Der Name der Welt - Johnson, Denis

Der Name der Welt

Roman

Denis Johnson 

Aus d. Engl. v. Thomas Überhoff
Gebundenes Buch
 
1 Kundenbewertung
  weniger gut
Vergriffen, keine Neuauflage
Nicht lieferbar
8 Angebote ab € 2,95
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Der Name der Welt

"Eine Prosa von erstaunlicher Kraft und Schönheit." - Philip Roth

Mike Reed, Assistenzprofessor für Geschichte an einer Universität im amerikanischen Mittelwesten, trifft auf einer Party eine beschwipste Schönheit: Kunststudentin, rothaarig, in einem blauen Samtkleid. Er nimmt sie kaum wahr; vier Jahre zuvor hat er seine Frau und seine Tochter bei einem Verkehrsunfall verloren, noch immer fühlt er sich im dunklen, ausweglosen Tunnel seiner Trauer gefangen. Einige Zeit später begegnet er der Studentin wieder: Bei einer gewagten Performance im Kunstseminar kommt er zu spät, muss unmittelbar vor der Bühne Platz nehmen und starrt der nackten Rothaarigen, die sich dort produziert, direkt zwischen die Beine. Zutiefst verstört spürt er ihr fortan nach, sieht sie als Nackttänzerin in einer Bar und dann als stimmgewaltige Sängerin beim Gottesdienst einer ländlichen Sekte, der Frieslander. Und wie so oft bei Johnson laufen zwei unvereinbare Existenzen aufeinen Moment der Begegnung zu, der an eine Epiphanie grenzt, mit dunklen Untertönen von Verdammnis und Erlösung ...


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 142 S.
  • Seitenzahl: 142
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 263g
  • ISBN-13: 9783498032302
  • ISBN-10: 3498032305
  • Best.Nr.: 22813075
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.11.2007

Dem All ist alles wurst
Denis Johnson erzählt von einem, der tot war / Von Verena Lueken

Nie hätte Michael Reed gedacht, dass er einmal mit Dankbarkeit das Angebot einer Universität annehmen würde, dort Geschichte zu unterrichten. Seine eigene Studienzeit hatte mit dem, was er in seiner Kindheit im Fernsehen als "Dreißiger-Jahre-Kintoppversion" des Campuslebens kennengelernt hatte, nichts zu tun; es gab keine Herbstfeuer und keine Abende im Haus netter Professoren, stattdessen Leistungsanforderungen, Prüfungen, nichts Romantisches. Das alles kommt, als er fast fünfzig ist und, nach einigen Jahren in den Diensten eines reaktionären Senators in Washington, mit seiner Familie das Machtzentrum verlässt, um als Assistenzprofessor dann doch noch in eine Collegestadt zu ziehen. Dort verläuft sein Leben so ereignis- und arbeitsarm, dass er selbst den Eindruck hat, er wäre in den Ferien. Aber diese Art der Lehranstellung ist begrenzt, und es wird Zeit, dass Reed sich nach etwas anderem umschaut. Möglicherweise bietet ein Essen bei einem Kollegen, bei dem Rumpunsch serviert, ein wenig Musik gemacht und das Fehlen des Ehrengastes, eines bedeutenden …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.10.2007

Schamlos ist der Engel
Als spräche Christus selber: Denis Johnsons Roman „Der Name der Welt” ist starke religiöse Speise
Der Amerikaner Denis Johnson ist ein Erzähler der Offenbarung. Die apokalyptische Gestimmtheit seiner Bücher kommt aus ihren Schauplätzen und Milieus, den kahlen amerikanischen Landschaften mit ihren Sonnenuntergängen, dem nächtlichen Feuer der Fabriken, den winterlichen Beleuchtungen der Städte, aus schummrigen Lokalen, dem Müll einer Zivilisation am Rand der Natur; vor allem aber entsteht das Klima von Apokalypse aus dem Inneren der Figuren, den Verlorenen, Kranken, Süchtigen, Wahnsinnigen, Trauernden und Verzweifelnden die seine Bücher bevölkern.
Die kranke Atmosphäre bei Johnson durchdringt oft den ganzen Leib, und selbst das unbedeutende Abenteuer des Autorasens findet bei ihm seine psychosomatische Metapher: Der „Schrecken des Schnellfahrens”, so heißt es in Johnsons neuem Roman „Der Name der Welt”, machte dem Ich-Erzähler „die Nebenhöhlen frei” und ließ ihm „auf der Zunge Pennys schmecken”. Nun hat Michael Reed, diese Ich-Figur, vier Jahre bevor der Roman einsetzt, seine Frau und seine Tochter bei einem …

