Artikelseite zu "Der verworfene Stein" Drucken
Der verworfene Stein
Winckelmanns Leben
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Matthes & Seitz Berlin
- 2005
- Ausstattung/Bilder: 2005. 332 S. m. 15 Abb
- Seitenzahl: 332
- Deutsch
- Abmessung: 212mm x 137mm x 34mm
- Gewicht: 507g
- ISBN-13: 9783882218619
- ISBN-10: 3882218614
- Best.Nr.: 14404907
Produktbeschreibung zu "Der verworfene Stein"
Kurzbeschreibung
"Die einzige aktuelle Biografie des Begründers der Kunstgeschichte. Wolfgang von Wangenheim geht in diesem Buch dem faszinierenden Leben Winckelmanns nach. Er erhellt darin auch die zwar bekannte, aber wenig erforschte Homoerotik Winckelmanns und weist den Zusammenhang zwischen ihr und der Entwicklung seiner Theorien nach. Johann Joachim Winckelmann (1718 û 1768) gilt als Begründer der klassischen Archäologie und der neueren Kunstwissenschaft. Seine Schriften waren bahnbrechend für den Geschmackswandel vom Barock zum Klassizismus. Mit seinen programmatischen äGedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in Malerei und Bildhauerkunstô(1755) und seinem epochemachenden Werk äGeschichte der Kunst des Altertumsô (1764) wurde er zum führenden Kunstwissenschafter nicht nur seiner Zeit. Er setzte an die Stelle der bis dahin üblichen Künstlergeschichten eine zusammenhängende Stilgeschichte. äEine niedrige Kindheit, unzulänglicher Unterricht in der Jugend, zerrissene und zerstreute Studien im Jünglingsalter [...] Er war dreißig Jahre alt geworden, ohne irgendeine Gunst des Schicksals genossen zu haben, aber in ihm selbst lagen die Keime eines wünschenswerten und möglichen Glücks.ô (Goethe) Mit fünfzig Jahren, auf dem Gipfel seines Ruhms, wurde Winckelmann in Triest ermordet. Um dieses Sterben ranken sich bis heute zahlreiche Legenden. "
Beschreibung
25.11.2005
Die totale Sensibilisierung preisen
Wolfgang von Wangenheim spürt Winckelmanns Leidenschaften nach
/ Von Henning Ritter
Eine der weitreichenden Folgen der Lehre Johann Joachim
Winckelmanns hat Hans Sedlmayr einmal in denkbar knapper Form
formuliert: Durch ihn habe die neue Kunstgeschichtsschreibung an
direktem Interesse für die Künstlerschaft verloren. Sein berühmtes,
1764 in der "Geschichte der Kunst des Altertums" zum
ersten Mal durchgeführtes entwicklungsgeschichtliches Schema
erledigte nicht nur die alte Künstlerbiographie und brachte die
Künstler selbst in ein vermitteltes Verhältnis zur Kunst der
Vergangenheit. Der Königsweg der Annäherung an die Kunst war fortan
die vergleichende und chronologische Ordnung ihrer Werke.
Der Erfolg dieser neuen Betrachtungs- und Darstellungsweise machte
die Kunsthistoriker zu Souveränen im Reich der Kunst, mit einer
Machtbefugnis, wie sie keiner der Kunstkenner, die ihnen
vorausgegangen waren, je gehabt hatte. Der Erfinder dieser neuen
Kunstgeschichte wurde dadurch zu einer Art Überkünstler. So ist es
kein Zufall, daß er selbst zum Gegenstand einer dreibändigen
Biographie "Winckelmann und …
25.11.2005
Durchschlagend war der Erfolg der kunsttheoretischen Schriften
Johann Joachim Winckelmanns - ein Erfolg, der ihm, aus ärmsten
Verhältnissen stammend, nicht in die Wiege gelegt war. Wolfang von
Wangenheims Biografie hat vor allem das eine Ziel, nach den Gründen
für diesen Erfolg zu fragen. Er sieht sie vor allem, so referiert
Henning Ritter, in der Leidenschaft des Autors, die sich durchaus
aus seinen homosexuellen Antrieben speiste, einer Leidenschaft, die
"die Impulse von Sexualität, Freundschaft, Liebe direkt in die
Kunstbetrachtung lenkt". Als sehr angenehm empfindet es der
Rezensent, dass von Wangenheim dabei weder reduktionistisch vorgehe
noch, bei aller Betonung des Sexuellen, in einen
"Woodstockton" verfalle. Besonders hebt Ritter die
Bedeutung des "unerschöpflichen Reichtums eigenwilliger
Sprachwendungen" bei Winckelmann hervor. Es ist, fügt er hinzu
dieser Reichtum, der den Autor zu einem der "großen
Verführer" seiner Zeit gemacht hat.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Wolfgang von Wangenheim"
Wilhelm von Wangenheim, geb. 1938 in Teltow, und wuchs in Kassel auf. Nach einem Studium der Germanistik in Göttingen lehrte er an den Universitäten Paris, Abidjan, Dakar. Seit 1977 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin und publizierte zu Winckelmann und Casanova, Wilhelm Heinse, Hans Henny Jahnn und Hubert Fichte. Im Mittelpunkt seiner Beschäftigung mit Kunst und Literatur stehen zwei Themen, das Verhältnis von Mythos und Kunstwerk, sowie die Rezeption der Antike seit der Renaissance bis zu Winckelmann.























Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20