Der Turm - Tellkamp, Uwe

Uwe Tellkamp 

Der Turm

Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman. Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2008, dem Deutschen Buchpreis 2008 und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2009

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Der Turm

Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch:
Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der "süßen Krankheit Gestern" der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der "roten Aristokratie" im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Lim. Sonderausg.
  • Ausstattung/Bilder: Lim. Sonderausg. 2009. 972 S.
  • Seitenzahl: 972
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 126mm x 44mm
  • Gewicht: 919g
  • ISBN-13: 9783518420997
  • ISBN-10: 3518420992
  • Best.Nr.: 27347498
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.12.2008

Untenrum nicht ganz reinlich
Vier Bestseller 2009, denen man es nicht zugetraut hätte
Charlotte Roche: Feuchtgebiete. Roman
Erfolge haben viele Väter. Bei diesem Überraschungserfolg sind auch ein paar Mütter dabei. Eine der Mütter ist die Hygiene. Sie hat dafür gesorgt, dass das Kind sich nicht gern wäscht. Untenrum. Einer der Väter ist Comedian. Er hat dem Kind beigebracht, wie man das Prinzip Pleiten, Pech und Pannen durch alle Körperöffnungen dekliniert. Außerdem hat er eine Affäre mit der besten Freundin der Hygiene angefangen, der Peinlichkeit. Dadurch wurde das Kind ein altkluges Scheidungskind. Alles, was sein haltloses, schamloses Plappermaul über die Körperöffnungen, über das Peinliche, das Unhygienische und die Pannen beim Sex ausplauderte, diente nun nicht nur der Erheiterung des Publikums. Sondern auch seiner Erbauung. Es durfte nun über die Slapstick-Nummern der frühreifen Göre mit Duschköpfen und anderen Requisiten zugleich lachen und weinen, denn in allen diesen Verrenkungen und Pointen waren ja die Hilferufe eines traurigen Scheidungskindes nicht zu überhören, das keine Selbstverstümmelung scheuen würde, wenn es dadurch …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.09.2010

Ein Bürgertum ohne Politik?

Uwe Tellkamps "Turm" soll lesen, wer wissen will, wie es war in der späten DDR, heißt es. So präzise ist die Vergegenwärtigung sogar der Gedanken der Romangesellschaft, dass ins Auge fällt, was fehlt.

