Der Vorhang geht auf - Dalos, György

György Dalos 

Der Vorhang geht auf

Das Ende der Diktaturen in Osteuropa

Dtsch. Bearb. v. Elsbeth Zylla
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Der Vorhang geht auf

Das Jahr 1989 bedeutete für die osteuropäischen Staaten Polen, Ungarn, DDR, CSSR, Bulgarien und Rumänien nach jahrzehntenlanger Abhängigkeit von der UdSSR und Herrschaft der kommunistischen Diktatur einen tiefen Einschnitt: endlich konnten diese Länder ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, demokratische Strukturen aufbauen und den Anschluß an das westliche Europa suchen.
Der Schriftsteller György Dalos erzählt, wie der Prozeß der Loslösung in Gang kam, welche Zufälle und Details eine Rolle spielten und welche Widerstände überwunden werden mussten, bevor aus dem Ostblock hinter dem Eisernen Vorhang ein östliches Europa werden konnte. Die Massenflucht der DDR-Bürger über die ungarische Grenze oder der gemeinsame Auftritt von Vßclav Havel und Aleksander Dubcek auf dem Prager Wenzelsplatz - diese Ereignisse bezeugen eindrucksvoll eine historische Massenaktivität, einen euphorischen und ungebremsten Freiheitsdrang. Diese sich beschleunigende Befreiungsbewegung erhielt in den betreffenden Ländern Namen wie "Systemwechsel", "Wende" oder auch "Revolution" - in jedem Fall leitete sie einen Prozeß ein, der zu Demokratie, nationaler Souveränität und einem neuen europäischen Selbstverständnis führte.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 272 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 272
  • Beck'sche Reihe Bd.1968
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 125mm x 20mm
  • Gewicht: 265g
  • ISBN-13: 9783406607141
  • ISBN-10: 3406607144
  • Best.Nr.: 29426351

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Angetan zeigt sich Paul Jandl von György Dalos' Buch über das Ende des Eisernen Vorhangs 1989. Er bescheinigt dem ungarischen Schriftsteller, die Situation in den kommunistischen Diktaturen in Osteuropa gekonnt einzufangen. Neben der Beschreibung der historischen Fakten gelingt es Dalos in seinen Augen auch, die Psychologie jener Jahre verständlich zu machen, einer Zeit, in der sich "Hoffnung mit Resignation" mischte. Das Buch zeichnet sich für Jandl besonders durch seine gelungenen "atmosphärischen Verdichtungen" aus.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2009

Von Plauen bis Plovdiv
György Dalos erzählt vom Ende der osteuropäischen Dikaturen
Man kann lange darüber streiten, ob das osteuropäische Revolutionsjahr 1989, das sechs kommunistische Diktaturen beendete, in Polen oder Ungarn begann. Am 10. Januar beschloss das Zentralkomitee der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (USAP) die Zulassung politischer Parteien, wenige Tage später folgten die polnischen Genossen und akzeptierten den politischen Pluralismus. In Budapest wie Warschau sanktionierte der Beschluss Entwicklungen, die Monate vorher begonnen hatten. Die Polen aber bereiteten den Machtwechsel mit besonderem Stilgefühl vor: Bereits im Spätsommer 1988 erhielt die Möbelwerkstatt Henryków, die bis heute zu den besten Europas gehört, den Auftrag, einen runden Tisch nebst 58 Stühlen zu fabrizieren. Die private Firma hatte bereits die Kammern im wiedererstandenen Warschauer Königsschloss eingerichtet und den Papstthron für Johannes Paul II. gefertigt. Den runden Tisch lieferte sie rechtzeitig. Er war aus vierzehn Elementen zusammengesetzt und besaß einen Durchmesser von neun Metern. Nirgendwo sonst in Osteuropa blieb den Machthabern ausreichend Zeit, …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2009

Blättern in Beitrittsgebieten

Zwanzig Jahre Mauerfall - wer soll das bitte alles lesen? Ein Eilmarsch durch das Buchgebirge

Plötzlich war die Mauer wieder da. Aufgebaut aus Büchern zu zwanzig Jahren Mauerfall, DDR-Agonie, Wiedervereinigung. Und wer sitzt dahinter, ganz alleine, während alle anderen sich sonst wo rumtreiben dürfen: ich natürlich. Warum interessiert das eigentlich sonst keinen, frag' ich mich manchmal. Und dann muss ich mich aber auch fragen: Interessiert es denn mich überhaupt? Feministische Schriften werden im Wesentlichen auch nur von Frauen gelesen und oft nicht mal von denen. Nennen wir es also Pflichtbewusstsein aus Betroffenheit, gelegentlich dann aber doch wieder übergehend in brennendes Interesse: Das alles hat schließlich mit einem zu tun, man war dabei, es hat alles verändert; und direkt darauf wieder dieser entsetzliche Überdruss: Man war ja, wie gesagt, dabei, hat alles tausendmal gelesen und noch öfter selbst erzählt, es hat einem das Leben verändert - und das spricht ja im Zweifel schon mal gegen einen. Es ist mit diesen Büchern, kurz gesagt, wie mit der Sache selbst.

Fangen wir mal mit dem Erfreulichen …

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György Dalos, 1943 in Budapest geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1995 den 'Adelbert-von-Chamisso-Preis' und 2000 die 'Goldene Plakette der Republik Ungarn'. Bei C.H.Beck liegen von ihm vor: Ungarn in der Nußschale. Geschichte meines Landes (bsr 1638) und 1956. Der Aufstand in Ungarn (2006).

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