Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum - Jehne, Martin

Martin Jehne 

Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum

Caesars Entscheidungen. Originalausgabe

Broschiertes Buch
 
1 Kundenbewertung
***** sehr gut
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
15 ebmiles sammeln
EUR 14,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum

Caesars Entschluss, den Rubicon zu überschreiten und mit Soldaten in das Stadtgebiet einzumarschieren, weil der römische Senat ihm keine Zugeständnisse machen wollte, ist sprichwörtlich. Die Macht der großen Imperatoren war mit dem Gebot der Gleichheit in der römischen Führungsriege nicht mehr vereinbar. Die Entscheidung sorgte für das Ende der Republik. Caesars Gegenspieler Pompeius hätte sie vermutlich nicht getroffen.
Caesar wich mehrfach von etablierten Verhaltenstraditionen ab und verweigerte sich dem Sachzwang. Es gab damals einen Veränderungstrend hin zur Monarchie, die Diagnose des Verfalls der Republik und das Gefühl der Ohnmacht. Auch wenn die Umstände sich verändert haben, ist uns dieses Gefühl heute wieder sehr vertraut. In diesen Zusammenhang ordnet Martin Jehne seine Betrachtungen ein.
Mit Literaturhinweisen, Zeittafel und Personenregister.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 158 S.
  • Seitenzahl: 158
  • dtv Taschenbücher Bd.24711
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 120mm x 16mm
  • Gewicht: 256g
  • ISBN-13: 9783423247115
  • ISBN-10: 3423247118
  • Best.Nr.: 23828189
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.03.2009

Bei Pharsalos fielen die Würfel

Was wäre geschehen, wenn er die Iden des März überlebt hätte? Martin Jehne hat eine faszinierend aktuelle und brillante Interpretation der Karriere Julius Caesars geschrieben.

Alle gewichtigen Interpretationen der Laufbahn und Persönlichkeit Caesars haben zur historischen Erkenntnis beigetragen und sich zugleich als zeitbedingt erwiesen. So standen Eigenart und Ziel seiner Monarchie im Mittelpunkt, als Kaiser und Könige noch regierten. Der große Staatsmann wurde gesucht, solange man Staatsmännern noch Großes zutraute; als es damit vorbei war, betrat der kriegerische Schlagetot, der zynische Machtmensch und egomane Republikzerstörer die Bühne. Vollends als Chimäre erwies sich der demokratische Diktator. Und selbst Christian Meiers magische Formel von einem Politiker, der unbeschränkte Macht in den Verhältnissen, aber keine Macht über die Verhältnisse besaß, ist von einem Punkt aus angreifbar: Hätte sich Caesars Stellung nicht vielleicht konsolidieren lassen, eine längere Gewöhnungsphase, zeitweise Abwesenheit und einen allmählich aufzubauenden Nachfolger einmal vorausgesetzt? Denn tatsächlich gelang es …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Das von Martin Jehne in seinem Buch vorgeschlagene und angewandte Modell historischer Erklärung findet Uwe Walter überzeugend. So anspruchsvoll es Walter erscheint, situatives Handeln am "Radius erwartbaren Verhaltens" zu messen, so gedanklich klar und glänzend formuliert tritt das Modell ihm auf diesen Seiten entgegen. Den Trend zur Monarchie in Caesars Rom als unabweisbar vorausgesetzt, interessiert sich der Autor für Caesars unkonventionelle Entscheidungspraxis. Walter findet sie hier originell, leichthändig, gut überlegt und mit Sinn für aktuelle Bezüge beleuchtet.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Martin Jehne hat eine brillante Interpretation der Karriere Julius Caesars geschrieben [...] als politisch wacher Zeitgenosse. So erklärt er Patronage am Beispiel des - inzwischen wieder aufgehobenen - Büros für die Ehefrau des sächsischen Ministerpräsidenten und hält ein überzeugendes Plädoyer für die Praxis der öffentlichen, kontroversen, auch zeitaufwendigen Diskussion und gegen den verbreiteten Bonus für das "Machen". Die so ferne Welt der nach Ruhm strebenden, traditionsbewusssten, rachsüchtigen, ihre Ehre und ihre Republik verteidigenden Aristokraten erscheint hier faszinierend aktuell. Mit leichter Hand und gründlichem Nachdenken sind hier der Historie nicht nur für Rom neue Wege gewiesen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.03.2009

»Caesar ist gleichsam entschlackt und auf das Wesentliche konzentriert. Der Verzicht auf strenge Wissenschaftlichkeit ist auch derjenige auf Ballast und kaum ein Nachteil. Das Buch bietet eine vorzügliche Einführung in die römische Gesellschaft, in die Mechanismen von politischen Karrieren und Entscheidungsfindungen. Zahlreiche Erklärungen, Überleitungen und Anbindungen ermöglichen auch dem Leser ohne Vorkenntnis, dem Autor in alle Verzweigungen seiner Argumentation zu folgen. ... So ist über eine (Auswahl-)Biografie Caesars hinaus eine spannende Analyse der Rolle des Einzelnen in der Politik entstanden, in Teilen das Beste, was in den letzten Jahren über die späte Republik geschrieben worden ist.« Wolfgang Will, Historische Zeitschrift Dezember 2010

