Der Poet der kleinen Dinge - Roger, Marie-Sabine

Marie-Sabine Roger 

Der Poet der kleinen Dinge

Roman

Übersetzung: Kalscheuer, Claudia
Gebundenes Buch
 
2 Kundenbewertungen
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Der Poet der kleinen Dinge

Gérards ganze Liebe gilt der Poesie. Doch leider kann er seine Leidenschaft mit niemandem teilen, da er aufgrund einer Behinderung weder schreiben noch richtig sprechen kann. Nur die Herumtreiberin Alex versteht ihn und nimmt ihn ernst. Und da Gérard auch sonst wenig vom Leben hat, schmiedet Alex einen abenteuerlichen Plan.

Die junge Alex lebt aus dem Rucksack, jobbt auf einer Hühnerfarm und hat am Bruder ihres Vermieters einen Narren gefressen: Gérard leidet an einer Behinderung und stellt jede Menge Unfug an, aber er trägt das Herz am rechten Fleck. Und Alex traut ihren Ohren nicht, als er eines Tages beginnt, ihr schlichte und zugleich hoch poetische Gedichte vorzutragen ... Bei ihren Spaziergängen am Fluss lernen die beiden ein anderes Außenseiterpaar kennen: zwei junge Männer, die dort jeden Tag herumhängen und Bier trinken. Das Unmögliche geschieht: Die vier freunden sich an, und plötzlich bietet sich ihnen die Möglichkeit, gemeinsam zu einer Freundin von Alex zu reisen - zu viert auf einem alten Motorrad mit Sidecar ...


Produktinformation

  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 238 S. 205 mm
  • Seitenzahl: 240
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 135mm x 25mm
  • Gewicht: 360g
  • ISBN-13: 9783455400953
  • ISBN-10: 3455400957
  • Best.Nr.: 33362111
"Ein modernes Märchen mit Happy End." Ruhr Nachrichten
Marie-Sabine Roger, 1957 in der Nähe von Bordeaux geboren, lebt mit ihrer Familie in Nähe von Nîmes. Sie arbeitete einige Jahre als Grundschullehrerin, ehe sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Ihre Romane wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Der Poet der kleinen Dinge" von "Marie-Sabine Roger"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von MrsFabulous aus Berlin am 11.03.2012 ***** sehr gut
Nachdem ich bereits das erste Buch "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger gelesen habe, habe ich mich riesig über das Neue Buch gefreut.
Marie-Sabine Roger hat es auch bei diesem Buch geschafft mich ans Buch zu fesseln, obwohl ihre Bücher nicht im herrkömmlichen Sinn einen roten Faden aufweisen. Es wird zwar eine Geschichte erzählt, aber keine wirkliche Spannung aufgebaut...

Kurz zum Inhalt:
Die Geschichte handelt von zwei jungen Menschen. Zum einen ist da Alex, die keinen festen Wohnsitz hat von Stadt zu Stadt zieht und immer wieder andere Jobs annimmt, sich dann mit Gérard anfreundet. Und Cédric, der mit einem Kumpel am Kanal sitzt und nichts so Recht mit seinem Leben anzufangen weiß. Durch Zufall lernen sich die beiden kennen und Cédric und sein Kumpel nehmen dadurch Kontakt zu dem behinderten Gérard auf.

Wie schon bei ihrem ersten Buch, ist es eine herrlich schöne Geschichte, die in einer einfachen Sprache geschrieben ist, sodass man das Buch in einem Zug auslesen kann. Es ist ein Buch das einen über die "kleinen" Dinge des Lebens nachdenken lässt.

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Bewertung von http://gottagivethembooks.wordpress.com am 11.11.2011 ***** ausgezeichnet
Als die androgyne Alex, die trotz ihrer dreißig Jahre ihren Platz im Leben noch zu suchen scheint und Bindungen meidet wie der Teufel das Weihwasser, als Untermieterin im Haus von Marlène und Bertrand einzieht, lernt sie auch Bertrands Bruder Gérard kennen. Der Schwerbehinderte hat es bei der herrischen und oft herzlosen Marlène nicht leicht und so fängt Alex an, sich um ihn zu kümmern. Ganz heimlich still und leise schleicht er sich in ihr Herz und Alex beginnt nach einem besseren Leben für den zartfühligen Poeten Ausschau zu halten.

