Der Kalenderblattmörder / Eberhard-Mock-Reihe Bd.2 - Krajewski, Marek

Marek Krajewski 

Der Kalenderblattmörder / Eberhard-Mock-Reihe Bd.2

Kriminalroman

Aus d. Poln. v. Paulina Schulz
Broschiertes Buch
 
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Der Kalenderblattmörder / Eberhard-Mock-Reihe Bd.2

»Krimi des Jahres 2004« in Polen

Breslau 1927. Die Damen der Gesellschaft geben sich in ihren eleganten Wohnungen der Leidenschaft für Musik hin und feiern nebenbei gern auch mal eine Orgie. In den Kneipen hocken verkommene Gestalten, in Hinterzimmern wird Kokain geschnupft, und der selbsternannte Prophet Aleksiej von Orloff verkündet in gutbesuchten Vorträgen den Weltuntergang. Da werden in der Stadt mehrere grausame, akribisch geplante Morde verübt. Ein Musiker wird bei lebendigem Leibe eingemauert, ein Schlosserlehrling in Stücke gehackt, ein Stadtrat mit einer Klaviersaite an einem Fuß am Kronleuchter aufgehängt und erstochen. Bei jedem der Opfer findet man ein abgerissenes Kalenderblatt.

Kriminalrat Eberhard Mock wird mit den Ermittlungen beauftragt. Er gilt als »Jagdhund« mit unfehlbarem Instinkt, welcher allerdings hin und wieder von seinem Hang zum Alkohol getrübt wird. Obendrein wird Mock ausgerechnet jetzt von seiner Frau verlassen und sein Neffe, für den er sich verantwortlich fühlt, gerät auf die schiefe Bahn. Am liebsten würde sich Mock ganz dem Studium der lateinischen Literatur widmen ... Doch statt dessen muß er in den Stadtarchiven jahrhundertealte Dokumente studieren, die ihn auf die Spur des Mörders führen sollen.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 334 S.
  • Seitenzahl: 334
  • dtv Taschenbücher Bd.21092
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 120mm x 22mm
  • Gewicht: 276g
  • ISBN-13: 9783423210928
  • ISBN-10: 3423210923
  • Best.Nr.: 23343964
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
"Krimi des Jahres" 2004 in Polen, im Juni 2006 auf der Krimiwelt-Bestenliste: Habe ich ein anderes Buch gelesen? Oder liegt's an der Hörfassung? Kriminalrat Eberhard Mocks zweiter Fall ist erzählerisch wirr und - zumindest für Mock selbst - fast nebensächlich. Der eher unsympathische Säufer versucht nämlich, seine Ehe mit der jungen, schönen Sophie nicht ganz vor die Hunde gehen zu lassen. Nicht so leicht im Breslau der späten 20er-Jahre, das nach Krajewskis Schilderungen von Drogen, Sex und Dekadenz ein noch schlimmerer Moloch als Berlin gewesen sein muss. Vor allem ist es nicht leicht für einen Mann, der Beschattung für sinnvoller erachtet als ein Gespräch, der seiner Liebsten auch mal ordentlich eine reinzimmert oder sie im Rausch vergewaltigt. Und mitten in diesem Sündenpfuhl werden nun auch noch Menschen brutal ermordet, scheinbar ohne System, doch hinterlassene Kalenderblätter machen aus den Gräueltaten eine Serie. Die Aufklärungsversuche führen ins Sektenmilieu, wo es noch mehr Sex, noch mehr Drogen und eine ungeahnte Verbindung zu Mocks Frau gibt. Letztlich mag sich ein Kreis schließen, doch das Interesse am Schicksal aller Beteiligten ist zu diesem Zeitpunkt längst im Strudel des Reißerischen untergegangen. (kab)

"Für jedes seiner Bücher hat Krajewski historische Krisenzeiten ausgewählt, die er atmosphärisch eindringlich darstellt. Wobei er in der Zeit vor und zurück springt. Es liegt also nicht, wie gern vermutetet wird, an der Reihenfolge der deutschen Übersetzungen, dass sich Mocks Fälle chronologisch unkonventionell entfalten: Das Breslau der beginnenden Nazi-Zeit ist der Schauplatz von Tod in Breslau , Krajewskis erstem Roman. Der Kalenderblattmörder , der beim Chocolatier Schaal seinen Anfang nimmt, führt ins Breslau der sündig-abergläubischen zwanziger Jahre. Breslau nach dem Ersten Weltkrieg ist in Gespenster in Breslau der historische Hintergrund, und Festung Breslau , das auch im polnischen Original so heißt, spielt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges."
Hans-Peter Kunisch, Süddeut sche Zeitun g 29.01.2009

»Krajewski ist ein grelles Sittengemälde einer aufgekratzten Gesellschaft gelungen, die trunken dem Terror des Dritten Reiches entgegentanzt.« Focus
Marek Krajewski, geb. 1966, ist Altphilologe und Dozent an der Universität Wroclaw.