Warum ich Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" nicht sofort nach Erscheinen gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Jetzt hat mir ein literarisch gebildeter Freund die Lektüre dringend angeraten und mir gleich sein eigenes Taschenbuch-Exemplar in die Hand gedrückt. Also musste ich die nahezu tausend Seiten lesen. Aber nach einigen Seiten des Einlesens habe ich den Roman verschlungen. Ich bin kein Literaturexperte, wage aber doch zu sagen: erste deutsche Liga. Großes Thema, durchsichtig verschlungenes Handlungsnetz, spannende Geschichten und ein leichter, eleganter Stil, nicht so urtümlich kraftvoll-farbig wie der von Günter Grass, dafür rationaler. Tellkamp blättert die Möglichkeiten der Sprache auf wie ein geübter Skatspieler sein Blatt. Der Flügel eines Falters, heißt es an einer Stelle, ist nicht mittelgroß, sondern streichholzschachtelgroß. Tellkamp kennt die Prinzipien und weiß sie meisterlich zu handhaben. Die vielen …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Im Aufmacher der Literaturbeilage blickt Dirk Knipphals auf seine Lektüre von Uwe Tellkamps "Der Turm" zurück wie auf eine lange Reise: Es sind die Details von Tellkamps Roman über den Untergang der DDR, die ihm besonders im Kopf hängen geblieben sind und die in seiner Rezension ausgiebig schildert. Zwar war der Beginn der Reise kein unbeschwerter - dem standen der "gestelzte" Vorgängerroman und ein umständlicher Beginn der Erzählung im Weg. Ab "Seite 54", versichert Knipphals, gab es dann aber kein Zurück mehr. Obwohl Tellkamp ein großes erzählerisches Spektrum mit zahlreichen Schauplätzen und Lebensläufen entwerfe, die er zudem mit einer Vielzahl literarischer Mittel darstelle, gelingt es ihm nach Knipphals Ansicht, die Details zu einer "inneren Geschlossenheit" zusammenzufügen. Dazu setze er geschickt wiederkehrende Motive und seine Fähigkeit zur differenzierten Schilderung von Lebensläufen ein, lobt Knipphals. Auf einen Wenderoman will der Rezensent dieses Buch schließlich nicht reduziert wissen: Über das Erzählte hinaus arbeite Tellkamp am "Projekt einer Rückgewinnung des Epischen". Knipphals lässt keinen Zweifel daran, dass diese Lesereise für ihn ein "einschneidendes Leseerlebnis" gewesen ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Er war der haushohe Favorit für den Deutschen Buchpreis 2008 - und er hat ihn verdientermaßen auch bekommen. Schon 2004 konnte Uwe Tellkamp mit einem Auszug aus "Der Turm" den Bachmann-Preis abräumen. Gerade weil die Erwartungen durch das schnell zwischengeschobene Debüt "Der Eisvogel" wieder gedämpft wurden, walzt das fast 1000 Seiten starke Mammutwerk jetzt alles nieder, und so reaktionär die jahrelange Forderung nach einem Wenderoman auch gewesen sein mag, jetzt heiligt das Ergebnis das altbackene Sehnen. Tellkamp blickt für die Zeit von 1982 bis 1989 in die Villen des Dresdener Turmstraßenviertels und zeigt dessen Bewohner zwischen staatskonformer Angepasstheit und rückwärtsgewandtem Bildungsbürgertum: Lektor Meno Rohde, der sich mehr und mehr in seine Bücherwelt zurückzieht, sein Schwager, der Chirurg Richard Hoffmann, der ein Doppelleben führt und von der Stasi erpresst wird und Hoffmanns Sohn Christian, der von der NVA direkt in die Isolationshaft wandert. Genau diese DDR-Exoten hat es gebraucht, damit Tellkamp dem Personal angemessen im altmodisch gediegenem Stil beginnen - und dann diese Kunstwelt mit der rauen Wirklichkeit des real existierenden Solzialismus und harter Prosa einstürzen lassen kann. (cs)

"Wenn in Zukunft einer wissen will, wie es denn wirklich gewesen ist in der späten DDR, sollte man ihm rasch und entschlossen den neuen Roman von Uwe Tellkamp in die Hand drücken: "Nimm und lies". Knapp tausend Seiten umfasst Der Turm , die Geschichte aus einem versunkenen Land. Hier lernt man die späten Jahre des Sozialismus in einer Intensität kennen, für die es in der Literatur nach 1989 kein Beispiel gibt. So wie wir heute die Welt des Bürgers mit den Augen Thomas Manns sehen, werden spätere Generationen in Tellkamps Roman Erstarrung und Implosion der DDR nacherleben können." Jens Bisky Süddeutsche Zeitung

»Uwe Tellkamp hat einen Bildungsroman geschrieben, der uns endlich vom kollektivistischen Pop-Dagegensein bundesdeutscher Kleinbürgerkinder und kalauernder Prenzlberg-Aktivisten erlöst. Man mag diese Urgewalt von Erzählströmen und Bilderfluten einen Wenderoman nennen oder nicht, traditionell oder nicht, man mag ihr einen Buchpreis für braves Erzählen zuerkennen oder nicht: Sie ist eingepflockt in die deutsche Literatur, setzt Maßstäbe, wird so bald nicht vergehen.«