Nach “Das Labyrinth der Wörter” (La tête en friche) hat Marie-Sabine Roger auch mit “Der Poet der kleinen Dinge” wieder bewiesen, dass ein großer Roman in Gänze vom Feingefühl seiner Autorin leben kann. Sie zeigt ein Gespür für die Menschen um sich herum, das man kaum erlernen kann. Ihr Blick auf die Welt geht weit unter die polierte Oberfläche bigotter Kleinstadtidyllen und schafft so eine Wahrhaftigkeit, die zwangsläufig aufwühlt und berührt, ohne dabei jemals laut zu werden.

Die Charaktere sind alle ein wenig anders, haben ihre Macken, entwickeln sich, was sie extrem ausdrucksstark macht und selbst die Distanz, die man fast bis zum Schluss zu Alex fühlt, ist perfekt auf die Figur abgestimmt und unterstreicht deren eigene distanzierte Art. Gérard rührt einen zutiefst und rückt mit seiner kindlichen und gleichzeitig weisen Art die Welt so manches Mal auf ein überschaubares Maß zurecht.

Dass der Roman zwei Ich-Erzähler hat, verwirrt einen zu Anfang ein wenig, aber sogar das wirkt beabsichtigt und wohlüberlegt.

Eine wunderbare, zutiefst anrührende Geschichte über das Anderssein, über Toleranz und Nächstenliebe und die Frage, wie erstrebenswert Normalität wirklich ist.

Zitate:

Ich glaube, in den Geburtskliniken liegen ausschließlich Prinzessinnen und Märchenprinzen in den kleinen Plastikbetten. Kein einziges Neugeborenes, das entmutigt, enttäuscht, traurig oder blasiert wäre. Kein einziges kommt auf die Welt und sagt sich: Später gehe ich mal für einen Hungerlohn in der Fabrik malochen. Ich werde ein Scheißleben haben und das wird super-duper. Juhu. Warum ich hier bin, jetzt, in diesem Moment, ist sogar mir selbst ein Rätsel. Aber da ich an Schicksal glaube, sage ich mir, dass es irgendwo einen großen Plan geben muss., hoch über meinem Kopf. Dass es für das alles einen Grund gibt. (Seite 22)

Ich habe etwas Unfertiges, Unreifes an mir. Ich bin wie ein Entwurf meiner selbst. (Seite 25)

Ich habe gesoffen, bis ich mich am liebsten selbst ausgekotzt hätte, gevögelt, bis alle Lust dahin war. Heute weiß ich, was mit mir los war: Ich hatte zu viel Leere in mir und zu wenig Leben. Ich sehnte mich so sehr nach einer Leidenschaft, nach einer starken, heftigen Sache, die einen vorwärtstreibt. Einem Ziel. Ja, einem Schicksal! Wennschon, dennschon. (Seite 46)

Es gibt nichts an ihm, das nicht missraten, entstellt, erschreckend oder lächerlich wäre. Nichts bis auf seinen Welpenblick, der so sanft ist, dass man es gar nicht beschreiben kann. Nichts bis auf sein schallendes Lachen, voller Leben und Humor. Aber dieses Nichts reicht aus, um etwas in mir zu wecken, Gefühle, die ich nicht verstehe, die Lust, ihm die Flügel zu strecken, und wenn es mir Gewalt ist. Die Lust, ihm abends zuzuhören, ihn am Kanal entlang spazieren zu fahren. […] Wir werden noch mehr Leute treffen, die loslachen werden, wenn sie Roswell sehen. Die wahren Monster sind sie. (Seite 81)

Im Theater ist es wie im echten Leben, da gibt es keinen Probelauf, man kann nicht sagen: “Klappe, die Szene nochmal!” Wenn der Vorhang aufgeht, ist es ernst. Schummeln gilt nicht. (Seite 123)

Seit achtundzwanzig Jahren träume ich Tag für Tag davon, hier abzuhauen, aber es ist wie mit dem Rauchen:Morgen höre ich auf, morgen gehe ich weg. Morgen fange ich an zu leben. immer morgen, morgen, nur nicht heute… (Seite 152)

[gekürzt wegen Begrenzung auf 4000 Zeichen]

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