Der Heilige Stuhl und Hitler-Deutschland - Besier, Gerhard

Gerhard Besier 

Der Heilige Stuhl und Hitler-Deutschland

Die Faszination des Totalitären

In Zus.-Arb. m. Francesca Piombo
Gebundenes Buch
 
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Der Heilige Stuhl und Hitler-Deutschland

Seit zwei Jahren hat die Katholische Kirche die Akten aus dem Geheimarchiv freigegeben, die die Beziehung des Vatikan zum Nationalsozialismus in der Zeit zwischen 1923 und 1939 dokumentieren. Die Autoren haben das Material zum ersten Mal gesichtet undwerfen ein neues Licht auf das problematische Verhältnis.


Produktinformation

  • Verlag: DVA
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 415 S.
  • Seitenzahl: 415
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 560g
  • ISBN-13: 9783421058140
  • ISBN-10: 3421058148
  • Best.Nr.: 12727294
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.12.2004

Ein bemerkenswerter (Be-)Fund
Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., schätzte die deutschen Katholiken nicht besonders

Gerhard Besier: Der Heilige Stuhl und Hitler-Deutschland. Die Faszination des Totalitären. In Zusammenarbeit mit Francesca Piombo. Deutsche Verlagsanstalt, München 2004. 415 Seiten, 24,90 [Euro].

Noch ein Buch über den Vatikan und das "Dritte Reich", wahrscheinlich auch noch lange nicht das letzte. Seitdem der Vatikan Mitte Februar 2003 aufgrund des internationalen Drucks wenigstens einen Teil seiner Akten - beileibe noch nicht alle - für die Zeit von 1922 bis 1939 zugänglich machte, stürzen sich Historiker aus aller Welt darauf, als ob darin der Schlüssel zum Verständnis des ganzen Jahrhunderts zu finden wäre. Dabei bieten die für die Forschung freigegebenen Akten "keine wirklichen Sensationen", sondern allenfalls "einige Überraschungen", wie die Verfasser des neuen Buches einräumen müssen.

Darüber waren auch schon andere Autoren enttäuscht. Warum eigentlich? Die unendliche Geschichte des Streits um die politische Haltung von Pius XII. gegenüber dem Nationalsozialismus geht im Grunde von einer …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Die deutsch-vatikanische Geschichte zwischen 1904 und 1939 können Gerhard Besier und Francesca Piombo auch nicht "sehr anders" erzählen, als sie schon erzählt worden ist, findet der Rezensent mit dem Kürzel "Hg." Der Grund dafür sei weniger in der mangelnden Fähigkeit der Autoren, als vielmehr in der schlechten Quellenlage zu suchen, die sich auch nach der Freigabe wichtiger Dokumente durch den Vatikan kaum geändert habe. "Manche Präzisierung", aber kein "wesentlich neues Bild" sei dadurch möglich geworden. Der Beitrag des neuen Buchs zum Heiligen Stuhl in Verbindung mit Hitler-Deutschlands fällt für den Rezensenten jedoch noch aus anderen Gründen eher "bescheiden" aus. Einige Begebenheiten, so zum Beispiel das Schicksal der Rassismus-Enzyklika des Jesuiten John La Farge, "hat man schon genauer gelesen", außerdem überzeuge das Werk "stilistisch" nicht. Eine Lektüre ist also allenfalls dann sinnvoll, wenn man die Arbeit als "Überblick" über die Tätigkeit des Diplomaten Eugenio Pacelli betrachte.

© Perlentaucher Medien GmbH
Gerhard Besier, geboren 1947, Theologe, Psychologe und Historiker, war von 1987 bis 2003 Professor an der Kirchlichen Hochschule Berlin und an der Universität Heidelberg. Seit 2003 ist er Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählt Die Kirchen und das Dritte Reich, Band 3 (2001). Francesca Piombo, geboren 1963 bei San Remo (Italien), ist seit 2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hannah-Arendt-Institut

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