»Uwe Tellkamp hat einen Bildungsroman geschrieben, der uns endlich vom kollektivistischen Pop-Dagegensein bundesdeutscher Kleinbürgerkinder und kalauernder Prenzlberg-Aktivisten erlöst. Man mag diese Urgewalt von Erzählströmen und Bilderfluten einen Wenderoman nennen oder nicht, traditionell oder nicht, man mag ihr einen Buchpreis für braves Erzählen zuerkennen oder nicht: Sie ist eingepflockt in die deutsche Literatur, setzt Maßstäbe, wird so bald nicht vergehen.«
Uwe Tellkamp, 1968 in Dresden geboren, studierte in Leipzig, New York und Dresden Medizin und arbeitete als Arzt an einer unfallchirurgischen Klinik. Für seine Lyrik bereits mehrfach ausgezeichnet, erhielt Uwe Tellkamp 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2008 wurde er mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Der Turm" von "Uwe Tellkamp"

13 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.8 von 5 Sterne bei 13 Bewertungen ***** gut)
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***** sehr gut
***** gut
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Bewertung von Der preußische Leser aus Kaltenkirchen am 30.03.2012 ***** ausgezeichnet
Dies ist ein sehr gut geschriebener Roman über die letzten Jahre der DDR. Tellkamp gibt eine umfassende Darstellung darüber, wie die Menschen in der DDR in den achtziger Jahren gelebt haben; dabei kommen u. a. der Alltag in Krankenhäusern, in der Nationalen Volksarmee, im Literaturbetrieb wie auch in der Wirtschaft zur Sprache. Der Leser kann mithilfe dieses Buches gut nachvollziehen, warum die DDR untergehen mußte.

Aber der Autor bietet mehr als nur ein Panorama der untergehenden DDR, er beschreibt die menschliche Existenz als solche. Er schildert in sehr einfühlender Weise Charaktere wie Christian Hoffmann oder auch Meno Rohde, und so enthält das Buch auch jede Menge Persönlichkeitspsychologie.

In sprachlicher Hinsicht reicht das Buch vielleicht nicht ganz an Musils Mann ohne Eigenschaften oder an T. Manns Zauberberg heran, trotzdem ist der Vergleich mit Thomas Manns Buddenbrooks nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn es gehören zweifelsohne außergewöhnliche sprachliche Fähigkeiten dazu, einen Roman wie "Der Turm" zu verfassen.

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Bewertung von Loreley aus NRW am 06.06.2011 ***** schlecht
Unlesbar wg. verschwurbeltem Germanistenstil. Schade, interessantes Thema verschenkt.

Eigenartig, wofür man in Deutschland Preise erhält.
An die Juries:
Vielleicht nehmen Sie mal Nichtangehörige des Literaturbetriebs (v.a. Nicht-Germanisten bitte) in Ihre Gremien auf? Jede Wette, das würde Ihren Blick erweitern.

An den Autor:
Nichts für ungut. Sie selbst haben beim Schreiben sicher Ihren Spass gehabt. Wollten Sie überhaupt gelesen werden?

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Bewertung von paulina aus hochhalden am 02.07.2010 ***** weniger gut
Habe mir das Buch wegen der guten Buchbesprechung im Radio gekauft und habe es ganz gelesen.
Schon in den ersten 100 Seiten habe ich mich gelangweilt und die restlichen 800 Seiten habe ich mich mehr durchgequält. Grundsätzlich fand ich die Geschichte gut, sie gab tiefen Einblick in die Verhältnisse der DDR , doch hierfür hätten auch 300 Seiten gereicht. Die Geschichte wurde einfach zu langatmig , ohne literarischen Gewinn. Dieses Buch mit Thomas Mann's Buddenbrook zu vergleichen, das ist echte Anmaßung. Tellkamp kann ihm weder sprachlich noch inhaltlich das Wasser reichen. Wie dieses Buch so hochgelobt werden kann ist mir nicht klar. Doch diese Erfahrung mache ich des öfteren und verlasse mich kaum mehr auf Buchbesprechungen offizieller Art (Zeitung und Radio) und mehr auf Freunde, die das Buch gelesen haben.

