Viele Künstler der mittleren Generation aus China und dem Osten
Deutschlands, denke man nur an Namen wie Ai Weiwei und Neo Rauch,
sind mittlerweile nicht mehr vom internationalen Kunstgeschehen
wegzudenken. Trotz der schnelllebigen Zeit sind auch deren Werke,
meist unterschwellig, von Vergangenem beeinflusst. Umso wichtiger
ist es, einen intensiveren Blick in die Schicksalshafte
Vergangenheit beider Länder, der VR China und der ehemaligen DDR,
zu wagen, deren offensichtliches Verbindungsstück die
sozialistische, kommunistische Regierungszeit ab der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhunderts darstellt. Darauf aufbauend stellt die Autorin
im vorliegenden Buch erstmalig einen unmittelbaren Vergleich beider
Länder mit ihrer Kunst- und Kulturpolitik in den Regierungsjahren
Mao Zedongs, 1949- 1976, an, vertieft und unterlegt durch die
Analyse von ausgewählten Bildwerken und Biographien landeseigener
Künstler der Zeit. Die Erkenntnis der engen Verflechtung von
Politik, Kunst und gesellschaftlichem Leben und die trotz der
Reglementierungen durch den Staat gefundenen Möglichkeiten der
Künstler einen Freiraum für ihre künstlerische Arbeit zu schaffen,
soll den Leser das Buch hindurch begleiten.
geb. 1983, ist Kunsthistorikerin. Sie studierte an der Universität in Leipzig und in Wien, mit dem Schwerpunkt moderne und zeitgenössische Kunstgeschichte des 20./21. Jh. in Europa/ Ostdtl. und in China. Mit Fokus auf ihre Dissertation befindet sie sich zurzeit für mehrere Monate im chinesischen Ausland: in Kunming, Provinz Yunnan.
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