Der Rest ist für Sie! - Speitkamp, Winfried
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Einleitung "Über den Umgang mit Geringern" - Trinkgeld bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts Der Kampf ums Trinkgeld - Debatten an der Jahrhundertwende "Fort mit dem Trinkgeld!" - Reformen in Sozialstaat und Diktaturen des 20. Jahrhunderts "Tippers Anonymous" - Trinkgeld in der Weltgesellschaf nach 1945 Geld oder Ehre Literaturhinweis…mehr

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Produktbeschreibung

Einleitung

"Über den Umgang mit Geringern" - Trinkgeld bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts

Der Kampf ums Trinkgeld - Debatten an der Jahrhundertwende

"Fort mit dem Trinkgeld!" - Reformen in Sozialstaat und Diktaturen des 20. Jahrhunderts

"Tippers Anonymous" - Trinkgeld in der Weltgesellschaft nach 1945

Geld oder Ehre

Literaturhinweise
  • Produktdetails
  • Reclam Taschenbuch Bd.20170
  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • Best.Nr. des Verlages: 20170
  • Seitenzahl: 169
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 169 S. m. Abb.
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 121mm x 15mm
  • Gewicht: 170g
  • ISBN-13: 9783150201701
  • ISBN-10: 3150201705
  • Best.Nr.: 23878127

Autorenporträt

Winfried Speitkamp lehrt Neuere Geschichte an der Universität Gießen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Verfassungs- und Landesgeschichte, die Geschichte von Geschichtskultur und politischer Symbolik, die Sozial-, Jugend- und Bildungsgeschichte sowie die afrikanische und Kolonialgeschichte. Zuletzt ist sein Buch Deutsche Kolonialgeschichte (Stuttgart 2005) erschienen

Inhaltsangabe

Einleitung
"Über den Umgang mit Geringern" - Trinkgeld bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts
Der Kampf ums Trinkgeld - Debatten an der Jahrhundertwende
"Fort mit dem Trinkgeld!" - Reformen in Sozialstaat und Diktaturen des 20. Jahrhunderts
"Tippers Anonymous" - Trinkgeld in der Weltgesellschaft nach 1945
Geld oder Ehre
Literaturhinweise

Rezensionen

Besprechung von 22.08.2008
Weibliche Bedienung flirtet mit männlichem Gast
Von Freiwilligkeit kann keine Rede sein: Wilfried Speitkamp erzählt die Geschichte des Trinkgeldes

Was Trinkgeld ist oder auch tip oder pourboire, scheint nicht schwer zu sagen. Im aktuellen Brockhaus findet man die Definition, dass es sich dabei um ein Entgelt handle, das einem Arbeitnehmer oder sonstigem Dienstleistenden anlässlich einer Dienstleistung über die hierfür zu beanspruchende Vergütung hinaus freiwillig gewährt wird. Das zieht allerdings gleich die Frage nach sich, in welchem Sinn hier von Freiwilligkeit die Rede sein kann: Schließlich hat man es, je nach nationaler Gepflogenheit und Dienstleistung, in der Regel mit einer ziemlich fest etablierten Praxis zu tun, der nachzukommen nahegelegt ist und die vielleicht sogar als stillschweigend vereinbart gelten kann.

Man könnte diese Schwierigkeit umgehen, indem man festhält, dass es beim Trinkgeld doch jedenfalls um rechtlich nicht einklagbare und in diesem Sinne freiwillige Zahlungen gehe. Aber zwischen rechtlich nicht festgeschriebenen und schlichtweg freiwilligen individuellen Handlungen liegen noch viele gesellschaftliche Möglichkeiten. Vielleicht machen es im Allgemeinen ohnehin erst eine Reihe von sozial "determinierenden" Faktoren interessant, den Freiheitsspielraum für entsprechende Entscheidungen hervorzuheben. Die Praxis des Trinkgeldgebens ist jedenfalls eine aufschlussreiche Angelegenheit, wie die kleine Geschichte de Trinkgelds schön vor Augen führt, die der Historiker Wilfried Speitkamp nun vorgelegt hat.

Aus strikt ökonomischer Perspektive erweist sich das Trinkgeld dabei als ziemlich harte Nuss. Naheliegend ist der Gedanke, es der Sicherung eines Vorteils bei zukünftigen Dienstleistungen des Empfängers zuzurechnen. Das mag zwar manchmal durchaus stimmen. Aber es greift doch nicht, weil ein beträchtlicher Teil von Trinkgeldern nachweisbar in Situationen - etwa auf Reisen und im Urlaub - gegeben wird, wo der Wiederholungsfall gar nicht eintritt.