Weiter lesen

"Eine Prosa von erstaunlicher Kraft und Schönheit." - Philip Roth

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Über weite Strecken hat Rezensent Frank Schäfer sein Vergnügen an diesem Roman gehabt, obwohl eigentlich sehr wenig passiere. Denis Johnson erzählt darin, so erfahren wir, von einem Mann, der nach dem Verlust seiner Familie nur langsam ins Leben zurückfindet. Einen guten Teil der Zeit kreist er um sich selbst und reflektiert - als Uni-Dozent und Historiker ist der Protagonist Michael Reed natürlich interpretationsgeschult - sein Leben, dessen Ereignisarmut er in seiner Umgebung immer wieder gespiegelt sieht. Das tut er in Schäfers Augen zwar mit "einigem Scharfsinn" und "interpretatorischer Verve". Dennoch stört den Rezensenten auf die Dauer die "zweite Lektüreebene" dieses "poetologischen Romans". Denn so sehr sich der Rezensent zunächst von "Reeds Einfallsreichtum" unterhalten fühlt, so sehr scheint er zum Ende des Romans hin davon ermüdet, dass Johnson die für ihn typische "Rollenprosa" in diesem Fall so gestaltet, dass die Interpretation jeder Handlung immer gleich mitgeliefert wird: "Man wäre manchmal einfach gern selber drauf gekommen."

© Perlentaucher Medien GmbH
Denis Johnson, geboren 1949 in München als Sohn eines amerikanischen Offiziers, gilt nach einigen Romanen und einer legendären Short-Story-Sammlung als einer der wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwart. 2007 erhielt Denis Johnson den National Book Award. Er lebt in Idaho/USA.


Kundenbewertungen zu "Der Name der Welt" von "Denis Johnson"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 2 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen   weniger gut)
  ausgezeichnet
  sehr gut
  gut
  weniger gut
 
(1)
  schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Der Name der Welt" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Polar aus Aachen am 31.01.2008   weniger gut
Denis Johnson hat sich durch eine Reihe großer Romane seinen Platz in der amerikanischen Literatur gesichert. Legt man diesen Maßstab an "Der Name der Welt" an, der weniger ein Roman als eine Story ist, macht sich leichte Enttäuschung breit. Die Geschichte von Michael Reed dem Assistenzprofessor für Geschichte, der Frau und Tochter verloren hat und als Stoiker der Gegenwart verhaftet ist, indem er die Dinge einfach auf sich zukommen läßt, wird im Verlauf künstlich zur Trauerarbeit hochstilisiert, durch die ihn eine seltsam blasse Frau begleitet, der er immer wieder begegnet und die auf ihn eine schwer nachvollziehbare Faszination ausübt. Das Symbolhafte, nur mäßig im Alltag versteckt, erschlägt dabei die Handlung. Zwar verfügt Denis Johnson weiter über eine meisterhafte Sprache und Dialogführung, doch bleibt das, was er uns sagen will, allzu sehr an der Oberfläche. Was besonders nervt, wenn es endlich zur Aussprache zwischen jener mysteriösen Kunststudentin, die nebenher noch strippt, und Reed kommt und die etwas wie eine Katharsis hervorrufen soll. Das nehmen wir Johnson nicht ab. Schade.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Der Name der Welt" von Denis Johnson ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop


8 Marktplatz-Angebote für "Der Name der Welt" ab EUR 2,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
2,95 2,00 PayPal, offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,8% ansehen
2,95 2,00 PayPal, offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,8% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,00 1,20 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung wz2906 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 4,87 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Banküberweisung Happy-Book GmbH 99,7% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,45 1,30 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Buchkontor kireo 100,0% ansehen
8,00 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung Antiquariat Wolfgang Rüger 99,8% ansehen
wie neu 11,95 1,90 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchrausch 99,5% ansehen
14,90 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung, offene Rechnung preiswertlesen1 99,1% ansehen
Mehr von