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Kundenbewertungen zu "Der Kalenderblattmörder / Eberhard-Mock-Reihe Bd.2"

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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 13.09.2010 ***** sehr gut
Kurzbeschreibung:
Ein unheimlich ordentlicher Mörder. Am Tatort hinterlässt er ein Datum. Breslau 1927. Die Damen der Gesellschaft geben sich der Leidenschaft für Musik hin - und feiern gern mal eine Orgie. In den Kneipen hocken verkommene Gestalten, und selbst ernannte Propheten verkünden den Weltuntergang. Da geschehen grausame Morde: Ein Musiker wird lebendig eingemauert, ein Stadtrat mit einer Klaviersaite um den Fuß am Kronleuchter aufgehängt und erstochen. Und bei jedem der Opfer findet man ein abgerissenes Kalenderblatt. Kriminalrat Eberhard Mock, Lateiner mit Hang zum Alkohol, wird mit den Ermittlungen beauftragt

Ein interressanter Krimi, der im Jahr 1927 spielt und ein etwas anderes Bild auf die damalige Gesellschaft wirft.
Sehr spannend, da der Mörder erst zum Schluss entlarvt wird.
Marek Krajewski schafft es ein Milieu aus Kriminalität und sexuellen Ausschweifungen zu beschreiben ohne dabei eine Wertung vorzunehmen.
Klasse gemacht.

Reihenfolge der "Eberhard Mock Reihe":

1. Tod in Breslau
2. Der Kalenderblattmörder
3. Gespenster in Breslau
4. Festung Breslau
5. Pest in Breslau

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Bewertung von jonur aus Eslohe am 30.08.2010 ***** ausgezeichnet
Spannender Roman - aber nichts für zarte Seelen und/oder Happyend-Erwarter!!
Ein Stückchen Realismus aus einer Zeit die ebenfalls im Umbruch war - allerdings nicht zum Vorteil der Menschen ! !
Interessant auch die Verknüpfung zum Heute was die Geschichte noch realistischer und authentischer macht.
Ein wenig humanistische Bildung und Geschichtsverständnis vereinfacht das Verstehen.

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Bewertung von Polar aus Aachen am 12.12.2008 ***** ausgezeichnet
Dies ist nichts für zarte Seelen. Aber es erwartet einen auch kein Schocker, wie er blutrünstiger nicht sein kann. Die schonungslose Darstellung von Menschen wird nicht jedem behagen. Marek Krajewski hat einfach keine Lust auf Schwarz-Weiß, Gut und Böse. Seine Seelen sind auf beiden Seiten abgrundtief hässlich. Und so gerät der Fall eines Mörders in den Hintergrund, der auf Verbrechen in der Vergangenheit aufmerksam machen will, indem er sich in der Gegenwart an ein Kalenderblatt hält, um durch die Daten darauf hinzuweisen. Krajewski rückt die feine Gesellschaft und ihre abseitigen, sexuellen Spiele in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit, lässt einen eifersüchtigern Kommissar seine Freundin überwachen und kann dem Hang nicht widerstehen sich das Vergessen mit Alkohol zu erkaufen. Krajewski zeigt eine Welt abseits moralischer Grundsätze. Orgien, Drogen, selbsternannte Heilsverkünder bevölkern das Bild, indem es irgendwo ein Gesetz gibt, dem Geltung verschafft werden muss. Die Mordfälle sind bestialisch durchgeführt, erscheinen trotz ihrer Kaltblütigkeit jedoch eher wie eine Bühnenkulisse. Kriminalrat Eberhard Mock ist nun einmal Polizist. In ihm spiegelt sich das untergegangene Deutschland am Vorabend der Machtübernahme durch die Nazis. Ein Roman bestens geeignet zur Verfilmung durch den viel zu früh verstobenen Rainer Werner Fassbinder. Dieses Leben glitzert unter verpfändeten Kronleuchtern, wie in Kaschemmen und stickigen Ehebetten. Diese Stimmung eingefangen zu haben, ist Krajewskis Verdienst.

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