Der Untergang des Morgenlandes - Lewis, Bernard

Bernard Lewis 

Der Untergang des Morgenlandes

Warum die islamische Welt ihre Vormacht verlor

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Der Untergang des Morgenlandes

Der Bestseller "Der Untergang des Morgenlandes" schildert, wie und warum die im Mittelalter zivilisatorisch führende islamische Welt ihre Vormachtrolle gegen den Westen und später auch gegen Ostasien verlor. Während sich Karl der Große noch mit den Sachsen und anderen Met schlürfenden "Hüttenbewohnern" herumschlug und mühsam das Addieren, nie jedoch das Schreiben lernte, entstanden im Nahen und Mittleren Osten prachtvollste Residenzen und grandiose Städte, blühten Literatur, Medizin, Mathematik und Astronomie. Die islamische Welt strebte zu einem glänzenden kulturell-zivilisatorischen Höhepunkt. Islamische Herrscher besetzten dann Nordafrika nördlich und südlich der Sahara, die Hälfte Spaniens, fassten auf Sizilien Fuß, schlugen die Kreuzritter zurück, eroberten den Mittleren Osten bis nach Indien, stürzten das Oströmische Reich mit Konstantinopel und standen vor den Toren Wiens. Doch spätestens mit den Niederlagen gegen Prinz Eugen, Anfang des 18. Jahrhunderts, wurde auf einmal un übersehbar, was sich schon seit der spanischen Reconquista angedeutet hatte: Die Führungsrolle war auf den ehemaligen Schüler, den christlichen Westen übergegangen. Wie konnte das geschehen? Was war in der islamischen Welt falsch gelaufen? Lewis versteht es meisterhaft, die historische Vorgänge nachzuzeichnen, ohne in den trockenen Ton herkömmlicher Geschichtsbücher zu verfallen. Er macht an vielen Beispielen und historischen Zeugnissen die unterschiedlichen Denkansätze von Orient und Okzident deutlich, die beispielsweise im Westen zur experimentellen Wissenschaft und zur Emanzipation der Frauen geführt haben. Er zeigt, wie dadurch eine dynamische Bewegung ausgelöst wurde, die schließlich zur Übernahme der zivilisatorischen Führungsrolle durch den Westen führte. So schildert Lewis zwar eine historische Entwicklung, gibt aber gleichzeitig einen Einblick in Ursachen des gegenwärtig mangelhaften wechselseitigen Verständnisses von Ost und West sowie einen Ausblick auf mögliche Lösungen.


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 254 S. m. 15 Abb.
  • Seitenzahl: 254
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 130mm x 24mm
  • Gewicht: 362g
  • ISBN-13: 9783785721087
  • ISBN-10: 3785721080
  • Best.Nr.: 10643760
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.11.2002

Es geht hinab, hinab, hinab
Bernard Lewis überprüft den Islam / Von Udo Steinbach

Der englische Originaltitel gibt das Anliegen des Autors genauer wieder als seine deutsche Umschreibung: "What Went Wrong?" Auch am Schluß des Buches freilich bleibt offen, was denn mit der islamischen Welt "falsch gelaufen" ist. Dabei hat der 11. September 2001 dramatisch deutlich gemacht, daß von der Antwort darauf die Zukunft der islamischen Welt und ihrer Beziehungen zu einem "Westen" abhängen, der auch im einundzwanzigsten Jahrhundert in Politik, Wirtschaft und Kultur die Vorgaben machen wird, mit denen sich andere Kulturen und Zivilisationen auseinanderzusetzen haben werden. Nicht zu Unrecht haben viele Beobachter den 11. September als einen "Befreiungsschlag" gedeutet, die Verwundbarkeit dieses als erdrückend überlegen empfundenen Westens zu manifestieren. Eine Antwort auf die Frage nach den Ursachen des Zurückbleibens der vom Islam geprägten Welt wäre mithin ein wichtiger Teil des vielbeschworenen "Dialogs der Kulturen".

Islamwissenschaftler werden nicht müde, auf die enge Verbindung zwischen Religion und gesellschaftlicher Verfaßtheit im Islam …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der britische Islamwissenschaftler Bernard Lewis hat sich gefragt, was mit dem Islam in den letzten Jahrhunderten falsch gelaufen ist, und Udo Steinbach hat in Lewis' Buch nach der Antwort gesucht. So malt Lewis ein "facettenreiches Bild" dessen, was den islamischen vom europäischen Raum trennt, und macht unter der Zustimmung Steinbachs die muslimische Haltung, dass aus der Welt der Ungläubigen nichts Gutes kommen könne, mit dafür verantwortlich. Allerdings verweist Steinbach auf zwei grundlegende Schwächen des Buches. Formal kritisiert er den Charakter einer Zusammenstellung aus mehreren unabhängigen Manuskripten, die Redundanzen und eine mangelnde Stringenz verursachen. Inhaltlich vermisst er eine überzeugende Antwort auf die selbstgestellte Frage: "Die Frage, was falsch lief, muss auch mit Blick auf den Westen selbstkritisch gestellt werden."

© Perlentaucher Medien GmbH
Bernard Lewis, geboren 1916 in London, lehrte bis 1986 an der Princeton University. Er ist Verfasser zahlreicher Handbücher und Untersuchungen zur arabischen Welt, wurde vielfach für sein Werk ausgezeichnet und gilt als einer der besten Kenner des Nahen Ostens.

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