Der Vater eines Mörders - Andersch, Alfred

Alfred Andersch 

Der Vater eines Mörders

Eine Schulgeschichte

Broschiertes Buch
 
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Der Vater eines Mörders

Der vierzehnjährige Franz Kien beschreibt eine Griechischstunde im Mai 1928. Schuldirektor Himmler kommt, um die Klasse zu inspizieren. Bald wird jedoch klar, daß er vorhat, ganz bestimmte Schüler zu examinieren. Nach dem Adligen Konrad von Greiff ist Franz Kien selbst an der Reihe. Der Schuldirektor unternimmt alles, um ihn zu blamieren.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 88 S.
  • Seitenzahl: 88
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.23608
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 113mm x 10mm
  • Gewicht: 110g
  • ISBN-13: 9783257236088
  • ISBN-10: 3257236085
  • Best.Nr.: 20909257
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.06.2008

Ein humanistisch gebildeter Sadist
Alfred Andersch: „Der Vater eines Mörders”
Eine Schulstunde, wer hat es nicht schmerzvoll am eigenen Leib erfahren, kann entsetzlich lang sein. Ganz besonders dann, wenn der Lehrer so langweilig ist, dass man sich, um nicht einzuschlafen, einen Brand erfleht, eine Revolution, wenigstens ein Erdbeben. Diese dramatischen Umstände treten freilich nur selten ein, seltener jedenfalls als der unangemeldete Besuch des Schuldirektors, der sich persönlich von den Leistungen „seiner” Schüler ein Bild machen will.
Alfred Anderschs autobiographische Erzählung – die letzte abgeschlossene Arbeit zu Lebzeiten – schildert eine Griechisch-Stunde am Wittelsbacher Gymnasium in München im Mai 1928. Während des Unterrichts mit dem langweiligen „Klaßlehrer”, Studienrat Kandlbinder, betritt plötzlich Oberstudiendirektor Himmler das Klassenzimmer, ein humanistisch gebildeter Sadist, dem es Freude macht, „seine” Schüler zu erniedrigen und zu quälen. Franz Kien – wie Andersch sich in seinem Buch nennt –, ein ziemlich miserabler, grundfauler Schüler, soll, als Gipfel der Demütigung, den Satz übersetzen: „Es ist …

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"... Eine herausfordernd authentische Erzählung. Eine Schulgeschichte, die den Lesern noch immer etwas über sich selbst sagt. Weil sie etwas sagt darüber, wie es zu Hitler und Himmler kommen konnte." Heinrich Vormweg/Hessischer Rundfunk<br />"Eine persönliche Geschichte, die dennoch von unser aller Vergangenheit handelt, ein erzählerisch raffiniert gesteigertes Miniaturdrama auf engstem Raum und in kürzester Zeit, wird zur paradigmatischen Erzählung der autoritären Machtentfaltung und -ausübung eines `großen Schulmannes`." Wolfram Schütte/Lesezeichen<br />"Ein meisterhafter Text, ein konzentriertes, dramatisches, spannendes Prosa-Stück." Joachim Kaiser/Süddeutsche Zeitung, München<br />
Stationen eines Lebens: geboren 1914 in München; Funktionär im Kommunistischen Jugendverband; nach dem Reichstagsbrand 1933 im KZ Dachau; 1943 in die Wehrmacht eingezogen, 1944 Desertion, Kriegsgefangenschaft in den USA; 1945 Redaktionsassistent Erich Kästners bei der 'Neuen Zeitung' in München; zusammen mit Hans Werner Richter Herausgeber des 'Ruf', 1947 Teilnahme an den ersten Tagungen der Gruppe 47; 1948 'Deutsche Literatur in der Entscheidung' (erste Buchpublikation); Gründer und Leiter des Abendstudios Frankfurt; 1952 'Die Kirschen der Freiheit', Herausgeber der Buchreihe Studio Frankfurt, Texte u.a. von Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Wolfgang Hildesheimer, Arno Schmidt; ab 1955 Herausgeber der literarischen Zeitschrift 'Texte und Zeichen'; ab 1955 Leiter Radioessay des Senders Stuttgart, Assistenten Hans Magnus Enzensberger und Helmut Heißenbüttel; 1957 'Sansibar oder der letzte Grund'; 1958 Übersiedlung in die Schweiz; 1958 'Geister und Leute', 1960 'Die Rote', 1963 'Ein Liebhaber des Halbschattens'; 1967 'Efraim'; 1968 Nelly-Sachs-Preis, Prix Charles Veillon; wiederholte Reisen nach Italien, Skandinavien; 1972 Schweizer Staatsbürgerschaft; 1974 'Winterspelt'; 1976 'Artikel 3 (3)', gefolgt von heftigen Auseinandersetzungen; 1977 die gesammelten Gedichte 'empört euch der himmel ist blau'; 1980 gestorben in Berzona, posthum erschien die Schulgeschichte 'Der Vater eines Mörders'.

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Kundenbewertungen zu "Der Vater eines Mörders" von "Alfred Andersch"

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Bewertung von Rohnfelder Daniel aus München am 08.08.2000 ***** ausgezeichnet
Ich denke, dass dieses Buch eines der besten überhaupt ist! Ich MUSSTE es vor zwei Jahren zwecks eines Referates lesen, aber da hat es mich schwer begeistert! Die Geschichte über den Direktor, der dem Lehrer und auch den Schülern seine hohe Stellung demonstriert, ist sehr gut zu lesen und leicht verständlich! Ich empfehle jedem, dieses Buch zu lesen, der sich auch mit der nationalistischen Vergangenheit mit Himmler auseinandersetzten möchte!

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