Offensichtlich sind also mehr als schlicht materiell-ökonomisch zu verrechnende Beweggründe mit im Spiel, die das Trinkgeldgeben zu einer überaus hartnäckig geübten Praxis machen. Denn so lässt sich die Geschichte auch lesen, die Speitkamp vom achtzehnten Jahrhundert bis nahe heran an unsere Gegenwart verfolgt: als eine lange Reihe von Versuchen, das Trinkgeld mit mehr oder minder guten Gründen zum Verschwinden zu bringen, ohne dieses Ziel je zu erreichen.

Die Kritik an der Trinkgeldpraxis konnte verschiedene Motive haben. In den um 1900 besonders heftig geführten Debatten sind sie fast alle präsent. Da ist zum einen die Klage über eine ärgerliche Inkonsequenz und Willkür der gängigen Praxis. Wie soll man sich erklären, dass bestimmte Dienstleistungen wie selbstverständlich mit dieser Praxis verknüpft sind, durchaus vergleichbare dagegen nicht? Verknüpft mit dieser Klage ist manchmal die Diagnose, dass es sich beim Trinkgeldgeben recht besehen eigentlich auf Seiten der Geber um Bestechungen zu ihrem Vorteil handle, aus denen zusammen mit dem eingefleischten Eigennutz der Empfänger eine sozial verpflichtende Gewohnheit wird. Als fatal werden insbesondere die Anreize empfunden, die das erwartete Trinkgeld auf das Verhalten und das Selbstverständnis der Empfänger hat. Das Gastgewerbe steht dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit, und dass es dort oft um den Austausch zwischen männlichen Gästen und weiblichen Bedienungen geht, wird als ein heikler Punkt empfunden.

Die Kritik wird verschieden instrumentiert. Besorgnis über einen mit der Trinkgeldpraxis einhergehenden Sittenverfall samt unerwünschten gesellschaftlichen Konsequenzen kann sich auf das Verhältnis der Geschlechter richten, aber auch, wie in den Vereinigten Staaten, auf die Beziehung zwischen Schwarzen und Weißen und ganz allgemein zwischen Ober- und Unterschichten. Das Trinkgeldgeben sei eine Praxis der Reichen, die die Männer zu Lakaien und die Mädchen zu Kellnerinnen und Prostituierten mache, so klingt das bei einem sozialkritischen Autor wie Upton Sinclair kurz nach der Jahrhundertwende.

Kritiker wie Sinclair befanden, dass sich der Trinkgeldgeber einen Distinktionsgewinn auf eine Weise erkaufe, die fatal für das politische Gemeinwesen von freien und rechtlich gleichen Bürgern war. Das ist gar nicht weit von der demonstrativen Abkehr vom Trinkgeld entfernt, die später in europäischen Diktaturen, ob faschistisch oder volksdemokratisch, gepflegt wurde. Aber weder in Amerika, wo es einige Bundesstaaten mit gesetzlichen Verboten versuchten, noch im faschistischen Italien oder später in der DDR wurde das Trinkgeld obsolet. Seine Abschaffung erwies sich unter ganz verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen als nicht durchsetzbar.

Auf die Details kommt es hier freilich an, aus denen der Autor eine kleine Geschichte des Kellnerstands und der Reisegewohnheiten von der Postkutsche bis zum Massentourismus heutiger Prägung gewinnt. Er weiß dafür den Freiherr von Knigge ebenso zu lesen wie die Programmschriften der diversen Anti-Trinkgeld-Vereinigungen, Querelen streitfreudiger deutscher Juristen und touristische Ratgeber für die Orientierung im weltweiten Trinkgelddickicht.

Und wie lässt sich nun erklären, dass das Trinkgeld in seiner reinen, mit Bestechungszahlungen nicht zu verwechselnden Form über alle Kulturen und politisch-wirtschaftliche Zeitenwenden hinweg zum transnationalen Phänomen wurde? Die ökonomische oder juristische Perspektive greift dafür zu kurz, doch näher kommt man für Speitkamp dem Phänomen, wenn man den in den Debatten angeschlagenen Motiven von Ehre, Distinktion und Anerkennung ein Stück weiter folgt.

Dann nämlich könne man sehen, dass es dabei in Geldform um symbolisches Kapital geht, das Geber wie Empfänger im gelingenden Fall für sich verbuchen können. In dieser Perspektive erscheint die Trinkgeldpraxis nicht als bloßer Austausch von Waren, sondern als Gabentausch zwischen grundsätzlich ungleichen Partnern, die sich jenseits aller Rechtstitel eines gesellschaftlichen Zusammenhalts versichern, der ohne Vertrauen und Anerkennung nicht stabil zu halten ist.

Ehre, Status und Prestige werden dabei jeweils neu bewertet und justiert, wie verschieden auch die gesellschaftlichen Vorstellungen von diesen Begriffen über kulturelle Unterschiede hinweg sein mögen. So betrachtet, müsste man sich im Gegensatz zu den weiland bürgerlichen wie sozialistischen Kritikern der Trinkgeldpraxis eher dann Sorgen machen, wenn diese symbolischen Zusatzleistungen außer Gebrauch kämen. Doch damit ist, wie der materialreiche und elegant geschriebene Band zeigt, kaum zu rechnen.

