Der Türke - Standage, Tom

Tom Standage 

Der Türke

Die Geschichte des ersten Schachautomaten und seiner abenteuerlichen Reise um die Welt

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Produktbeschreibung zu Der Türke

Im Herbst 1769 besucht ein ungarischer Adliger eine Zaubervorstellung am Wiener Hofe. Enttäuscht von den dargebotenen Tricks, wettet er mit Kaiserin Maria Theresia, in einer eigenen Vorführung für wirkliches Staunen zu sorgen. Wenig später präsentiert er eine Sensation: eine Holzfigur, gehüllt in türkisches Tuch und imstande, jeden menschlichen Gegner im Schach zu schlagen.


"Der Türke", wie der uhrwerkbetriebene Automat genannt wurde, sollte in den nächsten Jahren Europa und Amerika erobern. Er besiegte im Schachspiel illustre Persönlichkeiten der Weltgeschichte wie Benjamin Franklin, Napoleon und Katharina die Große. Wo er auftauchte, versuchte man sein Geheimnis zu lüften, unter anderem Edgar Allan Poe und Charles Babbage: War es ein mechanisches Wunderwerk oder doch fauler Zauber? Künstliche Intelligenz oder nur eine Illusion? Spannend wie ein Krimi rekonstruiert Tom Standage die Abenteuer des Türken. Der Schachautomat beeinflusste die Entwicklung wegweisender Vorläufer des Computers. Heute, mitten im Digitalen Zeitalter, wissen wir, wie weit der Türke seiner Zeit voraus war. Sein Mythos ist ein schillernder Teil der Technologiegeschichte.



Produktinformation


  • Verlag: Campus Verlag
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 223 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 223
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783593366777
  • ISBN-10: 3593366770
  • Best.Nr.: 10743810

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Die Geschichte des Schachcomputers reicht zurück in die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, weiß der Rezensent (Kürzel: "upj") nach der Lektüre von Tom Standages Buch. Standage, studierter Maschinenbauer und Computerwissenschafter, erzählt darin nach Angaben des Rezensenten von den Vorfahren der heutigen Schachcomputer. Wie er ausführt, konstruierte der Aristokrat Wolfgang von Kempelen 1769 den ersten Schachautomaten - einen großen Apparat, auf dem ein in orientalische Gewänder gekleideter Spieler saß. Der "Türke", wie die aufsehenerregende Apparatur sofort genannt wurde, regte auch gleich eine hitzige Debatte über die Frage an, bis zu welchem Grad Maschinen die menschliche Fähigkeit zur rationalen Schlussfolgerung besitzen oder nachahmen konnten. Standage schreibe in guter englischer Tradition, lobt der Rezensent: "Sachkenntnisse verbunden mit publizistischem Können."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.03.2003

Kreatives Uhrwerk
Tom Standage erzählt die
Geschichte des Schachautomaten
Die Prozedur war stets dieselbe. Nachdem der Hofrat von Kempelen das Laufwerk aufgezogen hatte, gab es einen winzigen Moment der Stille. Kurz darauf konnten die Zuschauer ein ratterndes Geräusch hören, als setze eine Uhr zum Schlag der vollen Stunde an. Die hölzerne Figur mit dem kunstvoll gewundenen Turban drehte den Kopf zur Seite, und fast schien es, sie würde das Schachbrett einige Sekunden lang mustern. Ein kurzes Nicken noch, dann bewegte sich der pelzbesetzte Arm des mechanischen Türken ruckartig über das Brett und zog eine der Schachfiguren vorwärts. Das Spiel hatte begonnen.
Gerade einmal sechs Monate hatte Wolfgang von Kempelen, Beamter am Hofe Maria Theresias, für die Fertigstellung seines Schachautomaten gebraucht. Nun saß, an einem rollbaren Kastentisch, sein geschnitzter Spielvirtuose und gewann nahezu jede Partie. Schnell avancierte der in kostbares Tuch gehüllte Türke zum Faszinosum des ausgehenden 18. Jahrhunderts, zeigte in London und Paris seine Fähigkeiten, später gar in den Vereinigten Staaten. Zu seiner Erfolgsgeschichte indes gehörten von Beginn an …

