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Der verlorene letzte Ball
Roman
Übersetzung: Elisabeth Edl
- Einband: Buchleinen
- Buch mit Leinen-Einband
Produktinformation
- Verlag: Wagenbach
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 112 S.
- Seitenzahl: 112
- Salto
- Deutsch
- Abmessung: 209mm x 116mm x 15mm
- Gewicht: 179g
- ISBN-13: 9783803112644
- ISBN-10: 3803112648
- Best.Nr.: 26238260
Produktbeschreibung zu "Der verlorene letzte Ball"
Kurzbeschreibung
Roubaud erzählt die Geschichte, die harmlos beginnt: die Geschichte von Laurent und NO, zweil Balljungen im Franjreich der Vichy-Regierung. Auf einem Golfplatz belauschen sie das Gespräch eines Gestapomannes mit dem Chef der französischen Miliz. Laurents Vater, im Widerstand aktiv, war in Gefahr, in eine Falle zu laufen, wenn er nicht rechtzeitig gewarnt würde. NO übernimmt diese Aufgabe, und Laurent verspricht ihm dafür, 55.555 Golfbälle zu sammeln, die außerhalb des Platzes gelandet waren, keinen mehr, keinen weniger. Aus dem scheinbar überschaubaren Versprechen wird eine Aufgabe fürs Leben, die Laurent sehr ernst nimmt: zu ernst, wie sich am Ende - auch des Lebens von Laurent - herausstellt.
10.12.2009
Kombinationsspielerei
Ein Gentleman hält Wort, selbst wenn das bedeutet, dass man 55 555
verlorene Golfbälle einsammeln muss. Laurent, der Sohn eines sehr
britischen Schotten, gibt sein Wort, damit sein Freund NO Laurents
Vater warnt, der als Résistancekämpfer in Südfrankreich vom Feind
überrascht zu werden droht. Und Laurent hält Wort: Er bricht das
Gymnasium ab, wird Caddie und verbringt den Rest seines Lebens mit
dem Sammeln und Archivieren kleiner weißer Kugeln. Währenddessen
lebt NO üppig, heiratet Laurents Verehrte - und hat ein Auge
darauf, dass sein Freund Bälle jagt und das Leben versäumt. Eine
heiter absurde und zutiefst tragische Kombinationsspielerei, mit
der Jacques Roubaud seiner OuLiPo-Mitgliedschaft ganze Ehre macht.
Der kleine Roman, 2003 bei Hanser erschienen, wird von Wagenbach in
Lizenz neu aufgelegt; es handelt sich um dieselbe Übersetzung, die
bis auf den Titel (besser: "Der letzte verlorene Ball")
überzeugt. Mit Leichtigkeit erzählt er Schicksalsschweres - Krieg
ist die Zeit von Lüge und Verrat. Laurent wird zwar früh vom Vater
gewarnt: ",Ein Gentleman lügt niemals.' (Doch er fügte
auch mit leiser Stimme hinzu: ,Er belügt …
05.12.2009
Drei deutsche Neuerscheinungen aus der Geschichte und Gegenwart der
in Frankreich entstandenen Experimentalliteraturtradition des
"Oulipo" bespricht auf einen Streich Georg Renöckl.
Jacques Roubaud, 1932 geboren, gehört als Mathematiker und Literat
zu den "Doppelbegabungen" des Oulipo-Kreises. Ganz sicher
ist es, so der Rezensent, kein Zufall, dass im Zentrum des schmalen
Romans (wiederveröffentlicht nach einer 2003 erschienenen ersten
deutschen Ausgabe) eine Zahl steht. Warum es allerdings justament
diese - 55 555 - sein muss, konnte der Rezensent nicht ergründen.
Die Rolle im Buch ist freilich klar: Ein Freund hat dem Vater des
anderen das Leben gerettet, indem er ihn vor den Nazis bewahrte.
Zum Dank hat der Sohn dem Freund versprochen, 55.555 beim Spiel
verlorene Golfbälle für ihn zu sammeln. "Berührend"
findet Renöckl Roubauds Erzählung, "elegant" auch,
allerdings äußert er Verständnis für alle jene, die auf eine solche
Verwischung der Grenze zwischen "Spiel und Spielerei"
nicht erpicht sind.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Jacques Roubaud"
Jacques Roubaud, geboren 1932, ist Mathematiker und Schriftsteller und lebt in Paris. Er ist Mitglied der von François Le Lionnais und Raymond Queneau gegründeten Gruppe Oulipo, der auch Italo Calvino und George Perec angehörten.





































