 | Besprechung von 22.08.2008 |
Weibliche Bedienung flirtet mit männlichem GastVon Freiwilligkeit kann keine Rede sein: Wilfried Speitkamp erzählt die Geschichte des TrinkgeldesWas Trinkgeld ist oder auch tip oder pourboire, scheint nicht schwer zu sagen. Im aktuellen Brockhaus findet man die Definition, dass es sich dabei um ein Entgelt handle, das einem Arbeitnehmer oder sonstigem Dienstleistenden anlässlich einer Dienstleistung über die hierfür zu beanspruchende Vergütung hinaus freiwillig gewährt wird. Das zieht allerdings gleich die Frage nach sich, in welchem Sinn hier von Freiwilligkeit die Rede sein kann: Schließlich hat man es, je nach nationaler Gepflogenheit und Dienstleistung, in der Regel mit einer ziemlich fest etablierten Praxis zu tun, der nachzukommen nahegelegt ist und die vielleicht sogar als stillschweigend vereinbart gelten kann.
Man könnte diese Schwierigkeit umgehen, indem man festhält, dass es beim Trinkgeld doch jedenfalls um rechtlich nicht einklagbare und in diesem Sinne freiwillige Zahlungen gehe. Aber zwischen rechtlich nicht festgeschriebenen und schlichtweg freiwilligen individuellen Handlungen liegen noch viele gesellschaftliche …
Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Durch reichhaltiges Quellenmaterial und kurzweilige Darstellung gewinnt Winfried Speitkamps Studie die SZ-Rezensentin Marion Lühe für sich: In der Geschichte des Trinkgelds - angefangen bei Knigge, für den die kleine Zugabe noch selbstverständlich war, über die erfolglosen Verbotsbemühungen der "Anti-Trinkgeld-Liga" um 1900 bis heute - kommen auch unterhaltsame Zeitzeugen zu Wort, wie etwa der von deutschen Trinkgeldforderungen entnervte Reisende Victor Hugo.
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 | Besprechung von 12.09.2008 |
Stimmt so
Höflichkeit oder Entfremdung? Winfried Speitkamps Geschichte des
Trinkgeldes
Für Adolph Freiherr von Knigge war das Trinkgeld noch etwas
Selbstverständliches. In seinem 1788 erschienenen Werk „Über den
Umgang mit Menschen” erwähnt der adlige Bürger und Urvater aller
Benimmfibeln es nur am Rande, als bewährtes Mittel,
Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen. Tatsächlich war es
bereits seit dem Mittelalter in vielen europäischen Ländern üblich,
die Leistungen von Boten, Handwerkern und Fuhrleuten mit einem
Trinkgeld zu honorieren, wobei die Grenzen zur Bestechung immer
schon fließend waren. Die Frage nach der Legitimität und den
moralischen Folgen dieser Praxis kam indes erst in der Moderne auf,
als die Gesellschaft sich im Umbruch befand und die Sicherheit der
Standesexistenz brüchig erschien.
Der Massentourismus, der sich in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts durchsetzte, brachte ganz neue Berufsfelder im Hotel-
und Gaststättengewerbe hervor, für die Trinkgeld eine bedeutende
Rolle spielte. In dem Maße, in dem das Reisen im Kaiserreich
demokratischer wurde, entwickelte sich das Trinkgeld zu einem
Mittel sozialer Distinktion, …
Das Buch zeigt deutlich, dass das Trinkgeld nicht nur Wissenschaften, sondern auch Organisationen erhebliches Kopfzerbrechen beschert. 'Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung' Falls sie mal wieder unschlüssig sind, wenn sie die Geldbörse zücken: Alles was man so über Trinkgeld wissen kann, das steht in Winfried Speitkamps Büchlein "Der Rest ist für Sie! Kleine Geschichte des Trinkgeldes". 'Deutschlandradio Kultur' Fundiert zusammengetragen hat die Genese einer Belohnung aus dem Geist der Anerkennung der Gießener Historiker Winfried Speitkamp. 'Die Welt' Trinkgeldgeben ist eine soziale Praxis und eine Frage der Ehre. 'Neue Zürcher Zeitung' Aus dieser kleinen Kulturgeschichte kann man viel Erstaunliches über den sonderbaren Umgang mit Geld lernen. 'Focus' Eine kleine Geschichte des Trinkgeldes - was sich nach vermuffter, kleinbürgerlicher Pfennigfuchserei anhört, liest sich ungemein spannend. 'WDR' Ein Vademekum für kellnernde Studienabbrecher, geschichtsbewusste Mindestlohn-Strategen und, natürlich, auch für kulturhistorisch Interessierte. 