Eines der einflussreichsten Werke der französischen Geistes
geschichte liegt hier erstmals in vollständiger deutscher
Übersetzung vor. "Der literarische Raum" versammelt die
kritischen Essays, die Maurice Blanchot seit den 1950er Jahren
regelmäßig in "Critique" und "Nouvelle Revue
française" veröffentlichte. Seine Studien zu Mallarmé, Kafka,
Rilke oder Hölderlin gehören sicherlich zum Originellsten und
Wichtigsten, das je im Bereich der Literaturkritik geleistet
wurde.Dem Versuch, die Prozesse literarischer und künstlerischer
Schöpfung zu erhellen, liegt das Erstaunen zugrunde, dass es so
etwas wie Sprache, wie Literatur, wie Kunst überhaupt gibt. Autor
und Leser verschwinden beide gleichermaßen im Dienste des
Kunstwerks, dessen Statthalter und Fürsprecher sie lediglich sind:
Der Autor muss sterben, damit sein Werk leben kann. Die Literatur
entzieht sich ihrem Leser und wirft ihn auf die Erfahrung jener
wesentlichen Einsamkeit zurück, die keine individuelle Erfahrung
mehr ist, sondern allein der Ordnung des Werks angehört.Der Autor
steht vor seinem Werk als einer unendlichen Aufgabe, die es immer
wieder von Neuem zu beginnen gilt.
Maurice Blanchot (1907 - 2003) gilt als einer der herausragendsten französischen Schriftsteller und Denker der letzten 50 Jahre. Am engsten befreundet mit Georges Bataille und Emmanuel Levinas, hat er maßgeblichen Einfluss ausgeübt auf Autoren wie Foucault, Deleuze, Derrida, Nancy, aber auch auf Dichter und bildende Künstler.
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