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Der Türke
Die Geschichte des ersten Schachautomaten und seiner abenteuerlichen Reise um die Welt
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Campus Verlag
- 2002
- Ausstattung/Bilder: 2002. 223 S. m. Abb.
- Seitenzahl: 223
- Deutsch
- Abmessung: 22 cm
- Gewicht: 410g
- ISBN-13: 9783593366777
- ISBN-10: 3593366770
- Best.Nr.: 10743810
Produktbeschreibung zu "Der Türke"
Kurzbeschreibung
Im Herbst 1769 besucht ein ungarischer Adliger eine
Zaubervorstellung am Wiener Hofe. Enttäuscht von den dargebotenen
Tricks, wettet er mit Kaiserin Maria Theresia, in einer eigenen
Vorführung für wirkliches Staunen zu sorgen. Wenig später
präsentiert er eine Sensation: eine Holzfigur, gehüllt in
türkisches Tuch und imstande, jeden menschlichen Gegner im Schach
zu schlagen.
Beschreibung
Leseprobe zu "Der Türke" von Tom Standage
Kapitel 2
Der Türke eröffnet das Spiel
Wolfgang von Kempelen war ein vielseitig talentierter Mann. Er war
nicht nur außerordentlich sprachbegabt, sondern bewies sich auch
als geschickter Staatsbeamter und brillanter Mechaniker und
verstand es zudem, sich sehr geschickt in Szene zu setzen. Schon
die erste Vorführung seines Schachautomaten am Wiener Hof
gestaltete er als regelrechtes Schauspiel , wie sie dann mit
kleinen Abwandlungen das Publikum über Jahrzehnte in ihren Bann
schlagen sollte.
Zu dem ausgewählten Personenkreis, vor dem der Automat im Frühjahr
1770 seine erste Vorstellung gab, zählte auch die Kaiserin selbst.
Sicherlich hatten viele der Anwesenden sechs Monate zuvor
Pelletiers Zaubervorstellung gesehen, nach der Kempelen seine
gewagte Ankündigung gemacht hatte, und warteten nun darauf, dass er
sich bis auf die Knochen blamieren würde.
Als Maria Theresia das Zeichen zum Beginn gab, schob Kempelen
seinen Automaten aus einem Nebenraum nach vorne, damit das Publikum
ihn gut in Augenschein nehmen konnte. Hinter einem hölzernen Kasten
saß die lebensgroße Figur eines aus Holz geschnitzten Mannes, der
mit seinem Turban, seinem mit …
Inhaltsangabe
Vorwort 1. Ein angenommenes Damengambit
2. Der Türke eröffnet das Spiel 3. Ein kurioser Apparatismus
4. Die wundersame Welt der Automaten 5. Sprechende und denkende
Automaten
6. Abenteuer der Fantasie 7. Der Kaiser und der Mechanikus
8. Das Reich des Geistes 9. Der hölzerne Krieger in Amerika
10. Endspiel
11. Die Geheimnisse des Türken
12. Der Türke gegen Deep Blue Anmerkungen
Quellen
01.03.2003
Kreatives Uhrwerk
Tom Standage erzählt die
Geschichte des Schachautomaten
Die Prozedur war stets dieselbe. Nachdem der Hofrat von Kempelen das Laufwerk aufgezogen hatte, gab es einen winzigen Moment der Stille. Kurz darauf konnten die Zuschauer ein ratterndes Geräusch hören, als setze eine Uhr zum Schlag der vollen Stunde an. Die hölzerne Figur mit dem kunstvoll gewundenen Turban drehte den Kopf zur Seite, und fast schien es, sie würde das Schachbrett einige Sekunden lang mustern. Ein kurzes Nicken noch, dann bewegte sich der pelzbesetzte Arm des mechanischen Türken ruckartig über das Brett und zog eine der Schachfiguren vorwärts. Das Spiel hatte begonnen.
Gerade einmal sechs Monate hatte Wolfgang von Kempelen, Beamter am Hofe Maria Theresias, für die Fertigstellung seines Schachautomaten gebraucht. Nun saß, an einem rollbaren Kastentisch, sein geschnitzter Spielvirtuose und gewann nahezu jede Partie. Schnell avancierte der in kostbares Tuch gehüllte Türke zum Faszinosum des ausgehenden 18. Jahrhunderts, zeigte in London und Paris seine Fähigkeiten, später gar in den Vereinigten Staaten. Zu seiner Erfolgsgeschichte indes gehörten von …
12.10.2002
Die Geschichte des Schachcomputers reicht zurück in die Mitte des
achtzehnten Jahrhunderts, weiß der Rezensent (Kürzel:
"upj") nach der Lektüre von Tom Standages Buch. Standage,
studierter Maschinenbauer und Computerwissenschafter, erzählt darin
nach Angaben des Rezensenten von den Vorfahren der heutigen
Schachcomputer. Wie er ausführt, konstruierte der Aristokrat
Wolfgang von Kempelen 1769 den ersten Schachautomaten - einen
großen Apparat, auf dem ein in orientalische Gewänder gekleideter
Spieler saß. Der "Türke", wie die aufsehenerregende
Apparatur sofort genannt wurde, regte auch gleich eine hitzige
Debatte über die Frage an, bis zu welchem Grad Maschinen die
menschliche Fähigkeit zur rationalen Schlussfolgerung besitzen oder
nachahmen konnten. Standage schreibe in guter englischer Tradition,
lobt der Rezensent: "Sachkenntnisse verbunden mit
publizistischem Können."
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
Der erste Schachautomat der Welt
Das war getürkt! Wohl alle kennen diesen Spruch, der meint, hier
habe jemand etwas vorgespielt oder vorgetäuscht. Der englische
Autor ist in seinem Buch mit Akribie und Lust am Entdecken einem
Menschen auf der Spur, der hinter der orientalisch gekleideten
Holzfigur eines roboterartigen Schachspielers steckte. Einem
Erfinder und Manipulateur, der Figuren lenkte, die Spiele in der
Regel gewann und von dem viele Jahrzehnte niemand wusste, dass es
ihn gab. Der Automat heißt, obwohl der Erfinder ihm keinen Namen
gab, seit über 200 Jahren: `Der Türke.´
Spiel mit den Großen
Wolfgang von Kampelen, in Ungarn geborener, in Wien lebender
Hofbeamter, musste sich im Herbst 1769 auf Anweisung von Kaiserin
Maria Theresia die Vorführung eines französischen Zauberkünstlers
ansehen. Der Beamte sollte der Kaiserin die Tricks erklären, doch
im Ergebnis präsentierte ihr der mit Physik und Mechanik vertraute
Kempelen eine bis dahin nicht gekannte Maschine: die mechanische
Figur eines Mannes, der hinter einem hölzernen Kasten saß und mit
einem menschlichen Gegner Schach spielen konnte. Kampelen
verblüffte damit nicht nur den Hof und Wien, …
Autorenporträt zu "Tom Standage"
Tom Standage studierte Maschinenbau und Computerwissenschaften u.a. in Oxford. Seither hat er für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet. Heute ist er Wissenschaftskorrespondent des Economist und Technologie- und Medienexperte der BBC.
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