»Martin Jehne hat eine brillante Interpretation der Karriere Julius Caesars geschrieben [...] als politisch wacher Zeitgenosse. So erklärt er Patronage am Beispiel des - inzwischen wieder aufgehobenen - Büros für die Ehefrau des sächsischen Ministerpräsidenten und hält ein überzeugendes Plädoyer für die Praxis der öffentlichen, kontroversen, auch zeitaufwendigen Diskussion und gegen den verbreiteten Bonus für das ›Machen‹. Die so ferne Welt der nach Ruhm strebenden, traditionsbewusssten, rachsüchtigen, ihre Ehre und ihre Republik verteidigenden Aristokraten erscheint hier faszinierend aktuell. Mit leichter Hand und gründlichem Nachdenken sind hier der Historie nicht nur für Rom neue Wege gewiesen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.03.2009
Martin Jehne, Dr. phil., ist Professor für Alte Geschichte an der TU Dresden sowie unter anderem Mitglied der Kommission für Alte Geschichte und Epigrafik des Deutschen Archäologischen Instituts und des Kuratoriums des Historischen Kollegs in München. Diverse Veröffentlichungen, u.a.: ›Der Staat des Dictators Caesar‹ (1987), ›Caesar‹ (1997, 4. Aufl. 2008, in gekürzter Fassung auch als Hörbuch), ›Die römische Republik. Von der Gründung bis Caesar‹ (2006, 2. Aufl. 2008).

Kundenbewertungen zu "Der große Trend, der kleine Sachzwang und das..."

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von Incumbent aus Schonungen am 20.08.2012 ***** sehr gut
Der Dresdener Althistoriker Martin Jehne untersucht in seinem Buch acht Entscheidungen Julius Caesars: seine Weigerung gegenüber Sulla, sich scheiden zu lassen, seine Bewerbung um das Amt des Pontifex Maximus 63 v. Chr., seinen Verzicht auf einen Triumph 60 v.Chr. zugunsten der Bewerbung um das Konsulat, das Eingreifen in Gallien ab 58 v. Chr., die Eröffnung des Bürgerkriegs 49 v. Chr., die Verfolgung des Pompeius statt dessen restlicher Heeresteile nach der Schlacht bei Pharsalos 48 v. Chr., die anschließende Einmischung in den ägyptischen Thronstreit sowie den Verzicht auf eine Leibwache 44 Chr.
Jehne kommt dabei zu dem Ergebnis, dass der historische Prozess im Sinne des langfristigen großen Trends aufgrund struktureller und letztlich systemimmanent unlösbarer Probleme und Zielkonflikte autonom – also unabhängig vom Verhalten Einzelner und damit auch Caesars – auf die Ablösung der Republik durch die Monarchie zulief. Das Handeln des Individuums Caesar habe diesen Prozess allerdings beschleunigt, wobei er sich immer wieder in bemerkenswerter Weise über die kleinen Sachzwänge im Sinne gesellschaftlich vermittelter Verhaltensvorgaben und Präferenzstrukturen hinweggesetzt habe, was Jehne vor allem auf Caesars überdurchschnittlichen Ehrgeiz und sein unerschütterliches Selbstvertrauen zurückführt.
Dies alles vermittelt Jehne in lockerer Sprache und ohne Fußnoten, was insofern naheliegt, als Jehne keine neuen Fakten, sondern eine essayistische Interpretation bekannter Vorgänge präsentiert. Dabei nimmt er zur Erläuterung immer wieder Bezug auf Beispiele aus der Belletristik von Isaac Asimov bis Dashiell Hammett, beklagt die mangelnde Diskussionskultur in der deutschen Politik, erklärt den Unterschied zwischen Problemerkenntnis und -lösung anhand der deutschen Kranken- und Rentenversicherung und das römische Patronagesystem mit Bezug auf das Wirken von Kurt und Ingrid Biedenkopf in Sachsen.Ob man solche Vergleiche immer für gelungen hält, bleibt letztlich Ansichtssache, jedenfalls handelt es sich um ein gut lesbares und sehr anregendes Buch, das Lust darauf macht, bei den am Ende des Bandes versammelten Literaturempfehlungen gleich weiterzulesen.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum" von Martin Jehne ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

8 Marktplatz-Angebote für "Der große Trend, der kleine Sachzwang und das handelnde Individuum" ab EUR 5,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
gebraucht; wie neu 5,00 2,00 PayPal, Banküberweisung Bücher am Schloss 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,95 1,25 Banküberweisung Graf Rotz von Kaloderma 100,0% ansehen
gebraucht; sehr gut 5,95 1,30 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), PayPal, Banküberweisung primatexxt Buchversand 99,9% ansehen
gebraucht; sehr gut 7,50 2,30 offene Rechnung, PayPal Antiquariat Bernhardt 99,8% ansehen
7,95 1,35 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Sibylles Bücherkiste 99,9% ansehen
8,00 2,20 offene Rechnung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung Antiquariat Seitenbewegung 100,0% ansehen
sehr gut erhalten - fast verlagsfrischer 11,50 2,00 PayPal, Banküberweisung, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) studentenservic e 92,3% ansehen
Wie neu 14,30 1,60 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 99,1% ansehen
Wie neu 14,50 0,00 Banküberweisung robo-buch 98,3% ansehen
Mehr von