'Literaturen' Anhand eines reichen Quellenmaterials wirft Speitkamp ein Blick in die "Abgründe, die hinter dem Trinkgeld lauerten". Ausführlich lässt er neben juristischen Schriften auch Zeitzeugen zu Wort kommen, vom entnervten Reisenden Victor Hugo, der angesichts der Trinkgeldforderungen im Kölner Dom verzweifelte, bis zu prominenten Kritikern wie Upton Sinclair, der in den mehr oder weniger freiwilligen Geldzahlungen ein Sinnbild für Korruption und Dekadenz sah. 'Süddeutsche Zeitung' Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. Der Rest ist für sie! bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welch zahlreiche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. 'dpa' Lesenswert! 'Kölnische Rundschau' Um die paar Cent so ein Gewese, denkt man zunächst. Doch die Lektüre lohnt. Die Chronik des Trinkgeldes ist ein Panoptikum, dem Volke wird aufs Maul und in sein Portmonnaie geschaut. In unserer Zeit ist der Blick aufs Geld des Nachbarn noch verruchter als der Blick in dessen Bett. 'Märkische Allgemeine' Eine lohnenswerte, kurzweilige Lektüre für alle, die sich gern bedienen lassen ... 'Nürnberger Nachrichten' Speitkamp zieht den Leser hinein in die Historie des Trinkgeldes. "Der Rest ist für Sie!" bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. 'Schweriner Volkszeitung' Eine unterhaltsame Note hält Speitkamp bis zur letzten Seite aufrecht. 'Deister- und Weserzeitung' Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. 'Heilbronner Stimme'
Das Buch zeigt deutlich, dass das Trinkgeld nicht nur Wissenschaften, sondern auch Organisationen erhebliches Kopfzerbrechen beschert. -- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Falls sie mal wieder unschlüssig sind, wenn sie die Geldbörse zücken: Alles was man so über Trinkgeld wissen kann, das steht in Winfried Speitkamps Büchlein "Der Rest ist für Sie! Kleine Geschichte des Trinkgeldes". -- Deutschlandradio Kultur
Fundiert zusammengetragen hat die Genese einer Belohnung aus dem Geist der Anerkennung der Gießener Historiker Winfried Speitkamp. -- Die Welt
Trinkgeldgeben ist eine soziale Praxis und eine Frage der Ehre. -- Neue Zürcher Zeitung
Aus dieser kleinen Kulturgeschichte kann man viel Erstaunliches über den sonderbaren Umgang mit Geld lernen. -- Focus
Eine kleine Geschichte des Trinkgeldes - was sich nach vermuffter, kleinbürgerlicher Pfennigfuchserei anhört, liest sich ungemein spannend. -- WDR
Ein Vademekum für kellnernde Studienabbrecher, geschichtsbewusste Mindestlohn-Strategen und, natürlich, auch für kulturhistorisch Interessierte. -- Literaturen
Anhand eines reichen Quellenmaterials wirft Speitkamp ein Blick in die "Abgründe, die hinter dem Trinkgeld lauerten". Ausführlich lässt er neben juristischen Schriften auch Zeitzeugen zu Wort kommen, vom entnervten Reisenden Victor Hugo, der angesichts der Trinkgeldforderungen im Kölner Dom verzweifelte, bis zu prominenten Kritikern wie Upton Sinclair, der in den mehr oder weniger freiwilligen Geldzahlungen ein Sinnbild für Korruption und Dekadenz sah. -- Süddeutsche Zeitung
Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. Der Rest ist für sie! bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welch zahlreiche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. -- dpa
Lesenswert! -- Kölnische Rundschau
Um die paar Cent so ein Gewese, denkt man zunächst. Doch die Lektüre lohnt. Die Chronik des Trinkgeldes ist ein Panoptikum, dem Volke wird aufs Maul und in sein Portmonnaie geschaut. In unserer Zeit ist der Blick aufs Geld des Nachbarn noch verruchter als der Blick in dessen Bett. -- Märkische Allgemeine
Eine lohnenswerte, kurzweilige Lektüre für alle, die sich gern bedienen lassen ... -- Nürnberger Nachrichten
Speitkamp zieht den Leser hinein in die Historie des Trinkgeldes. "Der Rest ist für Sie!" bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. -- Schweriner Volkszeitung
Eine unterhaltsame Note hält Speitkamp bis zur letzten Seite aufrecht. -- Deister- und Weserzeitung
Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. -- Heilbronner Stimme
Winfried Speitkamp lehrt Neuere Geschichte an der Universität Gießen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Verfassungs- und Landesgeschichte, die Geschichte von Geschichtskultur und politischer Symbolik, die Sozial-, Jugend- und Bildungsgeschichte sowie die afrikanische und Kolonialgeschichte. Zuletzt ist sein Buch Deutsche Kolonialgeschichte (Stuttgart 2005) erschienen