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"Ein hervorragender poetischer Roman voller Poesie, Zärtlichkeit, Melancholie, Verstörung und Geduld, der nicht nur gelesen werden sollte, sondern sich auch zum Vorlesen eignet." -- LAMBDA Nachrichten, 02/10 "Ohne Schnörkel erzählt der Brite Jonathan Coe vom Schmerz, der von den Eltern an di Kinder weitergereicht wird, der größer und größer wird, bis er sich endlich seine Bahn brechen kann. Ein Roman über drei Generationen von Frauen, über tiefe Einsamkeit und das Glück der Liebe." -- Brigitte "In der Vermittlung von mehr als einer Wirklichkeit steht Coes neuer Roman Ian McEwans 'Abbitte…mehr

Produktbeschreibung

"Ein hervorragender poetischer Roman voller Poesie, Zärtlichkeit, Melancholie, Verstörung und Geduld, der nicht nur gelesen werden sollte, sondern sich auch zum Vorlesen eignet." -- LAMBDA Nachrichten, 02/10

"Ohne Schnörkel erzählt der Brite Jonathan Coe vom Schmerz, der von den Eltern an die Kinder weitergereicht wird, der größer und größer wird, bis er sich endlich seine Bahn brechen kann. Ein Roman über drei Generationen von Frauen, über tiefe Einsamkeit und das Glück der Liebe." -- Brigitte

"In der Vermittlung von mehr als einer Wirklichkeit steht Coes neuer Roman Ian McEwans 'Abbitte' in nichts nach." -- taz

Von Müttern und Töchtern, Lügen und Geheimnissen Eine Handvoll Fotos und ein Stapel selbst besprochener Tonbänder, das ist Rosamonds Vermächtnis an Imogen, die blinde Enkelin ihrer Cousine Beatrix. Auf den Bändern erzählt Rosamond die Familiengeschichte und findet nach und nach Worte für jenes Unglück, das zu Imogens Erblindung führte. - Ein bewegender Roman über drei Generationen von Frauen und über das verzweifelte Streben nach Liebe und dem Lebensglück.

"Ich möchte dir, Imogen, einen Begriff von deiner Geschichte vermitteln. Du sollst ein Gefühl dafür bekommen, wo du herkommst und welches die Triebkräfte waren, die dich hervorgebracht haben." So beginnen die Aufzeichnungen, die Rosamond hinterlassen hat. Anhand von zwanzig Fotografien erinnert sie sich an die tragische Geschichte ihrer Familie. In deren Zentrum steht Imogens Großmutter Beatrix, die unter der fehlenden Liebe ihrer Mutter litt und deshalb früh von zu Hause flüchtete; die die selbst erlebte Gefühlskälte an ihre Tochter weitergab und so den Weg zu dem schrecklichen Unglück ebnete, das Imogen für immer das Augenlicht nahm.

Ein bewegender Familienroman über drei Generationen von Frauen und deren Sehnsucht nach Liebe - und die poetische Erkundung eines fatalen Vermächtnisses. Jonathan Coe gelingt es, in diesem dichten Roman emotional fesselnde Figuren zu entwickeln und ein sensibles Bild von der besonderen Dynamik der Mutter-Tochter-Beziehung zu zeichnen. Die Geschichte des blinden Mädchens Imogen, die Schilderungen der Momente intensiven Glücks zwischen Rosamond und Beatrix und die Aufdeckung der zerstörerischen Macht eines dunklen Familiengeheimnisses wird kein Leser je wieder vergessen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Dva
  • Seitenzahl: 298
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 298 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 20, 5 cm
  • Gewicht: 434g
  • ISBN-13: 9783421043672
  • ISBN-10: 3421043671
  • Best.Nr.: 25069635

Autorenporträt

Jonathan Coe wurde 1961 in Birmingham geboren. Für seine Bücher wurde er u.a. mit dem John Llewellyn Rhys Prize, dem Prix du Meilleur Livre Étranger und dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Zwei seiner bisher neun Romane wurden verfilmt. Zuletzt erschien bei DVA "Der Regen, bevor er fällt" (2009). Jonathan Coe lebt heute mit seiner Familie in London.

