Der schwarze Papst - Walz, Eric

Der schwarze Papst

Historischer Kriminalroman. Originalausgabe

Eric Walz 

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Der schwarze Papst

Mord im Namen des Vaters ...

Rom 1552. Warum stirbt ein Schüler während der Eröffnung des Collegium Germanicum, der deutschen Schule der Jesuiten, durch Gift? Und wer hat Carlotta aus dem Fenster gestürzt? Der junge Jesuit Sandro Carissimi ermittelt mit der Unterstützung der lebenslustigen Glasmalerin Antonia Bender, die er wie Carlotta in Triest kennen gelernt hat. Die Nachforschungen sind heikel, führen sie doch in die allerheiligsten Gemächer des Vatikans, wo den Mächtigen mehr an den Geheimnissen der Kirche, als an den Geboten Gottes liegt ...

Historische Hochspannung aus dem sündigen Rom!Der neue Mittelalter-Kriminalroman um die junge Glasmalerin Antonia Bender und den Jesuitenpater Sandro Carissimi!


Produktinformation

  • Verlag: Blanvalet
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 444 S.
  • Seitenzahl: 444
  • Blanvalet Taschenbuch Nr.37269
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 135mm
  • Gewicht: 565g
  • ISBN-13: 9783442372690
  • ISBN-10: 3442372690
  • Best.Nr.: 25547813
Eric Walz wurde 1966 in Königstein im Taunus geboren. Im Jahr 2002 erfüllte er sich den Jugendtraum, Bücher zu schreiben. Eric Walz lebt nach vielen Jahren in Berlin heute als Schriftsteller im Umland von Stuttgart.

Leseprobe zu "Der schwarze Papst"

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Leseprobe zu "Der schwarze Papst" von Eric Walz

Rom, 16. Juni 1552

Das Kraut gedieh wenige Schritte vom Tiberufer entfernt, an einer einsamen Stelle außerhalb der Stadt. Eine mächtige Trauerweide spendete ihm Schatten, und vom Fluss stieg an jedem frühen Morgen Dunst auf, der das Ufer in Feuchtigkeit hüllte. Eine einzelne Pflanze zunächst -hergeweht vom Wind oder angespült vom Tiber, fallengelassen von der Hand Gottes oder des Teufels inmitten einer fast biblischen Landschaft -, die sich vermehrt hatte und von einer kleinen Schar Nachkommen umgeben war. Um die Weide und das Kraut herum breitete sich ein Meer von Geröll aus, das unter der Sonne glühte.

Nicht ein Vogel sang, nicht eine Grille zirpte. Sogar der Tiber, der in den Apenniner Bergen entsprang, sich durch das uralte, etruskische Land schlängelte, Rom durchquerte und die Stadt dabei gelegentlich das Fürchten lehrte, selbst dieser Strom wirkte hier, auf seiner letzten Etappe zum Meer, ohne Leben.

Eigentlich liebte das Kraut mit Namen Poleiminze die Gesellschaft von üppigem Grün und Tümpeln, wie es sie flussaufwärts zahlreich gab, und es hatte in dieser Einöde deswegen schwere Zeiten erlebt. Aber nun, wo es tapfer aufragte und zur blasslila Blüte ansetzte, schien es mit seiner Giftigkeit, die in seinen Säften steckte, wie geschaffen für eine Landschaft wie diese: eine Landschaft im ewigen Todeskampf.

An jenem Morgen fand sein und das seiner Familie Dasein im Schatten der Weide ein jähes Ende. Man rupfte es mit Stumpf und Stiel aus, beendete sein Leben, um mit seiner Hilfe schon bald das Leben eines Menschen zu beenden.

Rom, Juni 1552

Die Prunkbarke des Papstes trotzte den Naturgesetzen. Ein Dutzend Pferde am linken Ufer und ein Dutzend am rechten Ufer zogen das Schiff den Tiber hinauf quer durch Rom - zwei Dutzend tierische Apostel, die den Stellvertreter Christi gemächlich über die Wasser gleiten ließen. Julius III. saß unter einem Baldachin und stieß immer wieder Seufzer der Befriedigung aus, während er auf seine Stadt blickte und die leichte Brise und den kühlen Wein genoss. Ein Knabe, der auf dem Bug in Sonnenschein gehüllt war und schwitzte, sang Hirtenlieder. So sah in den Augen des Papstes ein gelungener Mittag aus.

Sandro Carissimi stand hinter seinem Sessel, der typische Platz für einen Privatsekretär. Genau wie der Papst auch, ließ er seinen Blick über die Ufer streifen, sah, wie die Wäscherinnen mit den ohnehin krummen Rücken sich mühsam verneigten und wie die jungen Fischer ihre Mützen abnahmen, sah die Kinder im Spiel innehalten und die Soldaten auf den Brücken salutieren. Auf den ersten Blick schien es, als würden nur die wenigen ungezähmten Wesen dem Herrn der Stadt und geistlichen Verwalter des Erdkreises ihren Respekt verweigern, die schreienden Möwen, quakenden Frösche, stechenden Insekten ...

"Au!" Julius schlug sich auf seinen Nacken. "Biester", schimpfte er - und trank weiter.

Doch der Respekt der gezähmten Wesen, der Römer, war nur äußerlich. Sandro wusste das, er kannte die Stadt schon sein ganzes achtundzwanzigjähriges Leben lang. Doch der Papst, der mehr als doppelt so alt war, bemerkte es nicht.

