten um Hilfe angefleht worden war. Aber Andreas Englisch berichtet auch von vielen anderen, bislang geheim gehaltenen Fällen von verbürgter Wunderheilung, die sich schon zu dessen Lebzeiten auf Auslandsreisen des Papstes zugetragen haben und die er selbst aus der Nähe beobachten oder persönlich nachrecherchieren konnte.



Produktinformation

  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 270 S., 12 Farbfototaf.
  • Seitenzahl: 270
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 134mm x 30mm
  • Gewicht: 426g
  • ISBN-13: 9783570100660
  • ISBN-10: 3570100669
  • Best.Nr.: 33071790
Andreas Englisch, Jg. 1963, studierte Literaturwissenschaften und Journalistik. Er lebt seit 1987 als Journalist in Rom und leitete zehn Jahre lang das italienische Korrespondentenbüro des Axel-Springer-Verlages. Heute schreibt er exklusiv für 'Bild' und 'Bild am Sonntag' aus Italien und kommentiert für verschiedene Fernsehsender das Geschehen hinter den Kulissen des Vatikans. Andreas Englisch lebt seit 1987 in Rom als Vatikan-Korrespondent. Er stand in engem Kontakt zu Papst Johannes Paul II. und gehört zu den sechs Journalisten, die Benedikt XVI. auf allen Reisen begleiten dürfen.

Leseprobe zu "Der Wunderpapst" von Andreas Englisch

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Leseprobe zu "Der Wunderpapst" von Andreas Englisch

Das Rätsel Karol Wojtyla (S. 104-106)

Krakau, drei Jahre später, 17. August 2002, ein Samstag. Es war 9.30 Uhr, und ich wartete vor dem Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit bei Krakau auf die Ankunft von Papst Johannes Paul II. Auf einmal entdeckte ich in der Menge Jarek. »Pivo kaputt«, sagte er lachend, ich lachte ebenfalls, wie lagen uns in den Armen. Wir hatten jede Menge zu besprechen. Er erzählte mir, wie sehr sich Polen verändert hatte, ich erzählte ihm von meinem Sohn.

Wir sahen zu, wie die eindrucksvolle Polizei-Eskorte näher kam und mit ihr das Papamobil. Wir sahen beide auf den alten Papst, der sich aus dem Wagen quälte. Er war wirklich einen weiten Weg gegangen, der Mann, der zum achten Mal seit seiner Wahl nach Polen gekommen war – und er gab einfach nicht auf. Er hatte damals ja mit dieser Grippe im Bett gelegen, hatte die Massenmesse vor mehr als 1,5 Millionen Polen, die tagelang auf ihn gewartet hatten, nicht feiern können. Aber er hatte versprochen, zurückzukommen, noch einmal, vielleicht das letzte Mal vor seinem Tod. Und er hatte Wort gehalten. Er konnte keinen Schritt mehr gehen, und das Sprechen machte ihm enorme Mühe, aber er dachte nicht daran aufzugeben. Wir blickten beide gebannt auf diesen alten Mann.

Ein Zauber lag in dieser Zeit über Karol Wojtyla, anders kann ich es wirklich nicht beschreiben. Wenn er kam, dann bewegte das die Menschen, auch jene, die nichts mit der Kirche zu tun haben wollten. Er konnte schon lange nicht mehr klar sprechen, schon lange die Menschen nicht mehr mit seinen Worten erreichen. Er war einfach da. Seine Ausstrahlung war unglaublich. Wenn er kam, dann kam nicht nur ein alter, gebrechlicher Papst. Wer immer da kam, mit ihm kam irgendetwas, das nicht den Kopf der Menschen erreichte, sondern ihre Seele, auch meine. Schwer fiel es ihm, die Augenlider oben zu halten; als litte er an einer unendlichen Müdigkeit, fiel das linke Augenlied immer wieder herab; sein Arm zitterte, und die Zeit hatte seine Hand verwüstet.

Es war eine kräftige Männerhand gewesen, eine Hand, die einmal Rucksäcke auf Schultern gewuchtet hatte, um durch die Tatra-Berge zu steigen – in den ältesten Bergschuhen der Welt. Wann immer er neue geschenkt bekommen hatte, hatte er sie weiterverschenkt, an irgendwen, der noch weniger hatte als er. Dieser Mann hatte nie etwas für sich gewollt und immer nur gegeben. Und was er jetzt noch zu geben hatte, das war an diesem Abend im August 2002 nicht mehr viel.

Sein Gesicht war wächsern geworden, er konnte es nicht mehr zu einem Lächeln zwingen, die Mimik des Mannes, der wahrscheinlich als erster Papst der Geschichte es gewagt hatte, Hunderttausende zum Lachen zu bringen, war zu einer Maske erstarrt. Ach Heiligkeit, dachte ich an diesem Tag in Krakau, ich erinnere mich an alles, an den Tag in Rio, als du mit einem Schlag ein ganzes Volk zum Lächeln brachtest. »Nehmen wir an, Gott ist ein Brasilianer, dann gehört der Papst nach Rio de Janeiro«, hast du gesagt, und die Leute haben sich gebogen vor Lachen. Der Marathonmann des Herrn würde seinen Weg zu Ende bringen.

