Der Rest ist für Sie! - Speitkamp, Winfried

Der Rest ist für Sie!

Kleine Geschichte des Trinkgeldes

Winfried Speitkamp 

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Der Rest ist für Sie!

Einleitung

"Über den Umgang mit Geringern" - Trinkgeld bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts

Der Kampf ums Trinkgeld - Debatten an der Jahrhundertwende

"Fort mit dem Trinkgeld!" - Reformen in Sozialstaat und Diktaturen des 20. Jahrhunderts

"Tippers Anonymous" - Trinkgeld in der Weltgesellschaft nach 1945

Geld oder Ehre

Literaturhinweise


Produktinformation

  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 169 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 169
  • Reclam Taschenbuch Bd.20170
  • Best.Nr. des Verlages: 20170
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 121mm x 15mm
  • Gewicht: 170g
  • ISBN-13: 9783150201701
  • ISBN-10: 3150201705
  • Best.Nr.: 23878127
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.08.2008

Weibliche Bedienung flirtet mit männlichem Gast
Von Freiwilligkeit kann keine Rede sein: Wilfried Speitkamp erzählt die Geschichte des Trinkgeldes

Was Trinkgeld ist oder auch tip oder pourboire, scheint nicht schwer zu sagen. Im aktuellen Brockhaus findet man die Definition, dass es sich dabei um ein Entgelt handle, das einem Arbeitnehmer oder sonstigem Dienstleistenden anlässlich einer Dienstleistung über die hierfür zu beanspruchende Vergütung hinaus freiwillig gewährt wird. Das zieht allerdings gleich die Frage nach sich, in welchem Sinn hier von Freiwilligkeit die Rede sein kann: Schließlich hat man es, je nach nationaler Gepflogenheit und Dienstleistung, in der Regel mit einer ziemlich fest etablierten Praxis zu tun, der nachzukommen nahegelegt ist und die vielleicht sogar als stillschweigend vereinbart gelten kann.

Man könnte diese Schwierigkeit umgehen, indem man festhält, dass es beim Trinkgeld doch jedenfalls um rechtlich nicht einklagbare und in diesem Sinne freiwillige Zahlungen gehe. Aber zwischen rechtlich nicht festgeschriebenen und schlichtweg freiwilligen individuellen Handlungen liegen noch viele gesellschaftliche …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.09.2008

Stimmt so
Höflichkeit oder Entfremdung? Winfried Speitkamps Geschichte des Trinkgeldes
Für Adolph Freiherr von Knigge war das Trinkgeld noch etwas Selbstverständliches. In seinem 1788 erschienenen Werk „Über den Umgang mit Menschen” erwähnt der adlige Bürger und Urvater aller Benimmfibeln es nur am Rande, als bewährtes Mittel, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen. Tatsächlich war es bereits seit dem Mittelalter in vielen europäischen Ländern üblich, die Leistungen von Boten, Handwerkern und Fuhrleuten mit einem Trinkgeld zu honorieren, wobei die Grenzen zur Bestechung immer schon fließend waren. Die Frage nach der Legitimität und den moralischen Folgen dieser Praxis kam indes erst in der Moderne auf, als die Gesellschaft sich im Umbruch befand und die Sicherheit der Standesexistenz brüchig erschien.
Der Massentourismus, der sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchsetzte, brachte ganz neue Berufsfelder im Hotel- und Gaststättengewerbe hervor, für die Trinkgeld eine bedeutende Rolle spielte. In dem Maße, in dem das Reisen im Kaiserreich demokratischer wurde, entwickelte sich das Trinkgeld zu einem Mittel sozialer Distinktion, …

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Das Buch zeigt deutlich, dass das Trinkgeld nicht nur Wissenschaften, sondern auch Organisationen erhebliches Kopfzerbrechen beschert. -- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Falls sie mal wieder unschlüssig sind, wenn sie die Geldbörse zücken: Alles was man so über Trinkgeld wissen kann, das steht in Winfried Speitkamps Büchlein "Der Rest ist für Sie! Kleine Geschichte des Trinkgeldes". -- Deutschlandradio Kultur