HELMUT MAYER

Winfried Speitkamp: "Der Rest ist für Sie!" Kleine Geschichte des Trinkgeldes. Reclam Verlag, Leipzig 2008. 169 S., br., 7,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 12.09.2008
Stimmt so
Höflichkeit oder Entfremdung? Winfried Speitkamps Geschichte des Trinkgeldes
Für Adolph Freiherr von Knigge war das Trinkgeld noch etwas Selbstverständliches. In seinem 1788 erschienenen Werk „Über den Umgang mit Menschen” erwähnt der adlige Bürger und Urvater aller Benimmfibeln es nur am Rande, als bewährtes Mittel, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu räumen. Tatsächlich war es bereits seit dem Mittelalter in vielen europäischen Ländern üblich, die Leistungen von Boten, Handwerkern und Fuhrleuten mit einem Trinkgeld zu honorieren, wobei die Grenzen zur Bestechung immer schon fließend waren. Die Frage nach der Legitimität und den moralischen Folgen dieser Praxis kam indes erst in der Moderne auf, als die Gesellschaft sich im Umbruch befand und die Sicherheit der Standesexistenz brüchig erschien.
Der Massentourismus, der sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchsetzte, brachte ganz neue Berufsfelder im Hotel- und Gaststättengewerbe hervor, für die Trinkgeld eine bedeutende Rolle spielte. In dem Maße, in dem das Reisen im Kaiserreich demokratischer wurde, entwickelte sich das Trinkgeld zu einem Mittel sozialer Distinktion, durch das sich selbst noch der Kleinbürger von den Unterschichten abgrenzen konnte. Zugleich wuchs aber auch die Verunsicherung: Reisende und Gäste fühlten sich zunehmend als Opfer eines geldgierigen Personals, das seinerseits wenig oder kaum festen Lohn erhielt und oftmals auf die freiwilligen Geldgaben der Gäste angewiese war. Zeitgenössische Kritiker erkannten im Trinkgeld ein Symbol für Entfremdung und Entmenschlichung der Arbeit, denn es förderte eine „knechtische Gesinnung”, degradierte den Kellner zum Sklaven und zwang weibliche Bedienstete oftmals zur Prostitution. Die juristische und moralische Debatte über das Trinkgeld, das formal zwar freiwillig geleistet wurde, de facto inzwischen aber unausweichlich war, erreichte um 1900 einen ersten Höhepunkt und führte sogar zur Gründung einer bürgerlichen „Anti-Trinkgeld-Liga”. Bis hinein in die Weimarer Zeit gab es eine Reihe von Gesetzesinitiativen zur Eindämmung des Trinkgeldes, die sich jedoch allesamt als unwirksam erwiesen.
Alle Verbote waren zwecklos
Die zahlreichen Reformversuche und hitzigen Diskussionen jener Zeit machen deutlich, dass es sich beim Trinkgeldgeben nicht bloß um den Austausch materieller Werte handelt. Vielmehr berührt dieses Ritual tiefere Fragen von gesellschaftlichem Status, Prestige und Ehre, wie der Gießener Historiker Winfried Speitkamp in seiner kurzweiligen Geschichte des Trinkgeldes vor Augen führt. Rational jedenfalls lässt sich kaum erklären, warum der homo oeconomicus gegen seine eigenen Interessen handelt und für eine bereits erbrachte Dienstleistung Geld zahlt – selbst wenn er den Empfänger niemals wiedersehen wird. Die Beharrungskraft dieser international weit verbreiteten Sitte, die alle staatlichen Abschaffungsversuche – ob bürgerlichen, faschistischen oder sozialistischen Ursprungs – überlebte, erklärt sich wesentlich aus der Funktion des Trinkgeldes zur Abgrenzung und öffentlichen Inszenierung sozialer Rangordnung. Nicht umsonst galt das tipping in den Vereinigten Staaten, wo das Trinkgeldgeben bis zum Bürgerkrieg von 1861-65 gänzlich unüblich und Anfang des vergangenen Jahrhunderts in einigen Bundesstaaten sogar strafbar war, als antidemokratisch und „unamerikanisch”.
Anhand eines reichen Quellenmaterials wirft Speitkamp ein Blick in die „Abgründe, die hinter dem Trinkgeld lauerten”. Ausführlich lässt er neben juristischen Schriften auch Zeitzeugen zu Wort kommen, vom entnervten Reisenden Victor Hugo, der angesichts der Trinkgeldforderungen im Kölner Dom verzweifelte, bis zu prominenten Kritikern wie Upton Sinclair, der in den mehr oder weniger freiwilligen Geldzahlungen ein Sinnbild für Korruption und Dekadenz sah. In der sozial durchmischten Mittelstandsgesellschaft, in der ein Kellner auch einmal mehr verdienen kann als der Gast, droht Trinkgeld seine sozial distinktive Kraft zu verlieren. Im Zeitalter der globalisierten Konsumgesellschaft haben sich vor allem die Reiseführer und Benimm-Ratgeber des Themas angenommen. Trinkgeld ist heute weniger eine Frage des Status als vielmehr der Etikette. MARION LÜHE
WINFRIED SPEITKAMP: Der Rest ist für Sie! Kleine Geschichte des Trinkgeldes. Reclam Verlag, Stuttgart 2008. 169 Seiten, 7,90 Euro.
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Das Buch zeigt deutlich, dass das Trinkgeld nicht nur Wissenschaften, sondern auch Organisationen erhebliches Kopfzerbrechen beschert. -- Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Falls sie mal wieder unschlüssig sind, wenn sie die Geldbörse zücken: Alles was man so über Trinkgeld wissen kann, das steht in Winfried Speitkamps Büchlein "Der Rest ist für Sie! Kleine Geschichte des Trinkgeldes". -- Deutschlandradio Kultur

