Der Nürnberger Prozess Siegerjustiz oder objektive Urteilsfindung? Das Fallbeispiel Karl Dönitz
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Geschichte Europa -
Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg, einseitig bedruckt,
Note: 1,7, Universität Potsdam, Sprache: Deutsch, Abstract: Die
Wehrmacht eines Staates wird nicht gefragt, wann und gegen wen sie
zu kämpfen hat. Das ist Sache der politischen Führung, die das
Primat gegenüber dem Soldaten hat. Ebenso ist die Beendigung des
Krieges Sache des Politikers. Mit diesen Worten rechtfertigte Karl
Dönitz in seinen Memoiren sein auf bedingungsloser Treue beruhendes
Verhältnis zu Adolf Hitler bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in
Europa. Dabei stand für ihn fest, dass der Sol-dat grundsätzlich
unpolitisch zu handeln hätte, gleichgültig, welche Position er im
Militärap-parat einnahm und ob die politische Führung Verbrechen
beging. Wie Dönitz vertraten auch andere hohe deutsche Militärs,
die auf der Anklagebank in Nürn-berg saßen, diese Einstellung. Für
die Richter des Internationalen Militärtribunals (IMT) lag die
Schwierigkeit in der Beurteilung der Rolle jedes einzelnen
Angeklagten. Die Berufung auf Befehlsnotstand und unpolitische
Pflichterfüllung war kennzeichnend für die deutschen
Mili-tärrepräsentanten vor dem Gerichtshof in Nürnberg. Schon
allein darin wird die Problematik in Bezug auf die Frage nach
objektiver Rechtsprechung der Alliierten über das besiegte
Hitler-Deutschland deutlich.Welche Relevanz das Thema in der
modernen Historiographie genießt, zeigen die Vielzahl von
Veröffentlichungen in den 1990er Jahren und zu Beginn des 21.
Jahrhunderts sowie diverse Verfilmungen und Dokumentationen.
Allerdings existieren verschiedene Tendenzen in der Beurteilung des
Prozesses, die im weiteren Verlauf dargelegt werden.Die vorliegende
Arbeit gliedert sich in zwei große Themenkomplexe. Im ersten Teil
wird der Prozess im Allgemeinen behandelt. Hierbei liegt der Fokus
auf der Benennung der Urteile, deren Bedeutung für das allgemeine
Völkerrecht und auf der Debatte um die Legitimität des
Gerichtshofs. Der
aktuelle Forschungsstand zum Prozess gegen die
Hauptkriegsverbrecher, zur Person Dönitz und die verschiedenen
Ansichten seitens der Historiographie werden am Ende des ersten
Hauptteils dargelegt.
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