Unheimlich, dachte Sandro, wie es Menschen mit müheloser Leichtigkeit gelang, das, was sie nicht sehen wollten, zu übersehen. In diesem Fall lag die tatsächliche Respektlosigkeit in den leeren Augen der Wäscherinnen, in den zornig in die Mützen gekrallten Fischerhänden und in dem hinter vorgehaltener Hand versteckten Gekicher der Kinder, die diesen höchsten aller Geistlichen nur mit karnevalesken Festen von verschwenderischer Pracht in Verbindung brachten. In ihrem Alter fand man Verschwendung, vor allem, wenn sie mit unnützem Zeug zu tun hat, noch lustig. Die Erwachsenen und die Alten jedoch hielten nichts davon, da sie darunter litten. Für die Stadt und ihre Bürger war kein Geld da, und so konnte die Armut in aller Ruhe um sich greifen und sich zum Elend entwickeln.

Julius wusste davon nichts, oder besser gesagt, er wollte nichts wissen. Sandro hatte in den vergangenen Monaten mehrmals versucht, den Papst empfänglicher für die Bedürfnisse der Bürger zu machen, und vereinzelt war ihm dies auch gelungen. Aber Massa hatte seine Bemühungen stets untergraben.

Bruder Laurenzio Massa, der Kammerherr und damit höchste Beamte des Papstes, stand neben Sandro, die Hände wie üblich über dem kugelrunden Bauch gefaltet. Er war ein raffinierter Mann, der die Nöte des römischen Volkes sehr wohl kannte, sich jedoch nicht im Mindesten dafür interessierte. Massa war ein politischer Kopf. Er dachte strategisch und in Allianzen, die ihn weiterbrächten, und Sandro war überzeugt, dass Massa jeden Abend vor dem Einschlafen und jeden Morgen beim Aufstehen statt eines Gebets die Namen möglicher Bündnispartner vor sich hin murmelte. Was seinen, Sandros, Namen anging, so befand dieser sich zweifellos auf der Liste mit der Überschrift: "Meine Feinde". Zu Recht, denn Sandro konnte Massa nicht ausstehen, war ihn mehrfach scharf angegangen und war überdies - ohne es zu wollen - zum Vertrauten des Heiligen Vaters geworden. Er hatte zuerst eine Mordserie an Bischöfen während des Konzils von Trient und später den Mord an der Geliebten des Papstes aufgeklärt, und sein Name wurde seitdem oft in den Fluren und Sälen des Vatikans geflüstert. Von manchen wurde er umschmeichelt, von anderen insgeheim zum Gegner erklärt, und mit keinem von ihnen wollte er etwas zu tun haben. Gegen seinen Willen befand er sich nun genau dort, wo er nie hatte hinkommen wollen: mitten in der Schlangengrube des Petrushügels, einzig beschützt vom zweihundertzwanzigsten Nachfolger des ersten Papstes.

"Sandro", rief Julius und drehte seinen schweren Körper auf dem Sessel in dessen Richtung. "Was ziehst du wieder für ein Gesicht? Du siehst schon so verdrießlich aus wie Massa."

Es passte Sandro gar nicht, in irgendeiner Form mit Massa gleichgesetzt zu werden, daher blickte er etwas freundlicher.

"Die Hitze ist schuld, Eure Heiligkeit."

Kundenbewertungen zu "Der schwarze Papst" von "Eric Walz"

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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 19.12.2009   sehr gut
Zwischen Band 2 "Die Hure von Rom" und diesem dritten Band der Reihe um die Glasmalerin Antonia Bender und den Priester Sandro Carissimi sind zwei Monate vergangen. Sandro dient immer noch Papst Julius III und Antonia ist mit Milo glücklich liiert als Sandro erneut in einem Mord verwickelt wird.
Bei der Einweihung des Jesuitischen Kollegium Germanicum stirbt ein Schüler und Sandro soll ermitteln, dabei hat er noch immer den Mord um Carlotta aufzuklären. Schon bald jedoch werden aus zwei ungeklärten Morden vier, die Zahl der Verdächtigen schrumpft zusehends und Carissimi wird selber zum Ziel von Anschlägen.
Die Zeit beginnt Antonia und Sandro davonzulaufen und es müssen Entscheidungen getroffen werden, ehe es zu spät ist.

Wie auch die Vorgängerbände ist dieser historische Roman um die Glasmalerin Antonia Bender und ihre Liebe zu, Priester Sandro Carissimi sehr unterhaltsam und gelungen. Der Kriminalfall ist verzwickt und zumindest ich hatte bis zum Schluss keine wirkliche Ahnung wer der Täter ist und was sein Motiv sein könnte. Sandro entwickelt sich weiter und sein Charakter bekommt mehr Tiefe, man könnte auch sagen, er beginnt sich durch den Einfluss von Paps Julius III langsam von einigen gesellschaftlichen Zwängen zu befreien, was ihn mir zumindest sehr sympathisch macht. Julius III und Sandro Carissimi beeinflussen sich gegenseitig und gewinnen dadurch beide an Persönlichkeit.
Einige andere Handlungsstränge des Romans hingegen sind sehr vorhersehbar und wandeln auf klassischen erzählerischen Pfaden mit teils auch angenehm vorhersehbarem Ende.

Wie auch "Die Hure von Rom" ist Forli, der wunderbar raue römische Polizist wieder ein absolutes Highlight. Er kann die Mönche immer noch nicht leiden und ist ein Cop der amerikanischen Schule der erst schießt und dann die Fragen stellt, das perfekte Gegengewicht zu Sandro Carissimis sorgfältiger Ermittlungsarbeit. Sein wir doch mal ehrlich, die braven Bullen sind langweilig, toll waren immer die Serien mit denen, die gegen die Regeln verstoßen und so das Richtige tun und genau der Typ ist Forli.

Ein Wermutstopfen bleibt, vorerst wird es wohl leider keine weiteren Romane um Antonia und Sandro geben.

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