Fundiert zusammengetragen hat die Genese einer Belohnung aus dem Geist der Anerkennung der Gießener Historiker Winfried Speitkamp. -- Die Welt

Trinkgeldgeben ist eine soziale Praxis und eine Frage der Ehre. -- Neue Zürcher Zeitung

Aus dieser kleinen Kulturgeschichte kann man viel Erstaunliches über den sonderbaren Umgang mit Geld lernen. -- Focus

Eine kleine Geschichte des Trinkgeldes - was sich nach vermuffter, kleinbürgerlicher Pfennigfuchserei anhört, liest sich ungemein spannend. -- WDR

Ein Vademekum für kellnernde Studienabbrecher, geschichtsbewusste Mindestlohn-Strategen und, natürlich, auch für kulturhistorisch Interessierte. -- Literaturen

Anhand eines reichen Quellenmaterials wirft Speitkamp ein Blick in die "Abgründe, die hinter dem Trinkgeld lauerten". Ausführlich lässt er neben juristischen Schriften auch Zeitzeugen zu Wort kommen, vom entnervten Reisenden Victor Hugo, der angesichts der Trinkgeldforderungen im Kölner Dom verzweifelte, bis zu prominenten Kritikern wie Upton Sinclair, der in den mehr oder weniger freiwilligen Geldzahlungen ein Sinnbild für Korruption und Dekadenz sah. -- Süddeutsche Zeitung

Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. Der Rest ist für sie! bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welch zahlreiche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. -- dpa

Lesenswert! -- Kölnische Rundschau

Um die paar Cent so ein Gewese, denkt man zunächst. Doch die Lektüre lohnt. Die Chronik des Trinkgeldes ist ein Panoptikum, dem Volke wird aufs Maul und in sein Portmonnaie geschaut. In unserer Zeit ist der Blick aufs Geld des Nachbarn noch verruchter als der Blick in dessen Bett. -- Märkische Allgemeine

Eine lohnenswerte, kurzweilige Lektüre für alle, die sich gern bedienen lassen ... -- Nürnberger Nachrichten

Speitkamp zieht den Leser hinein in die Historie des Trinkgeldes. "Der Rest ist für Sie!" bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. -- Schweriner Volkszeitung

Eine unterhaltsame Note hält Speitkamp bis zur letzten Seite aufrecht. -- Deister- und Weserzeitung

Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. -- Heilbronner Stimme

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Elegant geschrieben und materialreich erscheint diese kleine Geschichte des Trinkgelds dem Rezensenten. Was der Historiker Winfried Speitkamp zum Thema zusammenträgt erweitert Helmut Mayers Perspektivik auf den Kellnergroschen ganz ungemein. Dass nämlich materiell-ökonomische Gründe für dessen Existenz nicht hinreichen, ahnt Mayer schnell. Und wenn er sich vom Autor die verschiedenen bislang vergeblichen Versuche auseinandersetzen lässt, das Trinkgeld auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern, dann geht ihm die Hartnäckigkeit dieser Gewohnheit auf. Aus der detailreichen Untersuchung von Reisegewohnheiten, sozialkritischen und juristischen Auseinandersetzungen über das Thema tauchen vor den Augen des Rezensenten die Motive von Ehre, Distinktion und Anerkennung auf und dahinter ein Begriff von symbolischem Kapital, das gesellschaftlichen Zusammenhalt schafft.

© Perlentaucher Medien GmbH
Winfried Speitkamp lehrt Neuere Geschichte an der Universität Gießen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Verfassungs- und Landesgeschichte, die Geschichte von Geschichtskultur und politischer Symbolik, die Sozial-, Jugend- und Bildungsgeschichte sowie die afrikanische und Kolonialgeschichte. Zuletzt ist sein Buch Deutsche Kolonialgeschichte (Stuttgart 2005) erschienen
Einleitung
"Über den Umgang mit Geringern" - Trinkgeld bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts
Der Kampf ums Trinkgeld - Debatten an der Jahrhundertwende
"Fort mit dem Trinkgeld!" - Reformen in Sozialstaat und Diktaturen des 20. Jahrhunderts
"Tippers Anonymous" - Trinkgeld in der Weltgesellschaft nach 1945
Geld oder Ehre
Literaturhinweise

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