Der Photoapparat - Toussaint, Jean-Philippe

Jean-Philippe Toussaint 

Der Photoapparat

Roman

Aus d. Französ. v. Joachim Unseld
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Der Photoapparat

Ein Passfoto für die anstehende Führerscheinprüfung zu besorgen, kann doch so schwierig nicht sein. Möchte man meinen. Der namenlose Held dieses Romans allerdings scheitert heftigst an diesem Vorhaben und gerät in einen Strudel unpassender, aber nicht sämtlich unerfreulicher Ereignisse. Warum? Vielleicht wegen dieses grippalen Zustands, den man gemeinhin Liebe nennt ...

Die Welt ist eine Olive: das Meisterwerk Jean-Philippe Toussaints, eines der originellsten Schriftsteller seiner Generation.

Ein Passfoto für die anstehende Führerscheinprüfung zu besorgen, kann doch so schwierig nicht sein. Möchte man meinen. Der namenlose Held dieses Romans allerdings scheitert heftigst an diesem Vorhaben und gerät in einen Strudel unpassender, aber nicht sämtlich unerfreulicher Ereignisse. Warum? Vielleicht wegen dieses grippalen Zustands, den man gemeinhin Liebe nennt ...

"Unter allen meisterlichen Capriccios Jean-Philippe Toussaints ist 'Der Photoapparat' das meisterlichste, weil hier Komik und intellektueller Reiz vollendet ausbalanciert sind." - Süddeutsche Zeitung

"Philosophisches Schelmenstück." - Frankfurter Rundschau

"Das unerwartete Glück in der missglückten Aktion: Das ist das Versprechen von Toussaints Romanen." - Frankfurter Allgemeine Zeitung


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 117 S.
  • Seitenzahl: 128
  • btb Bd.73566
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 119mm x 14mm
  • Gewicht: 137g
  • ISBN-13: 9783442735662
  • ISBN-10: 3442735661
  • Best.Nr.: 20943837
"Das unerwartete Glück in der missglückten Aktion: Das ist das Versprechen von Toussaints Romanen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.02.2006

Offene Blende
Jean-Philippe Toussaints feiner Roman „Der Photoapparat”
Das Denken, heißt es einmal in diesem kleinen Roman, gleiche einem Strom, den man am besten laufen lässt, damit er sich entfalten und wie von selbst in unzähligen Verästelungen ergießen kann, die am Ende in einem bewegungslosen, ungreifbaren Punkt zusammentreffen. Jean-Philippe Toussaint nimmt seinen Vergleich ernst. In weitläufig mäandernden Sätzen geht der belgische Autor der schweifenden Bewegung des Denkens solange nach, bis er Denken und Schreiben fast zur Deckung gebracht hat. Wie er das auch noch mit einer Liebesgeschichte verknüpft, ist eine Kunst für sich.
Eigentlich hat Toussaints Ich-Erzähler immer nur ein Bild vor Augen: Er möchte die Wirklichkeit zermürben, wie man eine Olive mit der Gabel zerdrückt, bevor man sie genüsslich aufspießt. Aber die Wirklichkeit wehrt sich, ein ums andere Mal. Sie verhärtet sich und treibt den Erzähler in einen Zustand der Lähmung, auf Reisen, in einem schlichten Einkaufszentrum oder schließlich in Gestalt einer jungen Frau, die er wie nebenbei in der Fahrschule kennen lernt und die dem Leben „permanent eine sensationelle …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.01.2006

Die Außenwelt der Innenwelt
Neu übersetzt: Jean-Philippe Toussaints "Photoapparat"

Mit seinem Erstlingsroman "Das Badezimmer" hatte Jean-Philippe Toussaint vor zwanzig Jahren schlagartig auf sich aufmerksam gemacht und steht seither für eine minimalistische Erzählform in der gesichtslosen Ich-Form. Mit literarischen Anspielungen, lapidaren Situationen und scheinbar beiläufigen Details bewegt diese sich auf den Rändern zwischen Komik und Absurdität. Die geschilderte Wirklichkeit strotzt von schräger Normalität, daß einem unheimlich wird. "Der Photoapparat", Toussaints dritter Roman aus dem Jahr 1989, geht darin besonders weit. Da tritt ein Mann ins Lokal einer Autofahrschule und interessiert sich zunächst vor allem für das Glockenspiel über der Eingangstür. Er und die junge Angestellte der Fahrschule schalten, bald drinnen, bald draußen stehend, die Türglockenmechanik ein und aus. Dann klingelt das Telefon. Während die Frau den Anruf beantwortet, schiebt der Mann wartend mit den Fingerspitzen Gegenstände über den Schreibtisch.

Alle Romanhandlung scheint statt aus dem Innenleben der Figuren aus einer komplexen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Fasziniert zeigt sich Rezensent Nico Bleutge von diesem Roman Jean-Philippe Toussaints. Er würdigt den belgischen Schriftsteller als einen Schöpfer "feiner Literatur", der der schweifenden Bewegung des Denkens solange nachgehe, bis er Denken und Schreiben fast zur Deckung gebracht habe. "Wie er das auch noch mit einer Liebesgeschichte verknüpft", urteilt Bleutge über den Roman, in dem der Ich-Erzähler in der Fahrschule eine Frau kennenlernt, "ist eine Kunst für sich." Als kennzeichnend für Toussaints Schreiben sieht er das Ineinanderübergehen von Gegensätzen wie Sichtbarkeit und Verschwinden, Leben und Tod. Auch der spezielle Stil des Autors hat es ihm angetan, etwa seine "weitläufig mäandernden Sätze" oder die "ironischen Schleifen". So gelinge es Toussaint, "anschauliche Details und Begriff, Erzählung und Theorie zu verbinden, ohne in einer Moral zu enden."

© Perlentaucher Medien GmbH

"Unter allen meisterlichen Capriccios Jean-Philippe Toussaints ist Der Photoapparat das meisterlichste, weil hier Komik und intellektueller Reiz vollendet ausbalanciert sind." (Süddeutsche Zeitung)
Jean-Philippe Toussaint, geboren 1957 in Brüssel, ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Romanveröffentlichungen, mehrere Filmdrehbücher und führte selbst Regie. Der Autor lebt in Brüssel und auf Korsika.

Leseprobe zu "Der Photoapparat" von Jean-Philippe Toussaint

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