Der Koffer meines Vaters - Pamuk, Orhan

Orhan Pamuk 

Der Koffer meines Vaters

Aus dem Leben eines Schriftstellers

Aus d. Türk. v. Ingrid Iren und Gerhard Meier
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Der Koffer meines Vaters

Orhan Pamuk ist ein Augenmensch. Die Bilder eines Bellini faszinieren den in der Türkei lebenden Autor ebenso wie persische Miniaturen. In dieser Sammlung von Essays staunt der Nobelpreisträger für Literatur über die alltäglichen Wunder in New York, huldigt seinen Vorbildern der Literaturgeschichte und gibt Betrachtungen zu Politik und Zeitgeschichte preis. Vielleicht am schönsten sind seine Schilderungen aus dem Alltagsleben - der Tod einer Möwe oder die kindliche Melancholie der kleinen Tochter. Pamuks Essayband ist ein ganzer Kosmos, witzig, verspielt, manchmal provozierend, eine Fundgrube für alle Leser dieses großen Autors.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 338 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 344
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23492
  • Deutsch
  • Abmessung: 440mm x 360mm x 33mm
  • Gewicht: 580g
  • ISBN-13: 9783446234925
  • ISBN-10: 3446234926
  • Best.Nr.: 27975657

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Auch wenn Rezensent Christoph Bartmann sich dem Schriftsteller Orhan Pamuk zunächst mit einer kritischen Frage nähert - nämlich, ob der Autor auch an einem anderen Ort Literatur von Weltrang produzieren würde oder ob er von dem der geographischen Lage zwischen Asien und Europa geschuldeten "unvergleichlichen Nimbus von Istanbul" profitiert - spricht er ihm am Ende seiner Rezension ein doch sehr großes Kompliment aus: nämlich, dass Pamuk der gegenwärtig "seriöseste Sachwalter experimenteller Literatur" überhaupt ist und dass man sich eine "Literatur dieser Zeit" ohne ihn "lieber nicht vorstellen möchte". In "Der Koffer meines Vaters" lotet der Schriftsteller aus, was sein Schreiben ausmacht und dabei spielt seine Heimatstadt tatsächlich eine, wenn nicht sogar die tragende Rolle. Bartmann bezeichnet Pamuks Grundhaltung als "nostalgisch" und enthebt diese Zuschreibung aber auch gleich des "kritischen Verdachts", der sie umweht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.05.2010

Mit der Nadel einen Brunnen graben
Was heißt Schreiben in Istanbul? Orhan Pamuk umkreist den Koffer seines Vaters
Wäre Orhan Pamuk auch der Autor von Weltrang und -ruf geworden, wenn er seine Bücher in Paris oder, sagen wir, München geschrieben hätte? Oder anders gefragt: würden nicht Pamuks Bücher, auch wenn sie weniger gut wären, noch immer vom unvergleichlichen Nimbus von Istanbul profitieren, von seiner längst zum Klischee erstarrten Lage an einer Meerenge „zwischen den Kulturen“? Diese im Westen vorherrschende Vorstellung von der Istanbuler Topographie hat Pamuk nicht gefördert, aber er hat ihr auch keine andere Topographie entgegen gesetzt. Eben das tut beispielsweise ein Artikel des französischen Ethnologen Michel Péraldi im letzten Heft von „Lettre International“. „Weltbasar am Bosporus“ heißt sein Essay, was zunächst wie eine Bestätigung beliebter Ansichten klingt. Dann aber macht Péraldi deutlich, dass Istanbul nach Geografie und Funktion weniger der Ort „zwischen den Kontinenten“ ist, sondern der neuralgische „hub“ einer gewaltigen Landmasse, die vom Balkan bis ins westliche China reicht. Die Ökonomie, die von Istanbul …

Weiter lesen

"Ein Must für Pamuk-Fans." Neue Zürcher Zeitung, 27.03.10 "Ohne Pamuk, ohne seine Position, möchte man sich die Literatur seiner Zeit lieber nicht vorstellen." Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung, 27.05.10
Orhan Pamuk, geb. 1952 in Istanbul, studierte Architektur und Journalismus und lebte mehrere Jahre in New York. Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction Award, 1991 den Prix de la découverte européenne, 2003 der International IMPAC Dublin Literary Award, 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und in demselben Jahr den Ricarda-Huch-Preis, 2006 den Nobelpreis für Literatur und 2007 die Ehrendoktorwürde der FU Berlin als 'Ausnahmeerscheinung der Weltliteratur'.

Leseprobe zu "Der Koffer meines Vaters"

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