Der lange Schatten der Vergangenheit - Assmann, Aleida

Aleida Assmann 

Der lange Schatten der Vergangenheit

Erinnerungskultur und Geschichtspolitik

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Der lange Schatten der Vergangenheit

Das neue Buch von Aleida Assmann

Wir haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber es hat uns nicht verlassen. Mehr als sechzig Jahre nach Weltkrieg und Holocaust sind wir noch damit beschäftigt, dieser traumatischen Vergangenheit eine Erinnerungs-Gestalt zu geben. Aleida Assmann untersucht unterschiedliche Wege, die von individuellen zu kollektiven Konstruktionen der Vergangenheit führen, und geht den Spannungen zwischen persönlicher Erfahrung und offiziellem Gedenken nach.

Die Themen Erinnerung und Gedächtnis sind in den letzten Jahren weit über die Debatten in Deutschland und Europa hinaus erstaunlich aktuell geworden. Nach traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit - sei es als Opfer oder als Täter - bestimmt in zahlreichen Ländern das Ringen um eine Neubestimmung des nationalen Selbstbildes und um neue Zukunftsperspektiven die öffentlichen Auseinandersetzungen. Parallel dazu hat sich eine disziplinär weitverzweigte Forschung zu Erinnerung und Gedächtnis entwickelt. Aleida Assmann besichtigt wichtige Momente der neueren deutschen Erinnerungsgeschichte, an die sie grundsätzliche erinnerungstheoretische Fragen richtet. Die konsequente Verknüpfung konkreter Fallstudien mit der Arbeit an zentralen Konzepten und Grundbegriffen kulturwissenschaftlicher Gedächtnisforschung macht das Buch weit über das Beispiel Deutschland hinaus zu einem unentbehrlichen Wegweiser für alle, die sich ein Bild über die Dynamik wissenschaftlicher und öffentlicher Debatten um individuelle und kollektive Erinnerung machen wollen.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 320 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 143mm x 25mm
  • Gewicht: 452g
  • ISBN-13: 9783406549625
  • ISBN-10: 3406549624
  • Best.Nr.: 20849779

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mehr erwartet hat sich Rezensent Norbert Frei von dieser Arbeit über "Erinnerungskultur und Geschichtspolitik", die die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann vorgelegt hat. Die erhoffte Orientierung im kulturwissenschaftlichen Gedächtnisdiskurs liefert das Werk seines Erachtens nicht. Er stößt sich an der theorielastigen Abgehobenheit des Buchs, das er in vielen Punkten überaus vage findet. Etwa wenn die Autorin verschiedene Beobachtungen und Positionen von Ian Buruma, W.G. Sebald, Karl Heinz Bohrer und anderen referiert. Zudem bleibt Assmann dem Leser zum Bedauern Freis die Antwort schuldig, wie ein aufgeklärtes Konzept "nationaler Trauer" aussehen könnte. So verfestigt sich bei ihm der Eindruck, hier die Grenzen des kulturwissenschaftlichen Gedächtnisdiskurses zu besichtigen. Diesem Diskurs kann er generell den Vorwurf nicht ersparen, historische Sachverhalte und Zusammenhänge weitgehend zu ignorieren, um stattdessen emphatisch vom "Gedächtnisklima" oder einem "Zurückfluten der Erinnerung" zu reden und sich in seinen eigenen Konstruktion zu gefallen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Aleida Assmann ist Professorin für Anglistik und Literaturwissenschaften in Konstanz.

Leseprobe zu "Der lange Schatten der Vergangenheit"

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