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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 18.11.2009 ***** ausgezeichnet
Die junge Anne lernt im Montreal der 1970er Jahre den aus Kambodscha stammenden Serey kennen. Serey kam zum Studieren nach Kanada und kann nicht zurück in seine Heimat, da die Grenzen geschlossen wurden. Beide verlieben sich fast auf der Stelle ineinander und sind in den Clubs unterwegs, verbringen die wunderbare Zeit frisch Verliebter, zusätzlich verbunden durch die Musik und entgegen der Vorbehalte von Annes Vater.
Doch dann ergibt sich für Serey die Möglichkeit in seine Heimat zurück zu kehren, seine Familie zu suchen, und er geht ohne Anne zurück. Zehn Jahre vergehen, in der sie ohne Verbindung zueinander sind. Doch dann reist Anne nach Kambodscha und macht sich auf die Suche nach Serey, den sie dann auch wie durch ein Wunder findet. Doch er hat sich verändert und braucht lange Zeit, um Anne von seiner Familie zu erzählen und womit der den Tag verbringt, was seine Arbeit ist. Das wird ihm dann auch zum Verhängnis.
Erst drei Jahrzehnte später schafft es Anne über ihre Liebe zu Serey und die Zeit mit ihm zu berichten. Dazu muss sie es schaffen, aus ihrer inneren Erstarrung heraus zu kommen.

Unheimlich eindrucksvoll schildert Kim Echlin die leidenschaftliche, bedingungslose Liebe von Anne zu Serey. Wie viel Kraft Liebe und Hoffnung den Menschen gibt, dass Anne in die Ungewissheit, nach Kambodscha, aufbricht, um ihre große Liebe zu finden. Die Sprache der Autorin enthält keine überflüssigen Ausschmückungen und ist schon eher sparsam. Bei der Schilderung der Gräueltaten gegen die kambodschanische Zivilbevölkerung, was Sereys Familie passierte, und was dann auch mit Serey geschieht und Annes erneute Suche nach ihm, da wäre jedes zusätzliche Wort auch zu viel. Diese Gefühle und Umstände zu schildern ist im Schreibstil der Autorin genau passend und alles andere wäre für den Leser schon zu viel.
Dieser Roman hat mich gefangen genommen. Man wird automatisch in die Geschichte hineingezogen und kann sich dem kaum entziehen. Dabei fühlt man diese unbändige Liebe und auch diese Traurigkeit mit der sie endet, das Unvorstellbare, was in diesem Land passierte und auch noch passiert. Wie können Menschen so weiter existieren und so werden. Wie konnte Anne weiter leben.
Ein ganz bemerkenswertes Buch, für das es schwer fällt die passenden Worte zu finden. Einfach nur lesen und sich an den Worten der Autorin erfreuen, eintauchen in diese schöne und furchtbare Geschichte.

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