Der verworfene Stein - Wangenheim, Wolfgang von

Wolfgang von Wangenheim 

Der verworfene Stein

Winckelmanns Leben

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Der verworfene Stein

"Die einzige aktuelle Biografie des Begründers der Kunstgeschichte. Wolfgang von Wangenheim geht in diesem Buch dem faszinierenden Leben Winckelmanns nach. Er erhellt darin auch die zwar bekannte, aber wenig erforschte Homoerotik Winckelmanns und weist den Zusammenhang zwischen ihr und der Entwicklung seiner Theorien nach. Johann Joachim Winckelmann (1718 û 1768) gilt als Begründer der klassischen Archäologie und der neueren Kunstwissenschaft. Seine Schriften waren bahnbrechend für den Geschmackswandel vom Barock zum Klassizismus. Mit seinen programmatischen äGedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in Malerei und Bildhauerkunstô(1755) und seinem epochemachenden Werk äGeschichte der Kunst des Altertumsô (1764) wurde er zum führenden Kunstwissenschafter nicht nur seiner Zeit. Er setzte an die Stelle der bis dahin üblichen Künstlergeschichten eine zusammenhängende Stilgeschichte. äEine niedrige Kindheit, unzulänglicher Unterricht in der Jugend, zerrissene und zerstreute Studien im Jünglingsalter [...] Er war dreißig Jahre alt geworden, ohne irgendeine Gunst des Schicksals genossen zu haben, aber in ihm selbst lagen die Keime eines wünschenswerten und möglichen Glücks.ô (Goethe) Mit fünfzig Jahren, auf dem Gipfel seines Ruhms, wurde Winckelmann in Triest ermordet. Um dieses Sterben ranken sich bis heute zahlreiche Legenden. "

Die einzige aktuelle Biografie des Begründers der Kunstgeschichte. Wolfgang von Wangenheim geht in diesem Buch dem faszinierenden Leben Winckelmanns nach. Er erhellt darin auch die zwar bekannte, aber wenig erforschte Homoerotik Winckelmanns und weist den Zusammenhang zwischen ihr und der Entwicklung seiner Theorien nach.Johann Joachim Winckelmann (1718 1768) gilt als Begründer der klassischen Archäologie und der neueren Kunstwissenschaft. Seine Schriften waren bahnbrechend für den Geschmackswandel vom Barock zum Klassizismus. Mit seinen programmatischen Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in Malerei und Bildhauerkunst(1755) und seinem epochemachenden Werk Geschichte der Kunst des Altertums (1764) wurde er zum führenden Kunstwissenschafter nicht nur seiner Zeit. Er setzte an die Stelle der bis dahin üblichen Künstlergeschichten eine zusammenhängende Stilgeschichte.Eine niedrige Kindheit, unzulänglicher Unterricht in der Jugend, zerrissene und zerstreute Studien im Jünglingsalter [...] Er war dreißig Jahre alt geworden, ohne irgendeine Gunst des Schicksals genossen zu haben, aber in ihm selbst lagen die Keime eines wünschenswerten und möglichen Glücks. (Goethe)Mit fünfzig Jahren, auf dem Gipfel seines Ruhms, wurde Winckelmann in Triest ermordet. Um dieses Sterben ranken sich bis heute zahlreiche Legenden.


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 137mm x 34mm
  • Gewicht: 507g
  • ISBN-13: 9783882218619
  • ISBN-10: 3882218614
  • Best.Nr.: 14404907
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.11.2005

Die totale Sensibilisierung preisen
Wolfgang von Wangenheim spürt Winckelmanns Leidenschaften nach / Von Henning Ritter

Eine der weitreichenden Folgen der Lehre Johann Joachim Winckelmanns hat Hans Sedlmayr einmal in denkbar knapper Form formuliert: Durch ihn habe die neue Kunstgeschichtsschreibung an direktem Interesse für die Künstlerschaft verloren. Sein berühmtes, 1764 in der "Geschichte der Kunst des Altertums" zum ersten Mal durchgeführtes entwicklungsgeschichtliches Schema erledigte nicht nur die alte Künstlerbiographie und brachte die Künstler selbst in ein vermitteltes Verhältnis zur Kunst der Vergangenheit. Der Königsweg der Annäherung an die Kunst war fortan die vergleichende und chronologische Ordnung ihrer Werke.

Der Erfolg dieser neuen Betrachtungs- und Darstellungsweise machte die Kunsthistoriker zu Souveränen im Reich der Kunst, mit einer Machtbefugnis, wie sie keiner der Kunstkenner, die ihnen vorausgegangen waren, je gehabt hatte. Der Erfinder dieser neuen Kunstgeschichte wurde dadurch zu einer Art Überkünstler. So ist es kein Zufall, daß er selbst zum Gegenstand einer dreibändigen Biographie "Winckelmann und …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Durchschlagend war der Erfolg der kunsttheoretischen Schriften Johann Joachim Winckelmanns - ein Erfolg, der ihm, aus ärmsten Verhältnissen stammend, nicht in die Wiege gelegt war. Wolfang von Wangenheims Biografie hat vor allem das eine Ziel, nach den Gründen für diesen Erfolg zu fragen. Er sieht sie vor allem, so referiert Henning Ritter, in der Leidenschaft des Autors, die sich durchaus aus seinen homosexuellen Antrieben speiste, einer Leidenschaft, die "die Impulse von Sexualität, Freundschaft, Liebe direkt in die Kunstbetrachtung lenkt". Als sehr angenehm empfindet es der Rezensent, dass von Wangenheim dabei weder reduktionistisch vorgehe noch, bei aller Betonung des Sexuellen, in einen "Woodstockton" verfalle. Besonders hebt Ritter die Bedeutung des "unerschöpflichen Reichtums eigenwilliger Sprachwendungen" bei Winckelmann hervor. Es ist, fügt er hinzu dieser Reichtum, der den Autor zu einem der "großen Verführer" seiner Zeit gemacht hat.

© Perlentaucher Medien GmbH
Wilhelm von Wangenheim, geb. 1938 in Teltow, und wuchs in Kassel auf. Nach einem Studium der Germanistik in Göttingen lehrte er an den Universitäten Paris, Abidjan, Dakar. Seit 1977 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin und publizierte zu Winckelmann und Casanova, Wilhelm Heinse, Hans Henny Jahnn und Hubert Fichte. Im Mittelpunkt seiner Beschäftigung mit Kunst und Literatur stehen zwei Themen, das Verhältnis von Mythos und Kunstwerk, sowie die Rezeption der Antike seit der Renaissance bis zu Winckelmann.

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