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Bewertung von Lola aus Gebesee am 30.06.2010 ***** weniger gut
Der Osten ist übel, die Stadtverwaltung von Cottbus Stasi 2.0, die Cottbusser GWC ein Haufen selbstherrlicher Hampelmänner gemischt mit einigen netten Muttis, so gesehen gibt der Roman auch noch etwas Gegenwart wieder. Leider ist der Roman gleichwohl langweilig. Man muss schon sehr viel Geduld haben, der Anfang ist unerträglich.
Was soll ich sagen? So neugierig, wie mich das Buch und das Thema gemacht haben, so enttäuscht bin ich darüber nach der (unvollendeten) Lektüre. Los geht’s in dem fast 1000 Seiten starken Werk mit einer so genannten Ouvertüre, bei der ich nun so gar nicht wußte, was uns der Autor damit sagen möchte – eine verwirrende Aneinanderreihung von schwulstigen Sätzen in einer Sprache, die meiner Vorstellung von einem Drogenrausch recht nahe kommt.

Die eigentliche Geschichte ist dann zwar nicht mehr ganz so nebulös forumliert – nichtsdestotrotz ist der Schreibstil von Uwe Tellkamp unheimlich anstrengend. Sehr ausschweifende Formulierungen sowie teils bis zu einer halben Seite lange Schachtelsätze, deren Sinn sich manchmal erst nach mehrmaligem Lesen erschließt.

Der Roman handelt vom Leben der verschiedenen Hauptpersonen in der DDR in den letzten 7 Jahren vor dem Mauerfall. Die geschilderten Ereignisse sind gelegentlich sehr interessant und hinterließen bei mir, einem “Wessi”, schon das eine oder andere ungläubige Stirnrunzeln in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um die 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts handelt und nicht um die unmittelbare Nachkriegszeit. So z.B. die anscheinend gängige Praxis der Zuteilung von Wohnungen von staatlicher Seite oder der Gemeinschaftstelefonanschluss für mehrere Familien nach “nur” 15jähriger Wartezeit.

Trotz dieser vereinzelten inhaltlichen Lichtblicke fand ich das Buch insgesamt sehr anstrengend zu lesen – ich kam einfach in keinen Lesefluß. Es kommt keine Spannung auf, noch konnte ich so recht einen roten Faden entdecken. Positiv: Dem Buch liegt ein Lesezeichen bei, auf dem die wichtigsten Figuren und deren Beziehung zueinander aufgeführt sind. Das erleichert gerade am Anfang den Überblick.
"Der Turm" erfüllt anscheinend die entscheidenden Kriterien deutscher
Literaturkritiker: Er ist ebenso dick wie ungenießbar!

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Bewertung von Lesemäuschen aus Augsburg am 22.03.2010 ***** ausgezeichnet
Uwe Tellkamp schildert in diesem Buch die Spätphase der DDR, wobei er versucht den Untergang der DDR wie eine lange Reise darzustellen. Dies gelingt ihm durch seine symbolische und spannende Erzählweise. Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen die Familien Rohmann und Hoffmann und die bildungsbürgerlichen Bewohnern (Rechtsanwälte, Chirurgen usw ) des Turmstraßenviertels, einem Dresdner Villenviertel.). Obwohl es sehr viele Figuren und Schauplätze in diesem Werk gibt, gelingt es Tellkamp eine „innere Geschlossenheit“ herbeizuführen, indem er wiederkehrende Motive einsetzt und die einzelnen Lebensabläufe differenziert schildert. Der Roman entwickelt eine Wirkung, der man sich nicht mehr entziehen kann. Jeder der wissen will, wie es damals wirklich war, MUSS diesen Roman lesen!