Rezensionen

Besprechung von 13.05.2009
Tonbänder von der Toten

Ein Erbe voller Unglück: Der englische Autor Jonathan Coe hat einen Familienroman im Stil des neunzehnten Jahrhunderts geschrieben. Männer treten hier nur als Statisten in Erscheinung.

Den Engländern sagt man gern nach, dass sie besser als die Deutschen eine komplizierte Geschichte beschwingt und spannend erzählen können. Jetzt zum Beispiel ist es Jonathan Coe aus Birmingham gelungen, auf dreihundert Seiten das Geheimnis um das Mädchen Imogen über vier Generationen hinweg in die reizvolle Landschaft von Shropshire einzubetten, Rhododendron-Hecken blühen zu lassen und als Begleitmusik in London ein Konzert mit allerneuester, schwierigster Musik so reizvoll zu beschreiben, dass man gern dabei gewesen wäre. Dergleichen fordert in der Tat eine leichte Hand. "A good read", könnten die Engländer sagen: "So recht zum Schmökern." Mit welchem Gefühl man dann das Buch am Ende niederlegt, steht auf einem anderen Blatt.

Jonathan Coe ist den Weg vom Universitätslehrer und experimentellen Autor zum freien Schriftsteller gegangen, gesichert durch eine Reihe erfolgreicher Romane, von denen sein jüngster, der achte, nun dem großen Trend der Zeit zum Familienroman folgt. Vorwiegend von Frauen wird erzählt, denn die Männer sind hier überall nur Statisten. Engel oder Amazonen freilich sind es nicht, sondern eher ganz gewöhnliche Frauen, und wahrscheinlich wären sie vergessen, wenn es nicht die ledige und lesbische Erbtante Rosamon gegeben hätte, die - man liest es gern - als Lektorin im Verlagswesen zu Gelde gekommen ist.

Rosamond nämlich hat, ehe sie freiwillig aus dem Leben scheidet, ihr Vermögen in drei Teile geteilt, von denen der eine für jene ominöse Imogen bestimmt sein soll, von der keiner weiß, wo sie sich aufhält. Die beiden anderen Teile des Erbes fallen einer Nichte und einem Neffen zu mit dem Auftrag, die dritte Erbin zu suchen. Und damit es auch wirklich spannend wird, hinterlässt die Tante vier Tonbänder mit der Beschreibung von zwanzig Bildern, bestimmt für die Verschwundene. Hörbares aber muss es sein, weil Imogen einst in ihrer Kindheit erblindete und nun aus dem Munde Rosamonds die Ursache für solches Unglück erfahren soll. Den anderen Erben wird allerdings gleichfalls erlaubt, die Bänder anzuhören, falls sich die Erwählte nicht aufspüren lässt. So greift denn die Nichte Gill zum Kassettenrecorder, und die Tonbänder der toten Tante sind nichts anderes als der Roman vom Regen, bevor er fällt. Es ist eine Rahmenfiktion, die manchem mittelguten Romancier des neunzehnten Jahrhunderts alle Ehre machen würde; er hätte Coe allenfalls um das technische Mittel beneidet.

Der Schlüssel zum Geheimnis um das Schicksal Imogens findet sich dann schon früh in Rosamonds Erzählungen: Imogens Urgroßmutter war derb, großnasig, dem Alkohol hold und kalt den Kindern gegenüber. Das aber hat die Frauen der Familie bis ins vierte Glied zu harschen und jähzornigen Wesen gemacht. Es ist diese, vom Autor in einem Interview bestätigte, seltsame und schlichte Genetik, die es schwermacht, Coes guterzähltes, an genauen Beobachtungen reiches Buch ohne Enttäuschung aus der Hand zu legen. Dass seit einer lieblosen Ehe vor vielen Jahrzehnten nunmehr Urahne, Großmutter, Mutter und Kind vom Fluch des Jähzorns besessen sind und schließlich das Jüngste seine Blindheit einem daraus entspringenden zufälligen Wutanfall verdanken muss, passt eher in die Schicksalstragödien vor zweihundert Jahren als in einen modernen Roman im Darwin-Jahr. Daran ändern auch nichts mehr die melancholischen Berichte über Tod und Verklärung Imogens, mit denen Coe seinem Roman ein offenes Ende geben möchte.