Und immer noch ging von ihm dieses Staunen aus: Wie schön die Erde war und wie gut Gott daran getan hatte, sie zu schaffen. Gott sei mit dir, alter Mann, dachte ich, als er in das Heiligtum geschoben wurde. »Er wird nicht wiederkommen«, sagte Jarek neben mir. »Das ist das letzte Mal.« »Ja. Das glaube ich auch. Er ist diesmal nicht gekommen, um Polen ins Gewissen zu reden, er ist gekommen, um Abschied zu nehmen, und weißt du, was man spürt? Es fällt ihm unendlich schwer, alles zögert er hinaus. Jeden Augenblick dehnt er aus, jedes Gesicht schaut er so lange an, wie er kann.

Kundenbewertungen zu "Der Wunderpapst" von "Andreas Englisch"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Martin M. aus Köln am 23.11.2011 ***** ausgezeichnet
Ein tolles Buch! Das Leben des Karol Wojtyla als Papst Johannes Paul II. Hört sich zunächst recht trocken an, aber Andreas Englisch versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Man wird regelrecht ein Fan des Wunderpapstes!

Ausgezeichnet geschriebenes und vom Autor erlebtes Buch, sehr glaubhaft vermittelt. Wenn vielleicht auch nicht alle beschriebenen Wunder wirklich Wunder waren, Wunder bewirkt hat dieser Papst allemal. Und er war trotzdem ein "ganz normaler" Mensch geblieben.

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Bewertung von Bernold70 aus Lippetal am 02.09.2011 ***** sehr gut
Das Buch ist leicht und spannend zu lesen. Hat mir viel Freude bereite. Binselber kein großer Leser.
Zeigt auch wie Menschlich doch der Papst ist. Es ist auch eine Freude wie Andreas Englisch mit sein westfälischen Art, humorvoll schreibt. Bin auch Westfale. Auch wir haben Humor. Einfach klasse,lustig und geistreich zugleich..

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 26.04.2011 ***** ausgezeichnet
Es ist unumstritten, Papst Johannes Paul II. war ein sehr bedeutender Papst mit politischem Einfluß und großer geistlicher Führungskraft.

Ihm kam der politische Zusammenbruch der sozialistischen Länder zuhilfe, deswegen war er so sehr wie kein anderer je zuvor Hoffnungsträger vieler Menschen aus dem Osten. Inwieweit er selbst im Hintergrund am Zerfall des Sozialismus beteiligt war, liegt weitesgehend im Dunkel - vielleicht kann der Vatikanfreundliche Andreas Englisch da mal ein wenig mehr Licht ins Dunkel bringen.

Geistliche Führungskraft besaß Johannes Paul II. ganz bestimmt. Gerade gegen Ende seiner Amtszeit, als er bereits schwer gezeichnet von seiner Krankheit war, erstarkte er in seinem Anspruch auf geistliche Führung. Und gerade dies beeindruckte die Menschen so sehr: Aus der körperlichen Schwäche heraus, erstarkte der Papst immer mehr und berührte selbst seine Feinde. Manche sehen bereits in diesem erstarken des hinfällig gewordenen Papstes ein Wunder.

Geistliche Führungskraft und der Glaube von Menschen können Wunder bewirken, dies ist längst nichts neues. Andreas Englisch beschreibt derartige Fälle in seinem Buch, weil wir Menschen doch immer wieder möglichst alles bewiesen und anerkannt haben wollen und um seinem Papstidol noch einmal zujubeln zu lassen. Mit keinem Buchstaben zweifle ich an den Wundern die man Papst Johannes Paul II. zuschreibt. Es war schon immer in der Geschichte so, dass Einige etwas als ein Wunder betrachten und daran glauben und Andere widerum unachtsam daran vorbeigehen und an das betreffende Wunder nicht glauben können oder es einfach nicht sehen. Gerade deshalb ist es besser davon zu reden, dass man an ein Wunder glaubt, aber es nicht bewiesen haben muss.

Was mich an diesem Buch ein wenig stört, ist die Tatsache, dass gerade Andreas Englisch, der Johannes Paul II. geradezu angehimmelt hat dieses Buch verantwortet. Er würde nie etwas kritisches über den Wunderpapst schreiben. Wer dieses Buch liest muss wissen: Andreas Englisch ist seit Mitte der 80er Jahre als Vatikan - Korrespondent in unmittelbarer Nähe des Papstes gewesen, stand ständig im engen Kontakt zu ihm, hat ihn auf allen wichtigen Reisen begleitet, für mich ist diese Nähe, bereits zu vergleichen mit Voreingenommenheit. Wer Jahrzehnte freundschaftlich mit Johannes Paul II. verbunden war, von dem ist nur Lob und Bewunderung für den Wunderpapst zu erwarten und da zumindest hat Andreas Englisch nicht enttäuscht.

Warum er sich allerdings nicht an die eindringliche Bitte des Papstes Johannes Paul II. gehalten hat, nicht über die Dinge zu sprechen die mit Wunder im Zusammenhang mit dem Papst gebracht werden können ist mir unbegreiflich. Bislang war dies ein Tabu. Ob man dem Glauben an Wunder mit diesem Buch einen Dienst erweist ist mir äußerst fraglich.


Christian Döring

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