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Bewertung von Schulz aus Hamburg am 22.03.2010 ***** ausgezeichnet
Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so fasziniert wie Uwe Tellkamps "Der Turm".
Mit seiner unvergleichlichen und poetischen Sprache erzählt Tellkamp eine Geschichte voller Tiefe und Spannung. Die Geschichte ist geschickt komponiert, baut sich langsam auf, ohne dass es je langweilig wird.
Natürlich ist "der Turm" kein Buch, welches sich einfach so nebenbei lesen lässt. Deshalb empfehle ich: Zurücklehnen und von der wunderbaren Sprache einmal "entführen lassen". Es lohnt sich!

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Bewertung von Kladi aus Kiel am 11.07.2009 ***** weniger gut
Ein Romancier muss sich nicht sklavisch an historische Wahrheit halten. Wenn aber auf dem Schutzumschlag zu lesen ist (Süddeutsche Zeitung): Wer wissen will, wie es in der späten DDR war, solle zu diesem Buch greifen, so ist das schlichtweg falsch. Tellkamp hat, um das Wesentliche sichtbar zu machen, erlaubterweise überhöht und überspitzt. Würde man ihn wörtlich nehmen, hätte in der ehemaligen DDR kein Mensch jemals lachen dürfen. ( Beispiel: Alle Gaststätten in Dresden wären verwanzt. Da hätte die Stasi doppelt soviel Angehörige haben müssen, um die Infos ausszuwerten). Die Passagen : "meno schrieb:....." mit den teilweise seitenlangen Sätzen waren für mich nur unter Aufbietung der äußersten Willenskraft durchzustehen.
Für mich der Versuch eines Wenderomans, aber nicht mehr. Die ganze Kopliziertheit des Lebens in der DDR, auch mit den ökonomisch oft unsinnigen, für die Betroffenen aber oft auch angenehmen Seite, wird nicht eingegangen. Es gibt die mehr oder weniger Guten und die ganz Bösen. Dass die meisten Behörden und Parteizentralen nur nach Kontrolle durch bewaffnete Posten mit (sogar durch Rote Armmee) zu betreten waren, ist ein echter Lacher. Ganz so weit sollte man Agitation nicht treiben, sonst tut man das, was man den Bösen ja vorwirft, nämlich lügen...!

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Bewertung von Paputsch aus Freiburg am 27.05.2009 ***** ausgezeichnet
Ich gebe zu, daß es lange gedauert hat, bis mir die Größe dieses Werks bewußt wurde. Uwe Tellkamp hat einen Roman geschrieben, der in seiner Komplexität und erzählerischen Dichte herausragend ist. Die Methapher des Turms als Rückzugsort gegen eine feindliche Umwelt ist universell, wird aber im Roman großartig im Kontext der untergehenden DDR beschrieben. Tellkamp stellt unterschiedliche Formen des Umgangs mit einer als feindlich wahrgenommenen gesellschaftlichen Umwelt dar. Verkörpert werden diese durch die Akteure, insbesondere Christian, dem man im Roman 'ins Innerste des Systems' folgt. M.E. ist der Roman großartig und sehr zu empfehlen. Man muss aber viel Zeit mitbringen und die Bereitschaft, sich wirklich auf das Werk einzulassen. Denn eines steht fest: Leicht macht es uns Uwe Tellkamp nicht. Man muss sich den Zugang zum Turm hart erarbeiten.

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Bewertung von marschel aus nürnberg am 31.03.2009 ***** weniger gut
Das Buch ist so abgehoben und weit weg wie Manfred von Ardennes Anwesen von den Niederungen der Elbe bei Pieschen. Schade eigentlich!

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Bewertung von Joschele aus Bremen am 11.03.2009 ***** schlecht
Das Buch ist m.E. viel zu hoch gejubelt worden. Es ist, besonders in der ersten Hälfte, weitschweifig und langatmig. Ich war froh, als ich damit fertig war.

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