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Der erste Schachautomat der Welt
Das war getürkt! Wohl alle kennen diesen Spruch, der meint, hier habe jemand etwas vorgespielt oder vorgetäuscht. Der englische Autor ist in seinem Buch mit Akribie und Lust am Entdecken einem Menschen auf der Spur, der hinter der orientalisch gekleideten Holzfigur eines roboterartigen Schachspielers steckte. Einem Erfinder und Manipulateur, der Figuren lenkte, die Spiele in der Regel gewann und von dem viele Jahrzehnte niemand wusste, dass es ihn gab. Der Automat heißt, obwohl der Erfinder ihm keinen Namen gab, seit über 200 Jahren: `Der Türke.´
Spiel mit den Großen
Wolfgang von Kampelen, in Ungarn geborener, in Wien lebender Hofbeamter, musste sich im Herbst 1769 auf Anweisung von Kaiserin Maria Theresia die Vorführung eines französischen Zauberkünstlers ansehen. Der Beamte sollte der Kaiserin die Tricks erklären, doch im Ergebnis präsentierte ihr der mit Physik und Mechanik vertraute Kempelen eine bis dahin nicht gekannte Maschine: die mechanische Figur eines Mannes, der hinter einem hölzernen Kasten saß und mit einem menschlichen Gegner Schach spielen konnte. Kampelen verblüffte damit nicht nur den Hof und Wien, …

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Tom Standage studierte Maschinenbau und Computerwissenschaften u.a. in Oxford. Seither hat er für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet. Heute ist er Wissenschaftskorrespondent des Economist und Technologie- und Medienexperte der BBC.

Inhaltsangabe

Vorwort 1. Ein angenommenes Damengambit
2. Der Türke eröffnet das Spiel 3. Ein kurioser Apparatismus
4. Die wundersame Welt der Automaten 5. Sprechende und denkende Automaten
6. Abenteuer der Fantasie 7. Der Kaiser und der Mechanikus
8. Das Reich des Geistes 9. Der hölzerne Krieger in Amerika

10. Endspiel
11. Die Geheimnisse des Türken

12. Der Türke gegen Deep Blue Anmerkungen

Quellen

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Der Türke - Standage, Tom

Die Geschichte des ersten Schachautomaten und seiner abenteuerlichen Reise um die Welt

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Produktinformation
  • Verlag: Campus Verlag
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 223 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 223
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 410g
  • ISBN-13: 9783593366777
  • ISBN-10: 3593366770
  • Best.Nr.: 10743810

Produktbeschreibung zu "Der Türke"

Kurzbeschreibung

Im Herbst 1769 besucht ein ungarischer Adliger eine Zaubervorstellung am Wiener Hofe. Enttäuscht von den dargebotenen Tricks, wettet er mit Kaiserin Maria Theresia, in einer eigenen Vorführung für wirkliches Staunen zu sorgen. Wenig später präsentiert er eine Sensation: eine Holzfigur, gehüllt in türkisches Tuch und imstande, jeden menschlichen Gegner im Schach zu schlagen.

Beschreibung

"Der Türke", wie der uhrwerkbetriebene Automat genannt wurde, sollte in den nächsten Jahren Europa und Amerika erobern. Er besiegte im Schachspiel illustre Persönlichkeiten der Weltgeschichte wie Benjamin Franklin, Napoleon und Katharina die Große. Wo er auftauchte, versuchte man sein Geheimnis zu lüften, unter anderem Edgar Allan Poe und Charles Babbage: War es ein mechanisches Wunderwerk oder doch fauler Zauber? Künstliche Intelligenz oder nur eine Illusion? Spannend wie ein Krimi rekonstruiert Tom Standage die Abenteuer des Türken. Der Schachautomat beeinflusste die Entwicklung wegweisender Vorläufer des Computers. Heute, mitten im Digitalen Zeitalter, wissen wir, wie weit der Türke seiner Zeit voraus war. Sein Mythos ist ein schillernder Teil der Technologiegeschichte.

Leseprobe zu "Der Türke" von Tom Standage

Kapitel 2
Der Türke eröffnet das Spiel

Wolfgang von Kempelen war ein vielseitig talentierter Mann. Er war nicht nur außerordentlich sprachbegabt, sondern bewies sich auch als geschickter Staatsbeamter und brillanter Mechaniker und verstand es zudem, sich sehr geschickt in Szene zu setzen. Schon die erste Vorführung seines Schachautomaten am Wiener Hof gestaltete er als regelrechtes Schauspiel , wie sie dann mit kleinen Abwandlungen das Publikum über Jahrzehnte in ihren Bann schlagen sollte.

Zu dem ausgewählten Personenkreis, vor dem der Automat im Frühjahr 1770 seine erste Vorstellung gab, zählte auch die Kaiserin selbst. Sicherlich hatten viele der Anwesenden sechs Monate zuvor Pelletiers Zaubervorstellung gesehen, nach der Kempelen seine gewagte Ankündigung gemacht hatte, und warteten nun darauf, dass er sich bis auf die Knochen blamieren würde.

