Der Ursprung der Welt - Edwards, Jorge

Jorge Edwards 

Der Ursprung der Welt

Roman

Aus d. chilen. Span. v. Sabine Giersberg
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Der Ursprung der Welt

Ein scheinbar harmloser Museumsbesuch verändert das Leben eines angesehenen Arztes. Vor einem berühmten Bild kommt ihm ein unheilvoller Gedanke: Stand seine eigene Ehefrau Modell für Aktfotos?
Ein turbulenter Roman über die Kraft der Phantasie und derEifersucht.


Produktinformation

  • Verlag: WAGENBACH
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 163 S.
  • Seitenzahl: 163
  • Quartbücher
  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 127mm x 17mm
  • Gewicht: 295g
  • ISBN-13: 9783803131935
  • ISBN-10: 3803131936
  • Best.Nr.: 13362306

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

"Gediegene Altherrenprosa" heißt das Etikett, das Katharina Deloglu dem recht kurzen Roman von Jorge Edwards verpasst. Der Chilene Edwards zählt in seiner Heimat zu den bekanntesten Autoren, seine literarische Abrechnung mit Kuba sorgte für viel Aufregung in der romanischen Welt, so Deloglu, aber bis heute harre dieser Text einer Übersetzung ins Deutsche, bedauert die Rezensentin. In Deutschland sei nur Edwards Neruda-Biografie bekannt. Nun also lanciert ihn der Wagenbach Verlag als Romancier mit einem Buch, das bei Deloglu nicht auf echte Gegenliebe stößt. Das liegt am monomanischen Ansatz, erklärt sie ihr Unbehagen. Die Geschichte: ein alternder Mediziner, ein in Paris lebender Exilchilene, verfängt sich in den endlosen Windungen der Eifersucht. Das sei zwar eine gelungene Karikatur des gehörnten Ehemannes, der wie ein eifriger Sherlock Holmes gegen seine angeblich ehebrüchige Frau ermittele, gesteht Deloglu zu, findet den Roman aber trotzdem "seltsam flach". Das liege unter anderem daran, dass viele Details, die das Leben der Emigrantenszene in Paris betreffen, unausgeführt blieben - Deloglu vermisst eine epischere Gestaltung des Stoffes. So liefert das Eifersuchtsdrama zwar "geschliffene literarische Unterhaltung", meint sie, bleibe aber oberflächlich.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.07.2005

Klassisches Dreieck
Mit den Augen Courbets: Ein Roman von Jorge Edwards

Dieser psychologische Roman ist nahezu perfekt: hart, klar und trocken erzählt, auch gerade deshalb so intensiv; weltläufig, kultiviert - aber ohne Insistenz und Pedanterie; leicht bei aller Härte, sogar etwas reißerisch, spannend auf jeden Fall. Er ist nicht unbedingt, wie Mario Vargas Llosa urteilt, "sehr komisch", aber seiner Härte fehlt das Komische nicht. Er ist vor allem souverän geschrieben - auch und gerade in seiner formalen Unbekümmertheit. Da sind zum Beispiel, einfach so, zwei kühne Wechsel der Erzählperspektive: der vom "ich" zum "er" (da berichtet, ein Kapitel lang, plötzlich nicht mehr, wie bis dahin und nachher wieder, jener, der die Geschichte erleidet, sondern ein Erzähler von außen), dann, ganz am Ende, der Wechsel vom "ich" des Mannes zum "ich" der Frau, die immer mehr zum Opfer wird. Da redet nun also sie über ihn, der sonst das Wort führt.

Das Buch startet wie rasend. Augenblicklich geht es los - mit jenem ominösen Gemälde von Gustave Courbet, das so heißt wie dieser Roman. Oder andersherum: Der Roman heißt wie das Bild. Ist dieses Bild …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.07.2005

Nur für die Untreue gibt es Beweise
Hiebe mit dem Stöckelschuh: Jorge Edwards ergründet Treue und Eifersucht unter Chilenen in Paris
Was mag sich nur in dieser Verpackung verbergen?, denkt der Leser, der Jorge Edwards’ schmales Buch zur Hand nimmt und den eigentümlichen Umschlag betrachtet: dickes Zellophanpapier, darauf breite weiße Querstreifen, mit Zwischenraum hindurchzuschaun. Man lüpft es, und es tritt einem, leicht versetzt und nicht geschmacklos auf schieferblauem Grund, das Gemälde von Gustave Courbet entgegen, das dem Buch den Titel gibt: „Der Ursprung der Welt”, das Bild eines nackten weiblichen Torsos aus der Froschperspektive, die Schenkel weit auseinander gebogen und, zentral, in reichem Haarschmuck, die weibliche Scham.
„Der Ursprung der Welt”: Der Name klingt (wie auch Edwards weiß) etwas theatralisch, wo es sich genau genommen doch bloß um den Künstlereingang für die menschliche Rasse handelt. Das Bild, mehr berüchtigt als berühmt, viele Jahre lang ins Magazin verbannt, stellt gewiss kein großes Kunstwerk dar. Tief notwendig war es gleichwohl. Nach vier Jahrhunderten der Aktmalerei schrie die Heuchelei, die das weibliche …

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»Lateinamerikanische Literatur, die im deutschen Sprachraum ihresgleichen sucht. Ein perfektes Kunstwerk und ein Erotikthriller ohne Konzessionen an den Publikumsgeschmack.« Die Zeit
Jorge Edwards,geboren 1931 lebt in Santiago de Chile und Madrid. Für sein großes literarisches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1999 den Premio Cervantes.

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