Fundiert zusammengetragen hat die Genese einer Belohnung aus dem Geist der Anerkennung der Gießener Historiker Winfried Speitkamp. -- Die Welt

Trinkgeldgeben ist eine soziale Praxis und eine Frage der Ehre. -- Neue Zürcher Zeitung

Aus dieser kleinen Kulturgeschichte kann man viel Erstaunliches über den sonderbaren Umgang mit Geld lernen. -- Focus

Eine kleine Geschichte des Trinkgeldes - was sich nach vermuffter, kleinbürgerlicher Pfennigfuchserei anhört, liest sich ungemein spannend. -- WDR

Ein Vademekum für kellnernde Studienabbrecher, geschichtsbewusste Mindestlohn-Strategen und, natürlich, auch für kulturhistorisch Interessierte. -- Literaturen

Anhand eines reichen Quellenmaterials wirft Speitkamp ein Blick in die "Abgründe, die hinter dem Trinkgeld lauerten". Ausführlich lässt er neben juristischen Schriften auch Zeitzeugen zu Wort kommen, vom entnervten Reisenden Victor Hugo, der angesichts der Trinkgeldforderungen im Kölner Dom verzweifelte, bis zu prominenten Kritikern wie Upton Sinclair, der i den mehr oder weniger freiwilligen Geldzahlungen ein Sinnbild für Korruption und Dekadenz sah. -- Süddeutsche Zeitung

Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. Der Rest ist für sie! bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welch zahlreiche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. -- dpa

Lesenswert! -- Kölnische Rundschau

Um die paar Cent so ein Gewese, denkt man zunächst. Doch die Lektüre lohnt. Die Chronik des Trinkgeldes ist ein Panoptikum, dem Volke wird aufs Maul und in sein Portmonnaie geschaut. In unserer Zeit ist der Blick aufs Geld des Nachbarn noch verruchter als der Blick in dessen Bett. -- Märkische Allgemeine

Eine lohnenswerte, kurzweilige Lektüre für alle, die sich gern bedienen lassen ... -- Nürnberger Nachrichten

Speitkamp zieht den Leser hinein in die Historie des Trinkgeldes. "Der Rest ist für Sie!" bringt nahe, wie facettenreich sich Trinkgeld in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Epochen darstellte, welche unterschwellige Botschaften und Wirkungen damit verbunden waren. -- Schweriner Volkszeitung

Eine unterhaltsame Note hält Speitkamp bis zur letzten Seite aufrecht. -- Deister- und Weserzeitung

Speitkamp zieht den Leser hinein, in die Historie des Trinkgeldes. -- Heilbronner Stimme
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Elegant geschrieben und materialreich erscheint diese kleine Geschichte des Trinkgelds dem Rezensenten. Was der Historiker Winfried Speitkamp zum Thema zusammenträgt erweitert Helmut Mayers Perspektivik auf den Kellnergroschen ganz ungemein. Dass nämlich materiell-ökonomische Gründe für dessen Existenz nicht hinreichen, ahnt Mayer schnell. Und wenn er sich vom Autor die verschiedenen bislang vergeblichen Versuche auseinandersetzen lässt, das Trinkgeld auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern, dann geht ihm die Hartnäckigkeit dieser Gewohnheit auf. Aus der detailreichen Untersuchung von Reisegewohnheiten, sozialkritischen und juristischen Auseinandersetzungen über das Thema tauchen vor den Augen des Rezensenten die Motive von Ehre, Distinktion und Anerkennung auf und dahinter ein Begriff von symbolischem Kapital, das gesellschaftlichen Zusammenhalt schafft.

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