Der Hexer und die Henkerstochter - Pötzsch, Oliver

Oliver Pötzsch 

Der Hexer und die Henkerstochter

Historischer Roman. Originalausgabe

Buch mit Leinen-Einband
 
2 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Der Hexer und die Henkerstochter

1666: Der Schongauer Medicus Simon und seine Frau Magdalena, die Tochter des Henkers, brechen zu einer Wallfahrt ins Kloster Andechs auf. Dort lernt Simon den mysteriösen Frater Virgilius kennen, der Uhrmacher und Erfinder ist. Simon ist fasziniert von den unheimlichen Automaten, die Virgilius erschaffen hat. Als der Frater verschwindet und sein Labor zerstört wird, ahnt Simon Böses und ruft Jakob Kuisl, den Schongauer Henker herbei. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem wahnsinnigen Mörder ...


Produktinformation

  • Verlag: (Ullstein Tb)
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 617 S.
  • Seitenzahl: 609
  • Ullstein Taschenbuch Nr.28115
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 146mm x 42mm
  • Gewicht: 580g
  • ISBN-13: 9783548281155
  • ISBN-10: 354828115X
  • Best.Nr.: 33377840
Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung "quer". Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die 300 Jahre lang die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren.  www.oliver-poetzsch.de

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Kundenbewertungen zu "Der Hexer und die Henkerstochter" von "Oliver Pötzsch"

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Bewertung von Mel.E aus L. am 23.05.2012 ***** sehr gut
An einem Buch mit 600 Seiten knabbert man doch ein paar Tage und ich muss sagen, den Einstieg zu finden und mit der Geschichte warm zu werden hat einige Zeit gedauert. Ich denke es lag einfach daran, das ich vorher noch kein Buch von Oliver Pötzsch gelesen habe und die Anfänge der Henkerstochter nicht kenne.
Man merkt schnell das man sich im Jahre 1966 befindet. Teilweise doch eine wirklich düstere Zeit mit Foltern und Hinrichtungen. Der Gedanke daran schreckt mich schon sehr ab und ich bin froh, das ich eine Frau dieses Jahrhunderts bin und dennoch kann ich Parallelen ziehen, denn Magdalena und ich sind uns nicht unähnlich. Sie ist stur und wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie es auch durch. Also völlig untypisch für die Zeit, wo Frauen eigentlich still sein sollten und ihrem Mann folgen. Magdalena setzt da dennoch ihren Kopf durch und das macht sie sehr sympathisch, obwohl sie manchmal auch leicht zickig daher kommt.
Die Geschichte rund um den Hexer ist sehr spannend und hinterlässt auch den einen oder anderen Toten und führt uns immer wieder auf falsche Fährten. Ein Verwirrspiel der ganz besonderen Art.
Ich werde jetzt nicht groß auf die Handlung eingehen, damit ich niemanden die Freude daran nehme das Buch selbst zur Hand zu nehmen. Faszinierend ist einfach die Tatsache, das dieser Roman / Krimi, irgendwie fällt es mir schwer in eine Genre einzuordnen historisch wirklich gut geschrieben ist und genauso hätte es sich abspielen können. es ist einfach sehr glaubwürdig, obwohl ich Dinge wie Fingernägel ziehen schon echt krass finde und meine eigenen Finger mir schon beim Lesen weh taten beim Gedanken daran.
Hinten im Anhang finden wir noch die eine oder andere Erklärung, die man aber besser erst im Nachhinein liest, damit dieses oder jenes nicht gleich verraten wird. Für mich tat sich die Frage auf um was für eine Erkrankung es sich handelt, die plötzlich die Pilger einholt. Ich war auf einer völlig falschen Spur.
Wie schnell man als Hexe oder Hexer verurteilt werden kann und wie schnell Menschen durch Schmerz und Folter gestehen eben dieses zu sein wird hier in diesem Buch aufgezeigt und ich denke an die, die unschuldig ihr Leben lassen mussten. Hier gibt es schon in gewisser Weise ein Happy End und vielleicht kann der eine oder andere doch irgendwann vergessen und in Andecks kehrt wieder Frieden ein.
Das im Prinzip offene Ende lässt darauf schließen, das die Geschichte der Henkerstochter, ihres Vaters, ihrem Mann den Bader Simon und den beiden Jungs Peter und Paul noch nicht zu ende ist. Schauen wir mal wie es weitergeht.
"Der Hexer und die Henkerstochter" empfehle ich gerne weiter und obwohl ich erst ein wenig brauchte um in das Geschehen hineinzufinden habe ich hinterher das Lesen sehr genossen.

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Bewertung von dorli aus Berlin am 17.05.2012 ***** ausgezeichnet
Andechs 1666. Magdalena und Simon Fronwieser pilgern zum Dreihostienfest nach Andechs. Kaum dort eingetroffen entdeckt Simon bei einem ertrunkenen Novizen Spuren, die auf einen Mord schließen lassen. Er wird vom Abt des Klosters mit der Aufklärung betraut. Kurze Zeit später geschieht unter mysteriösen Umständen ein weiterer Mord.
Als sich herausstellt, dass der als verdächtig eingesperrte Frater Johannes ein Freund des Schongauer Henkers ist, zögert Magdalena nicht und ruft ihren Vater zur Hilfe.
Jakob Kuisl reist an und macht sich an die Aufklärung. Doch nicht nur die zwei Morde, sondern auch weitere merkwürdige Vorkommnisse und eine seltsame Krankheit, die zahllose Pilger befallen hat, halten die Schongauer Spürnasen in Atem.

Oliver Pötzsch schreibt auch in diesem vierten Band um die Henkerstochter Magdalena wieder wunderbar spannend und unterhaltend. Es macht einfach großen Spaß, die Ermittlungen des Kuisl/Fronwieser-Trios zu verfolgen.
Die Beschreibungen der Geschehnisse und Handlungsorte sind so gut gelungen, dass man von der ersten Seite an mitten im Geschehen ist. Ganz gekonnt führt der Autor den Leser in die Irre. Er präsentiert Verdächtige, liefert unterschiedliche Motive, wirft immer mehr Fragen auf: Wohin ist der Uhrmacher verschwunden? Was haben die Mitglieder des Klosterrats zu verbergen? Wer übt die Anschläge auf Magdalena aus? Warum häufen sich die rätselhaften Krankheitsfälle? Welche Rolle spielt die ebenfalls verschwunden Automatenfrau? Pötzsch lässt die drei Detektive in alle Richtungen ermitteln, denn es gibt viele Ungereimtheiten im Kloster Andechs aufzudecken. Nach und nach kommen dabei immer mehr überraschende Tatsachen und interessante Zusammenhänge zum Vorschein.
Alle Charaktere sind bunt und detailliert beschrieben und auch wenn so manche Schimpftirade des Henkers ein wenig übertrieben daherkommt, der Ton allzu barsch wirkt und auch Magdalena sich oft sehr schnippisch und patzig äußert, so ist es doch gerade diese Sprache, die hervorragend zu den Charakteren passt und sie sympathisch macht. Ich konnte mir bei den zahlreichen Wortgefechten zwischen den drei Hauptfiguren so manches Grinsen nicht verkneifen.
Ein fesselnder historischer Krimi, der mir einige spannende Lesestunden beschert hat. Ich konnte miträtseln und mitfiebern, so dass an keiner Stelle Langeweile aufkam.

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