Als Maria Theresia das Zeichen zum Beginn gab, schob Kempelen seinen Automaten aus einem Nebenraum nach vorne, damit das Publikum ihn gut in Augenschein nehmen konnte. Hinter einem hölzernen Kasten saß die lebensgroße Figur eines aus Holz geschnitzten Mannes, der mit seinem Turban, seinem mit …

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Inhaltsangabe

Vorwort 1. Ein angenommenes Damengambit
2. Der Türke eröffnet das Spiel 3. Ein kurioser Apparatismus
4. Die wundersame Welt der Automaten 5. Sprechende und denkende Automaten
6. Abenteuer der Fantasie 7. Der Kaiser und der Mechanikus
8. Das Reich des Geistes 9. Der hölzerne Krieger in Amerika

10. Endspiel
11. Die Geheimnisse des Türken

12. Der Türke gegen Deep Blue Anmerkungen

Quellen

01.03.2003

Kreatives Uhrwerk
Tom Standage erzählt die
Geschichte des Schachautomaten
Die Prozedur war stets dieselbe. Nachdem der Hofrat von Kempelen das Laufwerk aufgezogen hatte, gab es einen winzigen Moment der Stille. Kurz darauf konnten die Zuschauer ein ratterndes Geräusch hören, als setze eine Uhr zum Schlag der vollen Stunde an. Die hölzerne Figur mit dem kunstvoll gewundenen Turban drehte den Kopf zur Seite, und fast schien es, sie würde das Schachbrett einige Sekunden lang mustern. Ein kurzes Nicken noch, dann bewegte sich der pelzbesetzte Arm des mechanischen Türken ruckartig über das Brett und zog eine der Schachfiguren vorwärts. Das Spiel hatte begonnen.
Gerade einmal sechs Monate hatte Wolfgang von Kempelen, Beamter am Hofe Maria Theresias, für die Fertigstellung seines Schachautomaten gebraucht. Nun saß, an einem rollbaren Kastentisch, sein geschnitzter Spielvirtuose und gewann nahezu jede Partie. Schnell avancierte der in kostbares Tuch gehüllte Türke zum Faszinosum des ausgehenden 18. Jahrhunderts, zeigte in London und Paris seine Fähigkeiten, später gar in den Vereinigten Staaten. Zu seiner Erfolgsgeschichte indes gehörten von …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

12.10.2002

Die Geschichte des Schachcomputers reicht zurück in die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, weiß der Rezensent (Kürzel: "upj") nach der Lektüre von Tom Standages Buch. Standage, studierter Maschinenbauer und Computerwissenschafter, erzählt darin nach Angaben des Rezensenten von den Vorfahren der heutigen Schachcomputer. Wie er ausführt, konstruierte der Aristokrat Wolfgang von Kempelen 1769 den ersten Schachautomaten - einen großen Apparat, auf dem ein in orientalische Gewänder gekleideter Spieler saß. Der "Türke", wie die aufsehenerregende Apparatur sofort genannt wurde, regte auch gleich eine hitzige Debatte über die Frage an, bis zu welchem Grad Maschinen die menschliche Fähigkeit zur rationalen Schlussfolgerung besitzen oder nachahmen konnten. Standage schreibe in guter englischer Tradition, lobt der Rezensent: "Sachkenntnisse verbunden mit publizistischem Können."

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Rezension

Der erste Schachautomat der Welt
Das war getürkt! Wohl alle kennen diesen Spruch, der meint, hier habe jemand etwas vorgespielt oder vorgetäuscht. Der englische Autor ist in seinem Buch mit Akribie und Lust am Entdecken einem Menschen auf der Spur, der hinter der orientalisch gekleideten Holzfigur eines roboterartigen Schachspielers steckte. Einem Erfinder und Manipulateur, der Figuren lenkte, die Spiele in der Regel gewann und von dem viele Jahrzehnte niemand wusste, dass es ihn gab. Der Automat heißt, obwohl der Erfinder ihm keinen Namen gab, seit über 200 Jahren: `Der Türke.´
Spiel mit den Großen
Wolfgang von Kampelen, in Ungarn geborener, in Wien lebender Hofbeamter, musste sich im Herbst 1769 auf Anweisung von Kaiserin Maria Theresia die Vorführung eines französischen Zauberkünstlers ansehen. Der Beamte sollte der Kaiserin die Tricks erklären, doch im Ergebnis präsentierte ihr der mit Physik und Mechanik vertraute Kempelen eine bis dahin nicht gekannte Maschine: die mechanische Figur eines Mannes, der hinter einem hölzernen Kasten saß und mit einem menschlichen Gegner Schach spielen konnte. Kampelen verblüffte damit nicht nur den Hof und Wien, …

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Autorenporträt zu "Tom Standage"

Tom Standage studierte Maschinenbau und Computerwissenschaften u.a. in Oxford. Seither hat er für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet. Heute ist er Wissenschaftskorrespondent des Economist und Technologie- und Medienexperte der BBC.

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