So sucht denn der Verlag sehr zu Unrecht in seiner Werbung den Vergleich mit Ian McEwans meisterlichem Roman "Abbitte". Denn eben das, was dieses Buch auszeichnet, das subtile Zusammenspiel von Gesellschaftscodes, Zeitgeschichte und Psychologie, die scharfe Beobachtung menschlicher Schwächen wie Stärken also, fehlt bei Coe ganz und gar. Irgendwo wird der Krieg genannt, ein paar Bomben fallen, dann dröhnen elektrische Gitarren aus Lautsprecherboxen, weil die Zeit vergeht, aber das ist Kulisse, die mit dem Verhalten der Menschen nichts zu tun hat. Andreas Gressmann als Übersetzer gibt sein Bestes, den Roman flüssig lesbar zu machen. Nur ist, bitte, der "Blitz" nicht ein Blitzkrieg, sondern meint die deutsche Bombardierung Londons zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Und ein Satz wie "Sie denkt an den Morgen, wie sie mir zugewunken hat und ich nicht zurückgewunken habe" ist nördlich der Donau nur schwer goutierbar.

GERHARD SCHULZ

Jonathan Coe: "Der Regen, bevor er fällt". Roman. Aus dem Englischen von Andreas Gressmann. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2009. 300 S., geb., 18,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"In der Vermittlung von mehr als einer Wirklichkeit steht Coes neuer Roman Ian McEwans 'Abbitte' in nichts nach." -- taz

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Man liest das schon gern, dieser Roman ist, so der Rezensent Gerhard Schulz, "a good read". Klingt wie ein Kompliment, ist aber, wie sich sogleich herausstellt, sehr vergiftet. Denn das Schmökerhafte des Romanciers Coe, der einmal eher experimentell anfing, hat seinen Preis: Einen Mangel an Komplexität, einen Rückfall in die Romanformen des 19. Jahrhunderts und, am schlimmsten, einen erstaunlich primitiven Abstammungsdarwinismus - so Schulz. Vorgestellt wird in "Der Regen, bevor er fällt", eine Familie, fast ausschließlich Frauen. Und erklärt wird aus dem Charakter der Stammmutter, warum aus den Töchtern und Nichten und Enkelinnen die problematischen Menschen werden mussten, als die sie Coe nun schildert. Der Verlag vergleicht das Werk mit Ian McEwans "Abbitte" - das aber findet Schulz, der deutlich unerfreut klingt, viel zu hoch gegriffen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Man liest das schon gern, dieser Roman ist, so der Rezensent Gerhard Schulz, "a good read". Klingt wie ein Kompliment, ist aber, wie sich sogleich herausstellt, sehr vergiftet. Denn das Schmökerhafte des Romanciers Coe, der einmal eher experimentell anfing, hat seinen Preis: Einen Mangel an Komplexität, einen Rückfall in die Romanformen des 19. Jahrhunderts und, am schlimmsten, einen erstaunlich primitiven Abstammungsdarwinismus - so Schulz. Vorgestellt wird in "Der Regen, bevor er fällt", eine Familie, fast ausschließlich Frauen. Und erklärt wird aus dem Charakter der Stammmutter, warum aus den Töchtern und Nichten und Enkelinnen die problematischen Menschen werden mussten, als die sie Coe nun schildert. Der Verlag vergleicht das Werk mit Ian McEwans "Abbitte" - das aber findet Schulz, der deutlich unerfreut klingt, viel zu hoch gegriffen.

© Perlentaucher Medien GmbH
»Man überlässt sich gern der erzählerischen Intelligenz, die durch Respekt vor dem Ungesagten besticht.«

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